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Amöbe Team
von Gitte Härter
 

Im Englischen gibt es ja den Spruch "There is no ‚I' in ‚team'". Und diese Haltung wird leider nur allzu häufig gelebt: Der Einzelne kommt nicht mehr vor oder soll sich voll und ganz dem Team unterordnen. Viele Vorgesetzte übersehen dabei leider komplett, dass sie es mit verschiedenen Personen zu tun und nicht mit einem "Blob" von Team, in dem alle Mitarbeiter sozusagen aufgehen.

 

Das Team fördern, ohne den Einzelnen untergehen zu lassen

Sie wissen: Ich war selbst mehrere Jahre Führungskraft, und ich weiß, was für eine anspruchsvolle und fordernde Aufgabe Sie haben, wenn Sie ein guter Chef sein möchten. Und das möchten Sie ohne Zweifel, denn sonst würden Sie unsere Tipps hier gar nicht erst lesen.

Dennoch ist es auch eine Tatsache, dass die Führungsaufgabe meistens auf uns zugekommen ist. Die meisten Führungskräfte haben sich hochgearbeitet oder sich durch ihre fachliche Erfahrung qualifziert - so richtig Führung und alles, was dazu gehört, das lernen die wenigsten Chefs. Vielleicht mal hier ein Seminar besucht und dort ein Buch gelesen. Alles andere ist meist learning by doing.

Wenn Sie dann aber - wie ich das bei Kunden erlebe - fachlich sehr stark eingebunden sind, tagein, tagaus permanent in irgendwelchen Meetings sitzen oder mit Verwaltung & Strategie mehr als genug zu tun haben, dann bleibt immer weniger Zeit und Energie dafür, um bei Ihren Mitarbeitern präsent zu sein.

Und als ob das nicht genug wäre, kommt von allen Seiten der Team-Gedanke auf Sie zu: Teamarbeit fördern, Teamentwicklung, Teamgeist ...

Die Folge ist leider häufig, dass das Team viel zu sehr in den Vordergrund gerät und der Einzelne gar nicht mehr wahrgenommen wird, etwa indem Sie

- nur noch das Team insgesamt ansprechen (da ist dann nur noch von "Ihr", von Gemeinschaft, von Teamzielen etc. die Rede),

- aus dem Wunsch heraus, dem Team nicht zu schaden, keine individuellen Leistungen hervorheben, denn das könnte ja Konkurrenz schaffen oder auch den Eindruck erwecken, Sie zögen jemanden vor,

- einzelne Fragen oder Wünsche nicht gewähren oder es als Taktik benutzen: "Wenn ich Dir das erlauben würde, müsste ich den anderen auch ..." und damit Gleichmacherei betreiben.


Eine problematische Folge daraus sind beispielsweise auch Teamboni: Wenn das gesamte Team Umsatz X erreicht, gibt es einen Bonus für alle. Aber seien wir ehrlich: Es sind nicht alle Mitarbeiter gleich gut. Sie haben auch in Ihrer Abteilung oder Gruppe bessere und fähigere Leute. Für die ist es sehr demotivierend, dass es lediglich Belohnungen für alle gibt, obwohl sie selbst eigentlich hauptsächlich für den Bonus gerackert haben.


Ein Team zu haben - oder es aus Ihren Leuten zu machen - ist zweifelsohne eine wichtige und richtige Sache. Aber verlieren Sie trotzdem die Individuen, aus dem das Team sich ja zusammensetzt, nicht aus den Augen.

 

Nehmen Sie Ihre Leute einzeln wahr

Der erste Schritt in diese Richtung ist, dass Sie sich erstmal bewusst machen, wie Sie zu den einzelnen Mitarbeitern überhaupt stehen und was Sie von ihnen wissen.

In diesen Artikeln haben wir einzelne Facetten mit Leitfragen und Übungen zusammengefasst, die Ihnen hierfür hilfreich sind. - Natürlich ganz besonders, wenn Sie bisher eher distanziert zu Ihrer Mannschaft waren und gar nicht so recht die einzelnen Menschen "hinter" dem Team kennen:

- Auch als Chef sind Sie subjektiv
- Kennen Sie Ihre Mitarbeiter wirklich?
- Kennen Sie die Arbeit der einzelnen Mitarbeiter
- Wenn man einen Mitarbeiter nicht mag

   
   
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Unschlagbar durch gutes Teamwork
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Als Chef/in ist es oft gar nicht so einfach, Entscheidungen zu treffen, die eigene Wirkung zu kennen - und ehrliches Feedback und konstruktiven Rat zu bekommen, was man verbessern könnte.
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