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Sehr
viele Selbstständige nehmen keine Rücksicht auf
das Urheberrecht - manche denken, dass da schon nichts passieren
kann, viele andere sind sich dessen gar nicht bewusst. Das
kann allerdings sehr viel Ärger geben und sogar sehr
teuer werden: Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt
und dürfen nicht einfach so übernommen werden.
Hier
einige typische Situationen, mit denen sich Selbstständige
schnell ein Ei legen können.
Bilder"klau"
Besonders
bei Bildern ist vielen gar nicht bewusst, dass diese geschützt
sind. So sehe ich immer wieder Werbemittel, die sich mit
Bildern oder Comics schmücken:
- Der
Finanzdienstleister wirbt mit der Biene Maja.
- Der Gastronomiebetrieb macht Werbung mit Obelix.
- Der
Trainer peppt seine Unterlagen mit Dilbert-Cartoons auf.
- Die
eigene Website wird mit Fotos bestückt, die man im
Netz gefunden hat.
Das ist nicht erlaubt und es kann dazu führen, dass
man teure nachträgliche Nutzungsrechte bzw. Schadenersatz
bezahlen muss.
Für
bekannte Comic-Figuren gibt es in der Regel keine Erlaubnis
für derlei Zwecke: Die Vermarktungsregeln sind streng.
Bei einigen, z. B. Dilbert-Cartoons, kann man sich erkundigen
und klar umrissene Nutzungsrechte erwerben. Das ist jedoch
in der Regel eine teure Angelegenheit.
Gehen
Sie lieber auf Nummer sicher und nutzen Sie Fotos und Bilder,
die Sie entweder selbst erstellt haben (sofern die Qualität
stimmt) oder lassen Sie sich von jemandem aus Ihrem Bekanntenkreis
oder von Studenten einschlägiger Studiengänge
gegen geringes Honorar aushelfen.
Außerdem
gibt es Foto-CDs und Bildagenturen, bei denen man Nutzungsrechte
erwerben kann. Hier bitte auch immer das Kleingedruckte
lesen - denn nicht jede CD, auf der "lizenzfrei"
steht, ist tatsächlich für alle gewerblichen Nutzungen
kostenfrei.
Texte
übernehmen
Auch
Texte unterliegen dem Urheberrecht. Leider müssen wir
selbst immer wieder die Erfahrung machen, dass unsere Artikel
"geklaut" werden. Wir kennen aber auch zahlreiche
Geschäftspartner, denen das ebenso passiert:
- eine
Texterin findet ihre komplette Website bei einem anderen
Texter abgebildet: alle Angebots- und Introtexte werben
plötzlich für dessen Leistung
- der
Betreiber einer Berufswebsite findet seine kompletten Beschreibungs-
und Hilfetexte bei der Konkurrenz
- der
Anbieter von Online-Kursen findet einen kompletten Kurs
auf einer anderen Website: ein freiberuflicher Trainer bietet
den Kurs 1:1 als seinen eigenen an
- ein
Trainer schreibt seine gesamten Unterlagen aus Fachbüchern
ab, ohne die Quellen zu nennen
Das kann teuer werden. Wir geben mittlerweile jeden Fall
von Textklau sofort zu unserem Anwalt und in seltenen Fällen
geht es leider auch vor Gericht.
Doch
abgesehen von den rechtlichen Aspekten sollte man sich selbst
fragen: Warum komme ich auf die Idee, mich bei einem anderen
Anbieter zu bedienen?
Wenn
Sie gerade in einer Sackgasse stecken und beispielsweise
nicht über sich selbst schreiben können oder unter
Zugzwang stehen, eigenes Material zu produzieren, das aber
noch nie gemacht haben, dann ist die bessere Wahl, sich
dafür Hilfe zu suchen: entweder, indem Sie sich Literatur
besorgen oder einen Kurs besuchen. Oder aber einfach einen
anderen Dienstleister damit betrauen. Sie müssen nicht
alles selbst können!
Fragen
kostet nichts!
Sofern
Sie Bilder oder Texte gerne von jemand anderem übernehmen
möchten, fragen Sie einfach freundlich an! Mehr als
ein Nein riskieren Sie nicht, Sie können also nur gewinnen.
Positive
Beispiele:
- Der
Betreiber einer Website in der Einzelhandelsbranche möchte
professionelle Fotos von Lebensmitteln abbilden. Er fragt
bei entsprechenden Großhändlern nach, die ihre
Werbefotos gegen Namensnennung und Verlinkung gerne zur
Verfügung stellen.
- Eine
Fachzeitschrift möchte gerne den Artikel einer Journalistin
kostenfrei abdrucken. Man einigt sich darauf, dass diese
einen kleinen Werbekasten bekommt.
Nennen Sie den konkreten Einsatzbereich, was genau Sie gerne
übernehmen möchten, und fragen Sie nach, ob dies
möglich ist. Entweder durch einen ausführlichen
Urheberrechtsvermerk, wo neben dem Namen auch die Kontaktdaten
näher aufgeführt sind, so dass der Urheber etwas
davon hat. Oder aber indem Sie sich auf eine faire Bezahlung
einigen.
Wichtig:
Akzeptieren Sie ein Nein!
Sind
Sie selbst betroffen?
Natürlich
kann es auch passieren, dass Sie selbst "beklaut"
werden. In solchen Fällen können Sie entsprechende
Schritte einleiten, um Ihr Urheberrecht durchzusetzen.
Wenn
Sie mit eigenen Bildern und Texten nach außen gehen
- im Netz oder im Printbereich - lohnt es sich, sich mit
der Thematik Urheberrecht etwas näher auseinander zu
setzen. Sofern der Gang zum Anwalt unausweichlich ist, dann
wenden Sie sich am besten an einen spezialisierten Medienanwalt.
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