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Meist
geht es beim Thema Smalltalk um Tipps, wie man auf fremde
Leute zugeht und mit diesen ins Gespräch kommt - zum
Beispiel auch hier: 7
Tipps für Smalltalk.
Doch
das ist nur die eine Seite ...: Wie um alles in der Welt
kann man denn Smalltalk entfliehen? Langweiligen Gesprächsthemen
oder Leuten auf einer Veranstaltung, die einem das Ohr abknabbern,
oder schwätzenden Kollegen im Büro, die sich lang
und breit über ihren Urlaub, das Abendessen gestern
und Gott-und-die-Welt auslassen?
Keine
gute Taktik ...
Vielleicht
haben Sie es schon mal so versucht:
-> "Grad jetzt geht's leider nicht."
Vorzugeben,
momentan keine Zeit zu haben, vielleicht noch garniert mit
einem höflichen "Ein andermal dann" oder
"Ich würde ja gerne, aber leider ..." ist
nicht sehr zielführend.
Denken
Sie immer langfristig. Wenn Sie intensiven Privatgesprächen
mit Kollegen generell aus dem Weg gehen möchten, dann
ist es eine schlechte Idee, sich immer aktuell eine Ausrede
einfallen zu lassen, obwohl Sie ehrlicherweise grundsätzlich
kein Interesse haben und das "gerne ein andermal"
keineswegs so meinen.
-> Dem anderen eins vor den Bug knallen.
Sind
Sie gut beschäftigt oder gar regelrecht im Stress,
dann kann ausgiebiges Gerede wirklich zum Problem werden.
Spitzen wie "Du musst aber viel Zeit haben" oder
ein betontes "ICH bin zum Arbeiten hier" sind
jedoch äußerst schlechter Stil.
Bleiben
Sie bitte immer respektvoll. Wenn Ihnen Privatgespräche
von Kollegen zu weit gehen oder es einfach stört, wenn
Sie immer wieder mit Geschichten angesprochen werden, dann
suchen Sie ein ehrliches Vieraugengespräch und sprechen
Sie direkt an, dass es störend ist, aber würgen
Sie anderen bitte nicht einfach eine rein.
-> Der-andere-muss-es-doch-merken-wenn ...-Taktik
fahren
Am häufigsten
kommt wohl der "Wink mit dem Zaunpfahl" vor. Der
Gedanke: Wenn ich möglichst einsilbig antworte oder
hin und wieder beiläufig nicke, dann muss der andere
doch merken, dass ich nicht zum Plaudern aufgelegt bin oder
mich sein Thema nicht interessiert.
Tatsächlich
können genau diese Gesten, also ein schweigendes Nicken
oder einsilbige Reaktionen wie ein immer mal eingestreutes
"Ja" oder auch nur ein Laut, mit dem man signalisiert,
dass man zuhört, ein Gespräch auch erst so richtig
anheizen. Während Sie denken, Einsilbigkeit demonstriere
Desinteresse, kommen Sie möglicherweise als guter Zuhörer
rüber. Es passiert gar nicht selten, dass ein "Ach
wirklich?"oder "Soso" ein Gespräch weiter
anfachen, weil das Gegenüber sie als Aufforderung interpretiert,
mehr zu erzählen.
Sich
aus einer "akuten" Situation retten
...
und das können Sie tun, um eine uninteressante Gesprächssituation
zu verbessern oder sich aus einem unguten Gespräch
zu befreien:
-> Sie hängen gemeinsam in einem Smalltalkstrudel:
Manchmal
verheddern sich zwei im Smalltalk. Das Gespräch beginnt
locker mit ein wenig Reden übers Wetter, aber irgendwie
hört dann keiner mehr damit auf! Das ist allen Gesprächspartnern
oft mehr als bewusst, aber irgendwie findet man nicht mehr
raus.
In so
einem Fall können Sie mit Humor rangehen.
"Oh mein Gott! Wenn uns einer zuhört, wie hingebungsvoll
wir die Temperaturen analysieren." - "Hilfe ...
jetzt sind wir in einer Smalltalksackgasse gelandet. Wie
kommen wir da nur wieder raus?"
