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Eine
gute Möglichkeit, sich bekannt zu machen und andere
von seiner Kompetenz zu überzeugen, ist es, öffentlich
Vorträge zu halten. Dabei gilt auch zu bedenken, dass
die meisten Selbstständigen ohnehin in irgendeiner
Form in die Situation kommen, vor Gruppen zu sprechen. Ob
das nun im größeren Rahmen der Fall ist, etwa
weil man auf einer Messe ein Referat vor Hunderten von Leuten
hält, oder ob es in kleinerer Runde, etwa einer Firmenpräsentation,
stattfindet.
Die
meisten Menschen haben den blanken Horror vor solchen Situationen
- und drücken sich, wo es geht. Andere würden
sich gern trauen, wissen aber nicht so recht wie oder was.
Und einige Furchtlose stürzen sich einfach hinein:
No Risk no Fun gilt auch für die öffentliche Rede
... aber bitteschön kontrolliert!
Angst
vor dem öffentlichen Reden?
Klopft
Ihnen alleine bei dem Gedanken an einen Vortrag schon das
Herz bis zum Hals? Keine Panik! Völlig normal. Es soll
sogar Umfragen geben, wonach die Angst vor der öffentlichen
Rede über der Angst vor dem Sterben rangiert.
Lässt
sich der Horror aus dem öffentlichen Vortrag nehmen?
- Ja! Das Reden vor Gruppen lässt sich trainieren und
meistern ... und, halten Sie sich fest, es kann sogar Spaß
machen.
Und das sagt Ihnen eine, deren Puls sich bereits verachtfacht
hat, wenn sie sich als Teilnehmerin eines Seminars nur kurz
vorstellen musste. Kennen Sie sicher: Man muss nur seinen
Namen sagen, seinen Beruf und warum man hier ist - also
inhaltlich keine große Herausforderung. Und dennoch
wird man kurzatmig und überlegt, was und wie man das
jetzt gleich am besten sagen kann. Heute spreche ich auch
vor großen Gruppen souverän und ohne Herzklopfen.
Drei grundlegende Tipps vorweg:
1. Trauen Sie sich!
Leute
mit Augen-zu-und-durch-Mentalität tun sich da etwas
leichter. Auch meine Taktik war, dass ich mich der ungeliebten
Situation einfach bei jeder sich bietenden Gelegenheit aussetze.
Denn Übung macht tatsächlich den Meister. Von
daher kann ich nur empfehlen: Trauen Sie sich!
Nehmen
Sie dabei ruhig Rücksicht auf Ihre persönliche
Art. Die einen sagen vielleicht direkt einen Vortrag zu,
die anderen suchen sich erstmal private Gelegenheiten und
halten zum Beispiel im Kegelverein eine Geburtstagsrede
vor Bekannten. Völlig egal, worum es geht, wie lange
Ihre Rede ist und wie Ihr Publikum aussieht.
Wer
sich immer wieder davor drückt, in diese Situation
zu kommen, wird sich den Horror bewahren und zwangsläufig
auch gute Gelegenheiten sausen lassen.
2. Seien Sie Sie selbst.
Versuchen
Sie nicht, besonders professionell, besonders fehlerfrei,
besonders geschliffen, besonders witzig zu sein. Und trauen
Sie sich, ein ganz normaler Mensch zu sein. Klar ist es
wichtig, etwas zu sagen zu haben. Und natürlich ist
es wichtig, laut genug, verständlich und klar zu sprechen
und zu argumentieren.
Sie dürfen mal den Faden verlieren, Sie dürfen
auch mal husten oder spontan lachen ... keiner Ihrer Zuhörer
lauert darauf, dass Sie irgendeinen Fehler machen. Die wollen
alle nicht mit Ihnen tauschen! Sie möchten etwas von
Ihnen erfahren, sie möchten, dass ihre Zeit nicht vergeudet
wird ... und sie möchten gerne aufmerksam zuhören.
Das geht am besten, wenn sie einen normalen Menschen vor
sich haben und nicht einen perfekt-sein-wollenden Rede-Roboter.
3. Versklaven Sie sich nicht.
Es gibt
zahlreiche Möglichkeiten, sich inhaltlich eine Struktur
zu verschaffen: Ob das nun Folien, Flipchart, Beamer-Projektion,
Moderationskarten, ein Papiermanuskript ist ... probieren
Sie aus, was Ihnen liegt.
Meine
persönliche Empfehlung ist, wann immer es geht, auf
Technik zu verzichten (außer der Inhalt erfordert
es und auch dann ist es besser, so wenig Schaubilder wie
möglich zu zeigen und nicht, wie leider allgemein verbreitet,
jedes kleine Stichwort auf eine Folie zu setzen): Sie machen
sich damit unabhängig von technischen Pannen und vor
allen Dingen fokussieren Sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer
auf sich. Und darum geht's: Sie wollen mit Inhalten glänzen
und persönlich eine gute Figur machen. Das geht aber
nicht, wenn alle im Halbdunkel auf 45 Folien starren.
Auch
ist es wichtig, auszuprobieren, wie Sie sich am wohlsten
fühlen. Ich beispielsweise stehe und laufe gerne bei
Vorträgen hin und her, ich möchte mich bewegen
können. Für mich ist das übliche Stehpult
mit fixem Mikrofon sehr lähmend. Andere wiederum fühlen
sich gerade damit wohler und sicherer, weil sie was zum
Festhalten haben.
