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Vorsicht: Urheberrecht!
  von Gitte Härter
 

Sehr viele Selbstständige nehmen keine Rücksicht auf das Urheberrecht - manche denken, dass da schon nichts passieren kann, viele andere sind sich dessen gar nicht bewusst. Das kann allerdings sehr viel Ärger geben und sogar sehr teuer werden: Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht einfach so übernommen werden.

Hier einige typische Situationen, mit denen sich Selbstständige schnell ein Ei legen können.

 

Bilder"klau"

Besonders bei Bildern ist vielen gar nicht bewusst, dass diese geschützt sind. So sehe ich immer wieder Werbemittel, die sich mit Bildern oder Comics schmücken:

- Der Finanzdienstleister wirbt mit der Biene Maja.
- Der Gastronomiebetrieb macht Werbung mit Obelix.

- Der Trainer peppt seine Unterlagen mit Dilbert-Cartoons auf.

- Die eigene Website wird mit Fotos bestückt, die man im Netz gefunden hat.


Das ist nicht erlaubt und es kann dazu führen, dass man teure nachträgliche Nutzungsrechte bzw. Schadenersatz bezahlen muss.

Für bekannte Comic-Figuren gibt es in der Regel keine Erlaubnis für derlei Zwecke: Die Vermarktungsregeln sind streng. Bei einigen, z. B. Dilbert-Cartoons, kann man sich erkundigen und klar umrissene Nutzungsrechte erwerben. Das ist jedoch in der Regel eine teure Angelegenheit.

Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und nutzen Sie Fotos und Bilder, die Sie entweder selbst erstellt haben (sofern die Qualität stimmt) oder lassen Sie sich von jemandem aus Ihrem Bekanntenkreis oder von Studenten einschlägiger Studiengänge gegen geringes Honorar aushelfen.

Außerdem gibt es Foto-CDs und Bildagenturen, bei denen man Nutzungsrechte erwerben kann. Hier bitte auch immer das Kleingedruckte lesen - denn nicht jede CD, auf der "lizenzfrei" steht, ist tatsächlich für alle gewerblichen Nutzungen kostenfrei.

 

Texte übernehmen

Auch Texte unterliegen dem Urheberrecht. Leider müssen wir selbst immer wieder die Erfahrung machen, dass unsere Artikel "geklaut" werden. Wir kennen aber auch zahlreiche Geschäftspartner, denen das ebenso passiert:

- eine Texterin findet ihre komplette Website bei einem anderen Texter abgebildet: alle Angebots- und Introtexte werben plötzlich für dessen Leistung

- der Betreiber einer Berufswebsite findet seine kompletten Beschreibungs- und Hilfetexte bei der Konkurrenz

- der Anbieter von Online-Kursen findet einen kompletten Kurs auf einer anderen Website: ein freiberuflicher Trainer bietet den Kurs 1:1 als seinen eigenen an

- ein Trainer schreibt seine gesamten Unterlagen aus Fachbüchern ab, ohne die Quellen zu nennen


Das kann teuer werden. Wir geben mittlerweile jeden Fall von Textklau sofort zu unserem Anwalt und in seltenen Fällen geht es leider auch vor Gericht.

Doch abgesehen von den rechtlichen Aspekten sollte man sich selbst fragen: Warum komme ich auf die Idee, mich bei einem anderen Anbieter zu bedienen?

Wenn Sie gerade in einer Sackgasse stecken und beispielsweise nicht über sich selbst schreiben können oder unter Zugzwang stehen, eigenes Material zu produzieren, das aber noch nie gemacht haben, dann ist die bessere Wahl, sich dafür Hilfe zu suchen: entweder, indem Sie sich Literatur besorgen oder einen Kurs besuchen. Oder aber einfach einen anderen Dienstleister damit betrauen. Sie müssen nicht alles selbst können!

 

Fragen kostet nichts!

Sofern Sie Bilder oder Texte gerne von jemand anderem übernehmen möchten, fragen Sie einfach freundlich an! Mehr als ein Nein riskieren Sie nicht, Sie können also nur gewinnen.

Positive Beispiele:

- Der Betreiber einer Website in der Einzelhandelsbranche möchte professionelle Fotos von Lebensmitteln abbilden. Er fragt bei entsprechenden Großhändlern nach, die ihre Werbefotos gegen Namensnennung und Verlinkung gerne zur Verfügung stellen.

- Eine Fachzeitschrift möchte gerne den Artikel einer Journalistin kostenfrei abdrucken. Man einigt sich darauf, dass diese einen kleinen Werbekasten bekommt.


Nennen Sie den konkreten Einsatzbereich, was genau Sie gerne übernehmen möchten, und fragen Sie nach, ob dies möglich ist. Entweder durch einen ausführlichen Urheberrechtsvermerk, wo neben dem Namen auch die Kontaktdaten näher aufgeführt sind, so dass der Urheber etwas davon hat. Oder aber indem Sie sich auf eine faire Bezahlung einigen.

Wichtig: Akzeptieren Sie ein Nein!

 

Sind Sie selbst betroffen?

Natürlich kann es auch passieren, dass Sie selbst "beklaut" werden. In solchen Fällen können Sie entsprechende Schritte einleiten, um Ihr Urheberrecht durchzusetzen.

Wenn Sie mit eigenen Bildern und Texten nach außen gehen - im Netz oder im Printbereich - lohnt es sich, sich mit der Thematik Urheberrecht etwas näher auseinander zu setzen. Sofern der Gang zum Anwalt unausweichlich ist, dann wenden Sie sich am besten an einen spezialisierten Medienanwalt.

   
   
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