|
Im Englischen
gibt es ja den Spruch "There is no I' in team'".
Und diese Haltung wird leider nur allzu häufig gelebt:
Der Einzelne kommt nicht mehr vor oder soll sich voll und
ganz dem Team unterordnen. Viele Vorgesetzte übersehen
dabei leider komplett, dass sie es mit verschiedenen Personen
zu tun und nicht mit einem "Blob" von Team, in
dem alle Mitarbeiter sozusagen aufgehen.
Das
Team fördern, ohne den Einzelnen untergehen zu lassen
Sie
wissen: Ich war selbst mehrere Jahre Führungskraft,
und ich weiß, was für eine anspruchsvolle und
fordernde Aufgabe Sie haben, wenn Sie ein guter Chef sein
möchten. Und das möchten Sie ohne Zweifel, denn
sonst würden Sie unsere Tipps hier gar nicht erst lesen.
Dennoch
ist es auch eine Tatsache, dass die Führungsaufgabe
meistens auf uns zugekommen ist. Die meisten Führungskräfte
haben sich hochgearbeitet oder sich durch ihre fachliche
Erfahrung qualifziert - so richtig Führung und alles,
was dazu gehört, das lernen die wenigsten Chefs. Vielleicht
mal hier ein Seminar besucht und dort ein Buch gelesen.
Alles andere ist meist learning by doing.
Wenn
Sie dann aber - wie ich das bei Kunden erlebe - fachlich
sehr stark eingebunden sind, tagein, tagaus permanent in
irgendwelchen Meetings sitzen oder mit Verwaltung &
Strategie mehr als genug zu tun haben, dann bleibt immer
weniger Zeit und Energie dafür, um bei Ihren Mitarbeitern
präsent zu sein.
Und
als ob das nicht genug wäre, kommt von allen Seiten
der Team-Gedanke auf Sie zu: Teamarbeit fördern, Teamentwicklung,
Teamgeist ...
Die
Folge ist leider häufig, dass das Team viel zu sehr
in den Vordergrund gerät und der Einzelne gar nicht
mehr wahrgenommen wird, etwa indem Sie
- nur
noch das Team insgesamt ansprechen (da ist dann nur noch
von "Ihr", von Gemeinschaft, von Teamzielen etc.
die Rede),
- aus
dem Wunsch heraus, dem Team nicht zu schaden, keine individuellen
Leistungen hervorheben, denn das könnte ja Konkurrenz
schaffen oder auch den Eindruck erwecken, Sie zögen
jemanden vor,
- einzelne
Fragen oder Wünsche nicht gewähren oder es als
Taktik benutzen: "Wenn ich Dir das erlauben würde,
müsste ich den anderen auch ..." und damit Gleichmacherei
betreiben.
Eine problematische Folge daraus sind beispielsweise auch
Teamboni: Wenn das gesamte Team Umsatz X erreicht, gibt
es einen Bonus für alle. Aber seien wir ehrlich: Es
sind nicht alle Mitarbeiter gleich gut. Sie haben auch in
Ihrer Abteilung oder Gruppe bessere und fähigere Leute.
Für die ist es sehr demotivierend, dass es lediglich
Belohnungen für alle gibt, obwohl sie selbst eigentlich
hauptsächlich für den Bonus gerackert haben.
Ein Team zu haben - oder es aus Ihren Leuten zu machen -
ist zweifelsohne eine wichtige und richtige Sache. Aber
verlieren Sie trotzdem die Individuen, aus dem das Team
sich ja zusammensetzt, nicht aus den Augen.
Nehmen
Sie Ihre Leute einzeln wahr
Der
erste Schritt in diese Richtung ist, dass Sie sich erstmal
bewusst machen, wie Sie zu den einzelnen Mitarbeitern überhaupt
stehen und was Sie von ihnen wissen.
In diesen
Artikeln haben wir einzelne Facetten mit Leitfragen und
Übungen zusammengefasst, die Ihnen hierfür hilfreich
sind. - Natürlich ganz besonders, wenn Sie bisher eher
distanziert zu Ihrer Mannschaft waren und gar nicht so recht
die einzelnen Menschen "hinter" dem Team kennen:
- Auch
als Chef sind Sie subjektiv
- Kennen Sie Ihre
Mitarbeiter wirklich?
- Kennen Sie die
Arbeit der einzelnen Mitarbeiter
- Wenn man einen
Mitarbeiter nicht mag
|