Sprechen
Sie mit einem Augenzwinkern etwas theatralisch die Sache
an. Sie werden sehen, dass Ihr Gesprächspartner erleichtert
zustimmt und dann locker das Thema gewechselt werden kann
- und wie durch das gemeinsame Lachen die Beziehung sofort
persönlicher wird.
-> Der Gesprächspartner ist okay, aber das Thema
interessiert Sie nicht:
Haben
Sie einen Einstieg über ein Thema gefunden, das kurz
okay war, aber nun redet Ihr Gesprächspartner lang
und breit darüber, aber es interessiert Sie gar nicht
in dieser Tiefe? Dann sprechen Sie es an - aber freundlich
und "gesprächsfördernd".
Ein
Beispiel: Sie haben über den letzten Urlaub geredet.
Ihr Gesprächspartner war in Indien. Bis vorhin war
das interessant, aber jetzt geht's schon minutenlang detailgenau
über den Alltag in einem indischen Ashram.
"Ehrlich
gesagt habe ich gar keinen Zugang zu diesem Thema ... (und
leiten Sie direkt zu etwas anderem über, entweder zu
etwas, was zuvor besprochen wurde und das Sie interessiert,
oder aber, wenn Sie den Gesprächspartner noch nicht
gut genug kennen: Bitten Sie um einen Themawechsel) ...
"Darf ich Sie nochmal zu xy fragen?" oder "Ich
würde mich gerne weiter mit Ihnen unterhalten, macht
es Ihnen etwas aus, wenn wir das Thema wechseln?"
Und
ein Beispiel "andersherum": Sie haben über
Berufe gesprochen und dabei Ihren eigenen Beruf preisgegeben.
Nun steigt Ihr Gesprächspartner voll darauf ein und
erzählt Ihnen seine Probleme und stellt Fragen. Sie
sind aber privat hier und haben keine Lust darauf, nun Arbeitsgespräche
zu führen oder gar irgendwelche Beratungen zu geben.
Schieben Sie einen freundlichen Riegel vor:
"Entschuldigen
Sie, dass ich Sie stoppe. Ich mag heute Abend nicht über
meine Arbeit sprechen, da fühle ich mich dann wie im
Büro." Oder Sie gehen kurz und neutral auf das
Thema ein: "Ja, Sie haben Recht, Mitarbeiterführung
ist ganz schön schwierig. Aber auch sehr komplex, so
dass es gar nicht möglich ist, mal kurz darauf einzugehen.
Ich empfehle Ihnen gerne einige gute Bücher dazu. Mailen
Sie mir einfach."
-> Sie möchten auch noch mit anderen Menschen
reden und nicht die ganze Zeit an dieser einen Person festkleben:
Freundlich
verabschieden - aber nur sagen, was Sie wirklich meinen.
War das Gespräch schön, bringen Sie das zum Ausdruck:
"Vielen Dank für die interessante Unterhaltung.
Jetzt möchte ich gerne noch die Runde machen. Einen
schönen Abend noch!"
- Möchten
Sie weiter im Kontakt bleiben, aber jetzt das Gespräch
abbrechen, dann könnten Sie etwas sagen wie: "Es
hat mich sehr gefreut, dass wir uns heute hier kennengelernt
haben. Was sagen Sie? Sollen wir unsere Visitenkarten tauschen
und uns die nächsten Tage mal zusammenrufen?"
Wenn
es nicht interessant und auch nicht spannend war, dann verabschieden
Sie sich neutral, zum Beispiel, indem Sie Ihren Blick einmal
interessiert im Raum schweifen lassen und sagen "Doch
sehr viel los heute. Ich möchte noch einige weitere
Kontakte knüpfen. Sie sicherlich auch! Alles Gute für
Sie ..."
Sie
sehen an all diesen Beispielen: Der Clou besteht darin,
dass Sie nicht zögerlich sind oder um den Brei reden,
sondern die Sache direkt in die Hand nehmen, das Gespräch
steuern oder es freundlich, aber klar beenden.
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