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Partnerschaftlich
zu führen und auch als Chef ein guter Teamplayer zu
sein, steht hoch im Kurs. Das ist sehr positiv, birgt aber
auch Gefahren, wenn man zu stark oder gar ausschließlich
in diese Richtung tendiert. Denn es kann dazu führen,
dass man die Dinge schleifen lässt und die Führungsrolle
nicht wirklich ausfüllt. Natürlich ist das verständlich:
Denn großzügig zu sein und eben nicht die Autorität
rauszuhängen, ist meistens einfacher und bequemer und
kommt erstmal gut an. Aber um als Führungskraft wirklich
ernst genommen und respektiert zu werden, ist Konsequenz
und die damit verbundene Strenge enorm wichtig - egal wie
altmodisch sich das auch anhören mag.
Der
Begriff Konsequenz ist bei vielen Menschen - auch bei Vorgesetzten
- negativ besetzt und lässt sie spontan und ausschließlich
an unterbuttern, bestrafen, übertrieben streng und
pingeling sein usw. denken. Das ist schade, denn konsequentes
Verhalten muss keineswegs negativ, unangenehm und einengend,
sondern kann sehr wohl positiv und konstruktiv sein. Wie
immer kommt es darauf an, wie Konsequenz in der Praxis aussieht
und welche Motivation dahintersteckt.
Die
positiven Auswirkungen von Konsequenz
Konsequenz
sollte kein Selbstzweck oder das allerletzte Mittel sein,
wenn man sich sonst nicht mehr zu helfen weiß ("Ich
habe alles probiert, jetzt bleibt mir keine andere Wahl
mehr als hart durchzugreifen!"). Konsequenz ist dann
am hilfreichsten für alle Beteiligten, wenn Sie als
Vorgesetzter sie als Mittel sehen und nutzen, um Ihren Laden
möglichst gut zu schmeißen und Ihren Mitarbeitern
sowohl Orientierung zu geben als auch sie in die Pflicht
zu nehmen.
Hier
nur ein paar Beispiele dafür, warum es sich lohnt,
als Vorgesetzter konsequent zu sein:
- Ihre Mitarbeiter erwarten von Ihnen einfach, dass Sie
konsequent sind. Sie sind nun mal der Chef und Konsequenz
gehört für die allermeisten Leute einfach dazu
- egal wie gut kumpelhafte Vorgesetzte oberflächlich
betrachtet ankommen mögen. Dass Führungskräfte
letztlich die Verantwortung haben und es ihre Aufgabe ist,
die Zusammenarbeit so reibungslos wie möglich zu gestalten
- und das erfordert nun mal Konsequenz, ist eine ganz normale
Erwartung.
- Wie
konsequent Sie als Chef sind, hat sehr große Auswirkungen
auf Ihr Image. Es ist sehr sehr schädlich, wenn eine
Führungskraft Dinge schleifen lässt, zu lasch
erscheint oder gar Konsequenzen ankündigt und dann
passiert: nichts. Die Gefahr ist sehr groß, dass so
jemand nicht ernst genommen und auch ausgenutzt wird.
- Da
Konsequenz viel mit Klarheit, Berechenbarkeit und Orientierung
zu tun hat, macht sie allen Beteiligten das Leben leichter.
Die Mitarbeiter wissen genau, woran sie sind und welche
Grenzen es gibt. So ist es für Sie als Chef leichter,
Ihre Mitarbeiter zu führen, und für Ihre Mitarbeiter
leichter, sich von Ihnen führen zu lassen.
Übrigens: Chefs, die zu lange zu wenig konsequent waren,
wissen sich in schwierigen Situationen oft nicht anders
zu helfen, als zur härtesten Variante der Konsequenz
zu greifen und voll auf den Tisch zu hauen. Die Gefahr,
dass es dann zu Autorität im negativsten Sinne, Willkür
und Unterdrückung kommt, ist sehr groß. Viel
besser ist es, im ganz normalen Arbeitsalltag und ständig
ein gesundes und hilfreiches Maß an Konsequenz zu
leben. Dann haben solche Auswüchse, die sehr schlimm
und destruktiv sein können, keine Chance.
Konsequent
sein in der Praxis
Beim
Stichwort Konsequenz denken viele nur an Regelübertretungen
und dass man dann sofort aktiv werden muss. Das gehört
natürlich dazu, ist aber bei weitem nicht alles. Konsequenz
ist eine grundsätzliche Einstellung, die sich im gesamten
Verhalten und Auftreten widerspiegelt.
