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Wenn
die Stimmung im eigenen Team nicht besonders gut ist und
die Atmosphäre leidet, fühlen sich viele Vorgesetzte
selbst äußerst unwohl oder gar überfordert.
Beispielsweise, weil sie auf das rein Fachliche fokussiert
sind und sich eigentlich mit solchem "Kinderkram"
nicht befassen wollen. Oder weil sie nicht wissen, ob sie
überhaupt etwas unternehmen sollen und wie sie vorgehen
könnten. Auch wenn all das sehr verständlich ist:
Es ist enorm wichtig, dass Sie als Vorgesetzter schlechte
Stimmung nicht einfach hinnehmen oder darüber hinwegsehen.
Wenn
sich die Stimmung in Ihrem Team zum Schlechteren verändert
oder gar schon dicke Luft herrscht, sollten Sie die Sache
nicht auf sich beruhen lassen. Natürlich gibt es Teams,
die sich eigenständig um ihre Dinge kümmern und
Schwierigkeiten alleine lösen können - aber die
sind eher selten. Die Gefahr, dass sich die Situation verschlechtert
und Zusammenarbeit wie Atmosphäre immer stärker
leiden, ist sehr groß.
Sie
als Chef sind gefragt
Abgesehen
davon, dass sich kritische Situationen nur selten durch
Zeitablauf entspannen und erledigen, gehört es zu einer
Führungsposition einfach dazu, sich aktiv um die Stimmung
unter den eigenen Leuten zu kümmern. Für gute
Zusammenarbeit und gute Arbeitsergebnisse zu sorgen, das
Team zusammenzuhalten und die Mitarbeiter bei der Lösung
von Schwierigkeiten und Konflikten zu unterstützen,
sind zentrale Führungsaufgaben. Wer diesen nicht nachkommt,
verliert recht schnell an Wertschätzung und Rückhalt.
Vorsicht
Falle: schönreden oder so tun, als ob nichts wäre
Manchmal
versuchen Vorgesetzte, schlechte Stimmung zu entspannen
und zu verbannen, indem sie alles schönreden und über
die Schwierigkeiten hinwegsehen ("Wir sind so ein super
Team und haben unsere Ziele voll erreicht. Weiter so!").
Auch wenn das durchaus positiv und anregend gemeint ist,
kommt das bei den wenigsten gut an. Die meisten fühlen
sich entweder nicht ernst genommen oder zweifeln an den
Qualitäten ihres Vorgesetzten ("Sieht er/sie tatsächlich
nicht, was hier los ist? Oder ist er/sie zu feige, um etwas
zu unternehmen?!").
Wie
Sie mit unangenehmen und kritischen Situationen umgehen,
hat sehr große Auswirkungen darauf, welches Image
Sie als Chef genießen und wie es um Ihr Team bestellt
ist. Aus diesem Grunde sollten Sie sehr aufmerksam sein,
wenn sich die Stimmung in Ihrem Team veschlechtert - und
aktiv werden. Beispielsweise so:
Beobachten, was genau passiert
Bevor
Sie in Aktion treten, ist es sehr hilfreich, die Situation
zu analysieren. Wenn Sie gleich loslegen und beispielsweise
Ihre Leute um sich versammeln, um über die "schlechte
Stimmung" zu diskutieren, sollten Sie genau wissen,
wovon Sie sprechen und was Sie meinen.
Sie
können beobachten:
Wie genau äußert sich die schlechte Stimmung?
Von wem geht sie aus?
Sind alle Mitarbeiter beteiligt?
Geht es um bestimmte Situationen? Um welche?
Auf wen wirkt sich die schlechte Stimmung noch aus (z. B.
auf Kollegen in anderen Abteilungen, auf Kunden, auf Lieferanten
usw.)?
Es ist
sehr hilfreich, Informationen dieser Art zu sammeln. Denn
auf dieser Basis können Sie ganz gezielt entscheiden,
was Sie unternehmen und was genau Sie ansprechen werden.
Nachdenken, woran es liegen könnte, und Beobachtungen
analysieren
Manchmal
lässt sich ein Knick in der Stimmung konkreten Vorfällen
zuordnen. Vielleicht hat sich vor kurzer Zeit etwas wenig
Erfreuliches ereignet, z. B. eine unangenehme Ansprache
des Oberchefs, die Ankündigung von Umstrukturierungen,
jemand ist entlassen worden usw. Vielleicht ist zwischen
Ihnen und einem Mitarbeiter/dem ganzen Team etwas vorgefallen,
was nie wirklich geklärt worden ist. Vielleicht stehen
Ihre Leute seit Monaten stark unter Druck, weil sie sehr
viel zu tun haben und es immer wieder Engpässe gibt,
wenn jemand krank wird oder in Urlaub geht. Überlegen
Sie, ob es irgendetwas gibt, das Ihrer Meinung nach die
Stimmung negativ beeinflussen könnte. Wenn Sie einen
"Verdacht" haben, können Sie sich auf ein
Gespräch mit Ihrer Mannschaft vorbereiten, Ihre Gedanken
einbringen und mögliche Lösungsvorschläge
machen.
Das Gespräch vorbereiten
Egal
ob Sie einzelne Mitarbeiter oder Ihr ganzes Team auf das
Thema ansprechen möchten: Es ist sehr hilfreich, sich
intensiv auf das Gespräch vorzubereiten. Sie können
sich beispielsweise darüber Gedanken machen:
Was
genau meinen Sie mit "schlechter Stimmung"?
Was konkret haben Sie beobachtet, gehört und gesehen?
Haben Sie selbst Erklärungen dafür und welche?
Welche Mitarbeiter wollen Sie ansprechen?
Welche Lösungsvorschläge haben Sie?
Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Leute?
Welches Ziel haben Sie für das Gespräch/die Gespräche?
Vorsicht Falle: "Kinderkram!"
Auch
wenn Sie selbst wenig anfällig für Stimmungsschwankungen
sind und die schlechte Stimmung nicht nachvollziehen können,
sollten Sie die Sache auf keinen Fall ins Lächerliche
ziehen, nicht ernst nehmen und als "Kinderkram"
oder sowas abtun. Denn Ihre Mitarbeiter kommen - aus welchen
Gründen auch immer - einfach nicht klar und brauchen
Unterstützung von außen. Wenn Sie als Vorgesetzter
das nicht ernst nehmen, ist es sehr schwer, die Sache wieder
ins Lot zu bringen.
Das Gespräch suchen
Wenn
Sie Klarheit über die Situation gewonnen haben, können
Sie entscheiden, mit wem, in welcher Reihenfolge und wann
Sie sprechen möchten. Sie können:
·
nur ganz bestimmte Mitarbeiter ansprechen
· Einzelgespräche mit allen Ihren Leuten suchen
· Teamgespräch/e organisieren
· zuerst Einzelgespräche führen und dann
Teammeetings
Niemand
arbeitet gerne in einer schlechten Atmosphäre und niemand
verbreitet gerne negative Stimmung - auch wenn es manchmal
von außen so aussehen kann. Deshalb ist es sehr hilfreich,
den Mitarbeitern klar vor Augen zu führen, wie sie
sich selbst schaden und sich gegenseitig das Leben schwer
machen.
Sehr
wichtig ist, dass Sie einerseits herausfinden, was dahintersteckt
und welche Ursachen/Auslöser es für die negative
Stimmung gibt - und Verständnis dafür haben und
zeigen. Und dass Sie andererseits Ihren Leuten offen und
unmissverständlich sagen, was Sie in Zukunft von ihnen
erwarten - und Ihr Team dazu animieren, gemeinsam Lösungen
zu finden und umzusetzen.
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