Wenn
es darum geht, etwas zu entscheiden, springen die meisten
Menschen gleich zu einer möglichen Lösung: "Soll
ich das oder das?", "Ja oder nein?", "Oh
mein Gott, ich weiß gar nicht, was ich will ..."
In
dem Moment, wo Sie sich sofort zu einer endgültigen
Antwort zwingen, laufen Sie Gefahr, dass was daneben geht,
zum Beispiel, dass Sie
-
wichtige Aspekte nicht einbeziehen,
- relevante Informationen noch nicht kennen/nicht berücksichtigen,
- Ihr eigenes Gefühl und Ihre Werte außen vor
lassen,
- sich entgegen Ihren Wünschen und Bedürfnissen
verhalten.
Bei komplexen Entscheidungen (Jobwechsel, Beziehungsfragen,
Umzug ...) ist das besonders wichtig, denn hier spielen
sehr viele Aspekte eine Rolle.
Doch
auch im Alltag gibt es viele kleine Entscheidungen, bei
denen man vor einer Antwort erstmal die Lage checken sollte.
Und damit ist im ersten Schritt gemeint, dass Sie angucken,
was da ist und was Sie noch an Informationen oder Feedback
brauchen:
o Sich Zeit nehmen:
Auch
wenn Sie zu einer sofortigen Antwort gedrängt werden
sollten ("Bekomme ich jetzt diesen Preisnachlass,
ja oder nein?", "Tauscht Du jetzt mit mir die
Schicht?", "Findest Du nicht auch, wir sollten
zusammenziehen?", "Gehen wir heute abends ins
Kino?", "Wollen Sie den Job?"), geben Sie
sich selbst eine Pause, um die Anfrage zu überdenken.
Je
größer die Entscheidung für Sie selbst
ist, desto mehr Zeit werden Sie brauchen, um alle Aspekte
zu durchdenken und Ihre Antwort auch reifen zu lassen.
Die
wenigsten Entscheidungen sind tatsächlich superdringend
- auch wenn das Gegenüber vielleicht so tut. Doch
auch wenn die Zeit tatsächlich einmal drängt,
können Sie sich jederzeit ein paar Minuten ausklinken
und die Anfrage überdenken.
Sagen
Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie darüber
nachdenken:
-
"Ich lasse mir das durch den Kopf gehen und komme
auf Dich zu."
-
"Ich kümmere mich darum und rufe Sie gleich
zurück."
-
"Ich möchte nochmal darüber schlafen und
melde mich morgen dazu."
-
"Es ist mir nicht möglich, das jetzt in diesem
Augenblick zu entscheiden. Bis wann brauchen Sie spätestens
meine Antwort?"
o
Aufschreiben, was im Kopf ist:
Ein
zweiter wichtiger Aspekt, um die Lage zu sondieren, ist,
dass Sie alles, was Ihnen im Kopf rumschwirrt, aufschreiben,
zum Beispiel:
-
Worum geht es ganz genau?
- Welche Informationen (Fakten!) habe ich dazu?
- Welche Gedanken und Spekulationen habe ich?
- Welche Hoffnungen und Befürchtungen verbinde ich
damit?
- Was sagen andere dazu?
Wichtig: Zensieren Sie sich nicht. Und versuchen Sie in
dieser Phase auch noch nicht, irgendeine Ordnung reinzubringen
oder direkt wieder zu einer möglichen Lösung
zu springen.
Es
geht darum, dass Sie aufschreiben, was Sache ist. Dann
haben Sie anschließend schriftliche Aufzeichnungen,
die Ihnen dabei helfen, an Ihrer Entscheidung konkret
weiterzudenken. Und Sie trainieren durch diese Vorgehensweise
auch für künftige Entscheidungen: Der Entscheidungsprozess
wird Ihnen dadurch immer schneller von der Hand gehen.