|
Achtung,
jetzt wird's unbequem: Sind Sie eigentlich feige? Lassen
Sie Ihren Mitarbeitern Dinge durchgehen, obwohl Sie sehr
genau wissen, dass Sie längst hätten einschreiten
müssen?
Chef/in
zu sein ist, das können wir nicht oft genug betonen,
eine echt schwierige Angelegenheit. Und ganz viele Führungskräfte
sind fachlich sehr gut, kennen die Firma aus dem Effeff,
sind Dienstälteste und total routiniert in allen Abläufen
- aber mit der Personalverantwortung kommt eine Riesenladung
weiterer Anforderungen auf sie zu. Damit sind viele Menschen
einfach hin und wieder überfordert.
Als
ich noch angestellt war und frisch zum Sales Manager gemacht
wurde und damit plötzlich Personalverantwortung für
über ein Dutzend Mitarbeiter hatte, wunderte ich mich:
"Jetzt hab ich also eine neue Visitenkarte, aber zeigen
tut mir das mit der Mitarbeiterführung irgendwie keiner."
Wenn
Ihnen das auch so ging, können Sie von Glück sagen,
wenn Sie eine klare eigene Linie haben, auf Ihre Kommunikation
achten und ein ehrliches Interesse an Ihren Mitarbeitern
haben. Denn das ist schon die halbe Miete.
Wenn
Sie aber eher nicht jemand sind, der sagt: "Hey, das
geht so aber nicht!", sondern glauben, dass jeder Mitarbeiter
immer super ist und wir Erwachsenen alle eigenverantwortlich
handeln, dann muss ich diesen Gedankenballon jetzt platzen
lassen. Denn natürlich - das wissen wir beide - ist
das so nicht: Genauso wie es schlechte Chefs gibt, die nicht
kompetent sind oder schon kompetent, aber launisch oder
unfair oder die bestimmte Mitarbeiter vorziehen, gibt es
Mitarbeiter, die schlecht arbeiten, die eine Fresse ziehen
und die ganze Abteilung damit runterziehen, die Spielchen
mit Kollegen treiben (was nicht immer auch so richtig böse
Absicht sein muss). Es gibt schlechte Gewohnheiten, die
allmählich einreißen: das Zuspätkommen in
der Früh, die überzogene Mittagspause ... Und
es gibt ganz liebe Mitarbeiter, die mit großem Engagement
Dinge zu langsam oder verkehrt machen.
Die
Folgen, wenn Sie nichts machen
Wenn
Sie nicht eingreifen, und zwar sofort, wenn es Grund dazu
gibt, dann werden Sie Ihrer Aufgabe als Vorgesetzte/r nicht
gerecht.
Sie
blockieren Mitarbeiter: die, die nicht so gut sind und mit
Unterstützung besser werden könnten und die, die
gut und motiviert sind durch die, die schlecht sind.
Sie
demotivieren die guten Mitarbeiter, wenn Sie anderen ungutes
Verhalten durchgehen lassen oder wenn die guten für
die schlechten nacharbeiten müssen.
Sie
fühlen sich schlecht, weil Sie nichts tun und unter
den Konsequenzen leiden müssen (und die werden größer).
Sie
verlieren Ansehen bei Ihren Mitarbeitern - wohlgemerkt auch
bei denen, die Fehlverhalten zeigen. Denn auch wenn sich
niemand freut, wenn er zur Rede gestellt wird, so möchte
doch jeder Mitarbeiter eine richtige Führungspersönlichkeit
als Chef/in haben.
Sie
lassen sich auf der Nase rumtanzen ... was dazu führt,
dass man Sie und Ihre Anweisungen, wenn es dumm läuft,
gar nicht mehr ernst nimmt. Und das ist dann wie mit den
Ringen im See, die von einem hineingeworfenen Stein ausgelöst
werden. Sie werden größer und größer.
Mir
sind schon manches Mal die Ohren fast abgefallen, wenn ich
höre, was sich manche Führungskräfte so bieten
lassen - bis hin zu regelmäßigem Zuspätkommen
oder regelrechter Arbeitsverweigerung, sprich der Aussage,
eine Arbeit nicht "tun zu wollen", obwohl diese
zum Aufgabengebiet gehört.
Die
klare Linie, die von Ihnen sogar erwartet wird!
Dass
Sie vor manchen Situationen zurückscheuen, dass Ihnen
vielleicht sogar etwas die Knie zittern - oder dass Sie
aufgrund bisheriger Erfahrungen regelrecht resigniert haben,
das kann passieren. Das können Sie sich aber nicht
leisten.
Als
Führungskraft dürfen Sie Angst haben, aber Sie
müssen es dennoch anpacken. Sie dürfen unsicher
sein, wie Sie am besten mit einem Mitarbeiter über
seine schlechte Performance oder Fehlverhalten sprechen
- aber die Frage ist niemals, OB Sie das tun.
Das
ist zudem eine große Chance für Sie als Mensch
("Was
mir das Chef-Sein persönlich gebracht hat").
Sie wachsen dadurch und werden nach und nach ein/e richtige/r
Vorgesetzte/r, de/die auch in schwierigen Situationen selbstbewusst,
klar und rechtzeitig handelt!
|