Nehmen
Sie Gegebenheiten im Saal nicht einfach so hin. Brauchen
Sie mehr Platz? Dann verrücken Sie die Tische einfach.
Müssen Sie mit Mikro sprechen, bewegen sich aber gerne?
Dann nehmen Sie es aus der Halterung.
Testen
Sie verschiedene Variationen und spüren Sie, womit
Sie sich besser und sicherer fühlen.
Tabu:
Das Schlimmste, was ein Vortragender tun kann, ist den gesamten
Vortrag aufzuschreiben und abzulesen. Bevor Sie den kompletten
Vortrag Wort für Wort ablesen und Ihre Augen nur am
Papier kleben und mehr recht als schlecht lesen (ein guter
Vortrag, der gelesen wird, ist eine Kunst für sich!),
lassen Sie es lieber bleiben.
Bewusst
auswählen: wo-wie-was
Wählen
Sie bewusst aus, wo ein Vortrag für Sie interessant
wäre. Sofern man an Sie herantritt, ist es ebenfalls
wichtig, erst mehr über die Veranstaltung, weitere
Vortragende und vor allen Dingen die Zielgruppe zu bekommen.
Wenn es sich um kleinere Veranstaltungen handelt, etwa ein
Treffen eines regionalen Berufsverbandes oder eines kleinen
formellen Netzwerkes, dann ist es auch wichtig, nachzufragen,
wie viele Personen erwartet werden und in welcher Form Werbung
betrieben wird. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie
total überrascht sind - und entweder mehr Zuhörer
kommen, als Sie in etwa erwartet haben (was ganz schön
nervös machen kann, wenn man ungeübt ist) oder
aber, dass Sie sich total vorbereiten und dann nur drei
Leute aufkreuzen.
Für
Selbstständige sind Vorträge meistens ein Akquise-Werkzeug.
Dementsprechend werden Sie in der Regel dafür keine
Bezahlung bekommen. Natürlich gibt es Ausnahmen. Meist
ist es jedoch so, dass bei Veranstaltungen bestimmte Sondervereinbarungen
getroffen werden. Der Vortragende kann eigenes Material
auslegen oder auch eigene Publikationen verkaufen oder man
kann statt eines Honorars einen Messestand erhalten ...
die Möglichkeiten sind vielfältig. Wichtig ist,
dass Sie sich mit dem Veranstalter vorher besprechen, damit
es keine Überraschungen gibt.
Wägen
Sie immer ab, ob die Zuhörer auch tatsächlich
eine vielversprechende Zielgruppe für Sie sind. Entweder
um Ihre Kunden zu werden oder aber um neue gute Kontakte
zu knüpfen, die Sie eventuell weiterempfehlen.
Tipp:
Bei manchen Messen oder Veranstaltungen gibt es ein Rahmenprogramm
mit Vorträgen oder Workshops. Diese sind teilweise
daran gekoppelt, dass man einen eigenen Ausstellungsstand
mietet, teilweise kann man aber auch nur für einen
Vortrag mit ins Programm aufgenommen werden. Unserer Erfahrung
nach ist es auf jeden Fall sinnvoll, nach einem Vortrag
für die Zuhörer noch ansprechbar zu sein. Damit
vertiefen Sie Ihren Erfolg - und haben auch mehr davon,
als wenn Sie nach dem Vortrag sofort wieder gehen (selbst
wenn Sie Informationen ausgelegt haben).
Durch
Inhalte überzeugen
Selbstständige
machen meist einen Kardinalfehler, wenn sie die ersten paar
Male öffentlich auftreten: Sie sind so darauf fixiert,
sich selbst und ihre Leistungen vorstellen zu wollen, dass
der Vortrag zu einer "Heizdeckenveranstaltung"
verkommt.
Es gibt keinen schnelleren Weg, die Zuhörer gegen sich
aufzubringen.
Planen
Sie deshalb Ihre Inhalte immer aus Sicht Ihrer Zuhörer.
Diese schenken Ihnen ihre Zeit. Entweder sie kommen sogar
in ihrer Freizeit oder sie entscheiden sich, einen Teil
der knappen Zeit auf einer Veranstaltung in Ihren Vortrag
zu investieren. Dafür möchten sie Inhalte und
konkrete Anregungen und Tipps, mit denen sie etwas anfangen
können.
Wenn
Sie das tun, dann erreichen Sie, dass man Sie und Ihren
Vortrag in positiver Erinnerung behält, dass man idealerweise
von Ihren Inhalten überzeugt ist und natürlich
von Ihrer Kompetenz. Für Letzteres ist übrigens
nicht maßgebend, ob Sie vielleicht hektische rote
Flecken auf den Wangen haben oder man sieht, dass Ihre Hände
zittern! Man kann sehr gut auch über solche Nervositätszeichen,
die übrigens jeder versteht, hinwegsehen und erkennen,
ob die vortragende Person darüber hinaus Ahnung von
dem hat, was sie erzählt oder nicht.
Eine
gute Gelegenheit, zu zeigen, dass man sattelfest im eigenen
Thema ist, ist es auch, interaktiv mit den Zuhörern
zu agieren, also beispielsweise die oft übliche Frage-und-Antwort-Gelegenheit
zum Schluss zu nutzen.
Tipp:
Wenn Sie eine eigene Website haben, dann bieten Sie Ihren
Zuhörern an, die Inhalte des Vortrages am nächsten
Tag von dort herunterzuladen. Das ist nicht nur ein toller
Service, sondern bringt Zuhörer auch noch auf Ihre
Internetseite.
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