|
"Was
mein Vorgesetzter den ganzen Tag macht? ... Gute Frage!
So genau weiß ich das gar nicht." Viele Mitarbeiter
haben nur eine vage Vorstellung davon, welche Aufgaben ihre
Chefs haben und wofür diese Zeit und Energie investieren.
Das ist schade: Denn dieser Mangel an Information kann leicht
zu falschen Einschätzungen oder gar zu Unmut führen
("Wofür kriegt der/die eigentlich mehr Geld als
ich?").
Vielleicht
gehören auch Sie zu den Vorgesetzten, die sich mehr
Wertschätzung von den eigenen Mitarbeitern wünschen.
Vielleicht haben auch Sie den Eindruck, dass keiner von
Ihren Leuten sieht, was Sie wirklich leisten und Tag für
Tag am Buckel haben, sondern alles für selbstverständlich
nehmen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Ihre
Mitarbeiter einfach viel zu wenig von Ihnen mitbekommen
und Ihre Arbeit nicht wirklich einschätzen können.
Übung:
die Lage analysieren
Es ist
sehr hilfreich, sich mit Fragen wie diesen zu beschäftigen:
- Was
wissen meine Leute über meinen Aufgabenbereich?
- Wie
viel bekommen meine Mitarbeiter automatisch und im Arbeitsalltag
davon mit?
- Wie
oft rede ich über meine konkreten Aufgaben, Verantwortlichkeiten
und Aktivitäten?
- Welche
Gelegenheiten habe ich bisher genutzt, um darüber zu
erzählen?
Natürlich geht es nicht darum, sich wichtig zu machen
und den Mitarbeitern zu zeigen, wie wahnsinnig viel man
zu tun hat und wie schwer und verantwortungsvoll so eine
Führungsposition ist. Es geht nur darum, sich mit den
Mitarbeitern auszutauschen und auf ihr begründetes
Interesse an den Chefaktivitäten einzugehen: Denn es
ist normal und verständlich, dass sie sich für
die Tätigkeiten ihres/r Vorgesetzten interessieren
- ganz besonders dann natürlich, wenn diese nicht offensichtlich
sind (z. B. weil er/sie viel unterwegs ist oder meistens
im eigenen Büro arbeitet).
Tipp: auch die Führungsfunktion thematisieren
Am interessantesten
und aufschlussreichsten ist es, wenn Sie Ihren Mitarbeitern
nicht nur die "nackten" Tätigkeiten präsentieren
(z. B. Ihre administrativen und inhaltlichen Aufgaben),
sondern auch über die für Außenstehende
meist unsichtbaren Aspekte Ihrer Führungstätigkeit
sprechen. Beispielsweise darüber, wie Sie Ihre Leute
und die Arbeitsergebnisse "nach oben" vertreten,
wie Sie mit der Verantwortung für die Qualität
der Arbeit umgehen, wie Sie mit den anderen Managern zusammenarbeiten
usw. So bekommen Ihre Leute ein viel plastischeres und runderes
Bild von Ihnen und Ihrem komplexen Aufgabengebiet.
Verschiedene
Gelegenheiten nutzen, um Ihre Aufgaben zu kommunizieren
Es gibt
eine Reihe von Gelegenheiten, die Sie nutzen bzw. schaffen
können, um Ihre Mitarbeiter darüber zu informieren,
welchen Beitrag Sie als Chef zum Ganzen leisten. Hier nur
ein paar Beispiele:
o Teammeetings
Sie
können im Rahmen von Besprechungen mit Ihrem ganzen
Team Ihre Aufgaben und Ihre Arbeit zum Thema machen. Je
nachdem, was am sinnvollsten ist: entweder regelmäßig
oder bei Bedarf, also beispielsweise wenn Sie bestimmte
Projekte durchzuziehen/durchgezogen haben.
o nach Dienstreisen, Managementbesprechungen usw.
Besondere
Ereignisse sind eigentlich DIE Gelegenheiten, um die Mitarbeiter
um sich zu versammeln und über das Wesentliche zu berichten.
So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen
vermitteln Sie Ihren Leuten ein klares Bild Ihrer Aktivitäten.
Zum anderen machen Sie Dinge transparent. Und das ist viel
sinnvoller und besser, als die Mitarbeiter im Dunkeln und
darüber spekulieren zu lassen, was wohl wieder über
die Bühne gegangen sein wird.
o Projektarbeit, Verteilung von Aufgaben usw.
Auch
das sind gute Gelegenheiten, um Ihren eigenen Anteil am
Ganzen klarzumachen und mitzuteilen, um was konkret Sie
sich kümmern werden, in welchen Fragen Sie der Ansprechpartner
sind usw. So bringen Sie nicht nur Struktur und Klarheit
rein, sondern Ihre Mitarbeiter bekommen auch ganz nebenbei
einen Teil Ihrer Aufgaben mit.
Tipp: eine extra Präsentation ansetzen
Wer
eine Führungsposition übernimmt, sollte am Anfang
auf jeden Fall eine kurze und prägnante Präsentation
halten, um sich selbst und das eigene Aufgabengebiet vorzustellen.
Doch auch später kann das sehr hilfreich und nützlich
sein, beispielsweise wenn man bisher noch nie explizit darüber
gesprochen hat, wenn neue Aufgabengebiete dazukommen usw.
Sie
tun nicht nur Ihren Leuten, sondern vor allem sich selbst
einen Gefallen, wenn Sie Ihre Mannschaft in Ihre Aktivitäten
als Chef "einweihen" und transparent machen, wie
Sie Ihre Zeit investieren. Weil es nur so überhaupt
möglich ist, dass Ihre Mitarbeiter Ihren Beitrag erkennen
und fair einschätzen. Weil Sie nur dann mehr Verständnis
von Ihren Leuten bekommen können, wenn diese die Komplexität
Ihres Aufgabenfeldes kennen. Und weil es sehr motivierend
wirkt, wenn Sie als Chef die Mitarbeiter einbeziehen und
Dinge transparent machen.
|