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Wenn
es brenzlig wird, in Auseinandersetzungen oder bei Kritik,
zeigen manche Menschen ein Verhalten, das es den anderen
sehr schwer macht: Sie gehen in den "inneren Widerstand",
ziehen sich in sich zurück, schweigen demonstrativ
und verweigern den Dialog.
Die
spontanen und häufigsten Reaktionen darauf sind: genauso
zu reagieren und sich seinerseits abzukapseln oder sofort
eine Aussprache zu wollen und den anderen zu bedrängen.
Beides hilft nicht wirklich weiter, sondern macht die Sache
meist nur noch schlimmer. Hier ein paar Tipps, was Sie tun
können:
1. Machen
Sie sich klar, dass der andere diese Reaktion an den Tag
legt, weil er/sie keine bessere Alternative kennt und im
Moment nicht anders mit den eigenen Gefühlen umgehen
kann - weil die Person besonders sensibel ist oder einfach
aus Gewohnheit. Gehen Sie davon aus, dass nicht Bosheit
und Gemeinheit dahinterstecken, sondern menschliche Schwäche.
2. Geben
Sie der anderen Person Zeit und Ruhe, damit sie sich beruhigen
und wieder den nötigen inneren Abstand gewinnen kann.
Viel besser als sie zu bedrängen ("Jetzt rede
gefälligst mit mir!") oder sich ebenfalls beleidigt
zurückzuziehen, ist es, Verständnis zu äußern
und einen gesunden Abstand zu suchen: "Ich sehe, dass
Sie/du jetzt nicht reden wollen/willst. Deshalb lasse ich
Sie/dich jetzt in Ruhe."
3. Lassen
Sie sich nicht dazu hinreißen, die Person offensichtlich
links liegen zu lassen oder gar zu meiden (indem Sie nicht
grüßen, demonstrativ weggucken oder gar hinter
vorgehaltener Hand mit anderen über sie reden usw.).
Gehen Sie so "normal" wie möglich mit ihr
um und signalisieren Sie, dass Sie jederzeit ansprechbar
und grundsätzlich wohlgesonnen sind.
4. Falls
die betreffende Person nicht von sich aus die Initiative
ergreift und Ihre "Angebote" nicht annimmt: Fassen
Sie sich ein Herz und machen Sie den ersten Schritt. Sagen
Sie, dass Sie gerne wieder ins Gespräch kommen möchten.
Je weniger Groll und Distanz Sie selbst innerlich aufgebaut
haben und je mehr Offenheit Sie signalisieren, umso leichter
wird es Ihnen beiden fallen.
5. Vorausgesetzt,
die Beziehung zwischen Ihnen und dem betreffenden Menschen
ist grundsätzlich in Ordnung, kann Lockerheit die ganze
Anspannung auflösen und sofort ein Gespräch in
Gang bringen. Versuchen Sie, möglichst locker zu bleiben
und locker auf den anderen zuzugehen. Sie können beispielsweise
sagen: "Ich möchte so gerne, dass du wieder mit
mir redest. Darf ich dich ansprechen?"
6. Es
ist sehr wichtig, dass Sie sich nicht mit einem "Ach,
es ist schon alles wieder ok." zufrieden geben, wenn
Sie das Gefühl haben, dass eben nicht alles ok ist.
Sprechen Sie Ihr Gefühl an, fragen Sie nach und seien
Sie insistent, um wirklich etwas von Ihrem Gegenüber
zu erfahren. Nur so können Sie die Sache klären,
um die es gegangen ist, und sie aus der Welt schaffen.
7. Gerade
wenn Sie der Person nahe stehen oder öfter mit ihr
zu tun haben: Sprechen Sie darüber, dass Sie nur schwer
damit umgehen können, wenn Sie mit schweigendem Rückzug
konfrontiert werden. Fragen Sie nach und finden Sie heraus,
warum die andere Person so reagiert. Sehr hilfreich ist
es, Vereinbarungen für die Zukunft zu treffen. Z. B.
könnte der andere von sich aus sagen, dass er jetzt
erstmal nicht reden kann und will. Dann tun sich alle Beteiligten
leichter und bleibt die Atmosphäre viel angenehmer
und konstruktiver.
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