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Es ist
verrückt: Auf der einen Seite wird akquiriert, um endlich
neue Aufträge zu erhalten - und auf der anderen Seite
boykottiert man diesen Erfolg oft selbst. Das ist uns erst
kürzlich wieder passiert, als wir einen Grafiker gefunden
hatten, der bereits die ersten vereinbarten Termine platzen
ließ. Und es ist leider kein Einzelfall: Kunden von
mir berichten auch hin und wieder davon, dass sie nicht
immer alles einhalten.
Keine
Frage: Böse Absicht ist das nie!
Und
doch sind natürlich die Konsequenzen groß. Nicht
nur, weil eine neue Kundenbeziehung leidet oder Sie den
Auftrag verlieren oder zumindest Folgeaufträge gefährden,
sondern auch weil Ihr Image Schaden nimmt. Das wiederum
bedeutet, dass Sie mögliche Aufträge, die durch
Empfehlungen eines zufriedenen Kunden entstehen würden,
verlieren. Arbeiten Sie in einer kleinen Branche, wo man
sich kennt, kann Ihre Unzuverlässigkeit sogar Kreise
ziehen.
Was
also tun, wenn Sie merken, dass es eng wird oder Sie irgendwas
verbockt haben?
Gleich
Bescheid sagen - mit konkretem Ausblick
Meistens
sieht man es kommen, wenn es eng wird - vielleicht sind
Sie froh über jeden Auftrag und nehmen schon ganz bewusst
zu viel an, nur um nichts absagen zu müssen. Das rächt
sich jedoch schnell.
Versprechen
Sie nie etwas, wenn Sie schon von vornherein wissen, dass
Sie es nicht einhalten können. Wenn Sie einen Auftrag
gerne haben möchten, aber wissen, dass Sie momentan
nicht können, bekennen Sie lieber Farbe. Oft gibt es
sogar Spielraum, so dass man ganz klar sagen kann: "Ich
würde sehr gerne für Sie arbeiten und auch diesen
Auftrag übernehmen - allerdings bin ich bis nächste
Woche noch sehr ausgelastet mit einem anderen Projekt. Können
wir es so machen, dass (und dann einen konkreten Vorschlag
bringen)?"
Dadurch
machen Sie auch Punkte, weil Sie so umsichtig und kompetent
agieren. Das schafft zusätzlich Vertrauen, selbst wenn
es für diesen Auftrag zeitlich dann doch nicht reichen
sollte.
Haben
Sie schon angenommen und sehen jetzt, dass Sie einen Termin
nicht einhalten können, dann ist es immer zu Ihrem
Vorteil, wenn Sie sich sofort bei Ihrem Kunden melden (am
besten anrufen! - schriftlich nur dann, wenn Sie Ihren Kunden
wirklich gar nicht erreichen).
Sagen
Sie nicht nur, dass Sie etwas nicht schaffen, sondern begründen
Sie idealerweise und liefern Sie einen Vorschlag mit, wie
es weitergehen soll. Wenn Sie eine Vereinbarung nicht einhalten
können, dann entschuldigen Sie sich auf jeden Fall.
Damit zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein und es kann sein,
dass der Kunde deswegen darüber hinwegsieht und Sie
auch künftig wieder beauftragt.
Wenn
Sie jedoch einfach einen Termin verstreichen lassen oder
von sich aus verschieben und so tun, als sei das ganz normal,
dann handeln Sie sich dadurch erhebliche Negativpunkte ein.
Wichtig:
Beschwichtigen Sie sich bitte nicht selbst. Manchmal merkt
man, dass es zeitlich eng wird, aber redet sich gerne ein,
dass es "schon irgendwie" gehen wird. Beschwichtigen
bringt gar nichts. Wenn Sie glauben, es wird doch noch klappen,
dann planen Sie konkret und ziehen es dann auch durch. Seien
Sie aber ehrlich und realistisch: Wunschdenken hilft weder
Ihnen noch Ihrem Kunden.
Ist
es passiert? - Schadensbegrenzung und/oder Entschuldigung
Wenn
Sie etwas versäumt haben, dann erstmal Ruhe bewahren
und schauen:
- Was
genau ist vorgefallen?
- Wie
schlimm ist mein Versäumnis (aus meiner Sicht)?
- Welche
Konsequenzen ergeben sich dadurch für meinen Kunden?
- Gibt
es die Möglichkeit, jetzt noch Schadensbegrenzung zu
machen?
Je konstruktiver Sie sich die Angelegenheit anschauen, desto
klarer Ihr Kopf und desto lösungsorientierter können
Sie Ihrem Kunden gegenüber auftreten. Und Sie können
dadurch auch für die Zukunft lernen.
Ihrem
Kunden gegenüber bitte niemals:
- rechtfertigen
oder Ausreden erfinden
- Fehler
aufrechnen, wenn Ihr Kunde seinerseits etwas versäumt
oder verzögert hat
- patzig
oder schnippisch werden (das kann einem schneller passieren,
als man denkt, wenn man mit einem ärgerlichen Kunden
konfrontiert ist, der sich vielleicht spontan im Ton vergreift).
Übernehmen Sie immer die Verantwortung und entschuldigen
Sie sich aufrichtig. Achten Sie dabei bitte darauf, keine
Floskeln zu verwenden. Ein "Sorry!" wirkt so,
als ob Sie dem Fehler keine Bedeutung beimessen, und ein
"Wird nicht mehr vorkommen" ist ebenfalls zu dahingesagt
und vor allen Dingen können Sie das in dieser Absolutheit
ja niemals versprechen.
Einer
aufrichtigen Entschuldigung gegenüber sind die meisten
Menschen aufgeschlossen - auch wenn es sich um einen kapitalen
Fehler handelt. Denn letztlich wissen wir alle, dass Fehler
passieren oder dass man sich auch einfach mal falsch verhält
- und schätzen es, wenn die Person, die den Fehler
gemacht hat, die Verantwortung dafür übernimmt
und um Verzeihung bittet.
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