Hier
ein paar Beispiele, wie Sie als Chef Konsequenz leben und
vorleben können:
- auch bei kleinen Verstößen gegen Vereinbarungen
sofort reagieren
Der
größte "Feind" der Konsequenz ist die
Bequemlichkeit - und deshalb lässt man sich leicht
dazu verführen, über "Kleinigkeiten"
hinwegzusehen und erstmal abzuwarten. Beispielsweise dann,
wenn (neue) Mitarbeiter ein bisschen zu spät kommen
oder die Mittagspause überziehen, ab und zu mal eine
Rauchpause einlegen, obwohl das offiziell nicht erlaubt
ist, es nicht so genau nehmen mit den "Küchenregeln"
usw. Dabei sind all das gute Gelegenheiten, um die eigene
Konsequenz zu trainieren und den Mitarbeitern klare und
unmissverständliche Botschaften zu geben. Außerdem:
Je schneller Sie eingreifen, umso souveräner und ruhiger
können Sie das machen.
- bei Animositäten in Aktion treten
Auch
hier ist die Versuchung groß, wegzugucken und zu hoffen,
dass die Dinge sich von selbst regeln werden. Geben Sie
sich einen Ruck, nehmen Sie die Betroffenen zur Seite und
sprechen Sie die Sache offen und klar an. Je früher
Sie in Aktion treten, umso leichter lassen sich Missverständnisse
klären bzw. Schwierigkeiten anpacken. Außerdem
zeigen Sie unmissverständlich, dass Sie präsent
sind und sich konsequent einmischen, wenn Ihnen etwas gegen
den Strich geht oder Ihre Leute offensichtlich Unterstützung
brauchen.
- handeln, wenn Sie mit den Leistungen nicht einverstanden
sind
Warten
Sie nicht die nächste offizielle Gelegenheit ab, wenn
Mitarbeiter Ihre Erwartungen nicht erfüllen und/oder
ihre Ziele nicht erreichen. Zeigen Sie Konsequenz und organisieren
Sie sofort Gespräche unter vier Augen.
- für die Einhaltung von Terminen sorgen
Lassen
Sie es auf keinen Fall zu, dass Deadlines nicht eingehalten
werden. Sprechen Sie die betroffenen Mitarbeiter an und
klären Sie, was los ist. Nehmen Sie Ihre Leute in die
Pflicht, sprechen Sie mit ihnen über Schwierigkeiten,
Hindernisse und Lösungen. Vereinbaren Sie klare Regeln
und Vorgehensweisen, beispielsweise auch über Zwischenberichte.
- Prozesse
und Änderungen durchsetzen
Wenn
Umstrukturierungen und Veränderungen auf dem Plan stehen,
ist es sehr wichtig, dass Sie als Chef dranbleiben und regelmäßig
gucken und darüber sprechen, wie die Dinge sich entwickeln.
Zum einen, um die Sache voranzutreiben und dafür zu
sorgen, dass die Entscheidungen auch in die Praxis umgesetzt
werden. Zum anderen, um als Chef präsent zu sein und
Konsequenz zu beweisen.
- die
eigenen Versprechen einhalten
Das
ist enorm wichtig und spielt eine große Rolle dafür,
wie ernst Sie als Vorgesetzter genommen werden und wie sehr
man Ihnen vertraut. Egal ob es sich um Positives oder um
angekündigte Sanktionen handelt: Lassen Sie sie Wirklichkeit
werden. Falls das mal nicht möglich sein sollte, erklären
Sie es Ihren Leuten. Gehen Sie auf keinen Fall stillschweigend
darüber hinweg!
Darüber
hinaus ist Konsequenz auch im Hinblick auf das eigene Verhalten
sehr wichtig. Wie Sie als Vorgesetzter Ihre eigenen Aufgaben
erfüllen und Ihre Deadlines einhalten, wie ernst Sie
Vereinbarungen nehmen und wie intensiv Sie getroffene Entscheidungen
mittragen, ja auch "Kleinigkeiten", beispielsweise
wie Sie mit den verschiedensten Regeln und Gepflogenheiten
umgehen (z. B. ob Sie selbst die Küchenregeln einhalten
oder nicht), hat enorme Auswirkungen. Je mehr Konsequenz
und damit Zuverlässigkeit Sie in eigener Sache beweisen,
umso leichter und lieber werden Ihre Mitarbeiter es annehmen
können, wenn Sie ihnen gegenüber Konsequenz an
den Tag legen.
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