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In jeder
Phase des Kundenkontaktes sind gute Argumente wichtig:
- wenn
Sie Ihr Unternehmen und Ihre Leistungspalette darstellen
(Liefern Sie gute Gründe, Sie zu beauftragen, oder
sprechen Sie nur aus Ihrer Sicht?)
- wenn
es um einen konkreten Auftrag geht sowie den Umfang und
die Ausgestaltung der Zusammenarbeit geht (Bieten Sie von
Kundenwarte aus wahren Mehrwert?)
- wenn
es um Verhandlungen aller Art geht (Untermauern Sie Ihr
Angebot oder ergehen Sie sich in Allgemeinplätzen oder
bringen sich selbst schnell vom Kurs ab?)
Ob Sie neue Kunden gewinnen und zu welchen Konditionen Sie
Aufträge erhalten, hängt von guten Argumenten
ab - und natürlich auch davon, wie Sie diese anbringen.
Hier nutzen viele Selbstständige leider das Potenzial
nicht!
"Werbegeplapper"
und Selbstverständlichkeiten
Ein
Unternehmen gut zu präsentieren und Werbung für
sich zu machen, wird leider allzu oft mit "bloßem
Werbegeplapper" gleichgesetzt: Da wird einerseits mit
Worthülsen gearbeitet ("Wir sind Profis.",
"Wir stehen für Qualität."), die im
besten Falle stimmen, aber selbst dann kaum mehr ernst genommen
werden. Andererseits wird mit Dingen geworben, die man als
Kunde ohnehin voraussetzt (Zuverlässigkeit, Termintreue,
Fachwissen ...).
Natürlich
sind auch "selbstverständliche" Eigenschaften
und Qualitäten dieser Art ein gutes Argument, aber
nur, wenn man sie auch entsprechend formuliert. Und vor
allen Dingen: Wenn man sie nicht als einzigen Anreiz, einen
Auftrag zu erteilen, ins Feld führt.
Stellen
Sie sich vor, Sie suchen einen Dienstleister und fragen
diesen, warum Sie ausgerechnet ihm den Auftrag geben sollten.
Wären Sie beeindruckt, wenn der einzige Grund der ist,
dass er "sein Handwerk beherrscht"? Oder "pünktlich
abliefert"?
Übung:
1. Prüfen
Sie Ihren Unternehmensauftritt
-> Werbemittel
-> Ihre Website
-> Mailings und sonstige Korrespondenz
auf Worthülsen dieser Art.
2. Wie
können Sie die Grundaussage individueller und überzeugender
formulieren?
Aus
Kundensicht
Klickt
man sich willkürlich durch Unternehmenswebsites und
liest die Selbstdarstellung durch, fällt ein klassischer
Fehler immer wieder auf: Es wird zu wenig aus Kundensicht
formuliert.
Wir
machen dies und jenes ...
Uns ist xy wichtig ...
Ich will/tue/möchte/kann ...
Unterscheiden
Sie genau, wann die Ich-Perspektive wichtig und angebracht
ist (zum Beispiel, wenn Sie sich selbst vorstellen oder
auch eine eigene Ansicht mitteilen möchten), und wann
es Ihnen eigentlich darum geht, den Kunden zu erreichen.
Beispiel:
Wenn mich Aufträge fordern, laufe ich zur Höchstform
auf.
Das
mag aus der eigenen Perspektive eine richtige Aussage sein.
Für einen potenziellen Kunden ist das weder wichtig
noch ansprechend. Ganz im Gegenteil: Dieser Satz kann auch
so interpretiert werden, dass die Person unter ihren Möglicheiten
bleibt oder sich einfach nicht anstrengt, wenn sie sich
zu wenig gefordert fühlt.
Argumentieren
im Gespräch
Zwei
übliche Szenarien:
->
Ein potenzieller Auftraggeber fragt Sie, warum er Sie beauftragen
soll: Was bieten Sie? Was hebt Sie vielleicht sogar von
Mitbewerbern ab?
->
Sie haben ein Angebot abgegeben und nun möchte man
Sie herunterhandeln. Sie möchten Ihr Angebot jedoch
vertreten und Leistungen und Konditionen gut begründen.
Erstaunlich
oft sind Selbstständige darauf nicht vorbereitet. Dabei
gehört es zum Alltag! Außerdem sind es grundsätzliche
Themen, über die Sie klare Vorstellungen haben sollten:
Übung:
1. Was
macht Sie aus? Warum sollte man mit Ihnen zusammenarbeiten?
Was bieten Sie?
Dabei
ist es übrigens nicht wichtig, sich mit anderen zu
vergleichen! Wenn mich jemand fragt, warum ich ein besserer
als Coach bin als jemand anders, lache ich immer und sage:
"Das kann und will ich nicht beantworten. Denn ich
weiß nicht, ob ich der bessere' Coach bin. Was
wäre auch der Maßstab dafür? - Und es ist
mir auch egal. Ich kann Ihnen sagen, warum ICH ein guter
Coach bin und wie ich arbeite."
Werden
Sie sich also darüber klar, warum Sie - persönlich
und fachlich - gut in Ihrem Bereich sind und warum man mit
Ihnen arbeiten sollte. Denken Sie dabei an die Übung
weiter oben und lösen Sie sich von inflationären
Floskeln und Selbstverständlichkeiten.
2. Immer, wenn Sie ein Angebot erstellen oder mit einem
potenziellen oder bestehenden Kunden über die Ausgestaltung
eines Auftrages diskutieren, sollten Sie sich vorher klar
machen, welche inhaltlichen Argumente es für die einzelnen
Aspekte des Auftrages gibt. Das kann bedeuten, dass Sie
konkrete Details erklären (z. B. näher erläutern,
warum Sie eine bestimmte Stundenanzahl zugrunde legen oder
wie sich Materialkosten zusammensetzen).
Das
bezieht sich aber auch auf Grundsätzliches: Vielleicht
machen Sie es wie ich und kalkulieren von Haus aus korrekt
(also ohne künstliche Aufschläge auf Preise, um
Verhandlungsspielraum zu haben, oder ohne Spielraum bei
der vereinbarten Dauer). Das ist nicht nur eine klare inhaltliche
Aussage, sondern sie vermittelt auch folgendes Bild: "Ich
kalkuliere immer fair und realistisch. Bei mir finden Sie
keine versteckten Aufschläge - entsprechend gibt es
beim Preis auch nichts zu handeln. Lassen Sie uns gerne
nochmal sehen, wie wir den Auftrag verändern könnten.
Vielleicht möchten Sie anderes Material verwenden oder
einige Leistungen selbst übernehmen."
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