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Jetzt
muss ich zu Barbara und ihr sagen, dass sie da einen Fehler
gemacht hat. Wenn ich das jetzt mache, unterbricht sie mich
wieder. Und labert mir zehn Minuten die Ohren voll, warum
das so-und-so war ... dabei will ich ihr doch nur kurz zeigen,
was sie verkehrt gemacht hat und wie es sein sollte. Auf
dass es beim nächsten Mal alles klappt. Aber diese
ewigen Rechtfertigungstiraden ... ich kanns echt nicht
mehr hören.
Gibt
so Leute, die bei dem kleinsten Hinweis auf einen Fehler
oder Kritik sofort in die Defensive gehen und sich verteidigen
ohne Ende. Nervig. Und doch auch verständlich. Kritik
hört keiner wirklich gerne, weil da ja dann irgendwas
ist, was einen anderen nicht so zufrieden mit einem macht.
Und da will man dann halt erklären, wieso man das und
das gemacht oder gedacht hat, es gehört so. Geht ja
auch, aber in Maßen. Es kommt ja darauf an, eine Lösung
zu finden. Und Fehler macht jeder mal.
Aber
wenn mir jemand einen Fehler richtiggehend vorhält?
Oder jemand anderem petzt? Dann ist es wichtig, diese Person
zur Rede zu stellen. Zu sagen, dass ein Teil der Inhalt
ist, aber der andere auch wies gesagt wird. Es ist
gut, diese beiden Punkte auch getrennt zu klären. Also
ruhig in einem Gespräch, aber einzeln besprechen. Sonst
wirds leicht ein Kuddelmuddel und dann lässt
sichs nicht gut lösen, weil der eine über
A und der andere über B redet.
Wann
ist Kritik "berechtigt"?
Sind
wir ja schon mitten in der Kritik drin. Die ist, für
sich gesehen, sehr wichtig. Denn dadurch erfährt man,
was nicht so gut läuft, und was bekannt ist, lässt
sich auch in den Griff bekommen. Es gibt manchmal die Unterscheidung
von berechtigter und unberechtigter Kritik. So nach dem
Motto: Wenn die Kritik berechtigt ist, nehme ich sie an
und tue was. Aber wenn sie unberechtigt ist, dann nicht.
Nur:
Wer ist denn der Maßstab dafür, ob die Kritik
berechtigt ist? Für den, der sie vorbringt, ist es
ein Thema. Sonst würde er ja nichts sagen. Also ist
auf jeden Fall ernst nehmen angesagt. Wäre umgekehrt
ja auch nicht schön: Da stört einen was, man sagt
es dem Kollegen und der beschließt: Ist aber ungerechtfertigt,
also vergess ichs gleich wieder.
Häufig
gibt es sowohl beruflich als auch privat allgemeine
Konflikte. Irgendwer hat ein Problem mit irgendwas. Näher
besehen, stellt sich häufig raus, dass der eigentliche
Inhalt leicht zu lösen wäre. Wenn man nicht menschlich
aneinander krachen würde. Da gibt es ein Missverständnis,
dort gibt ein Wort das andere und schon ist man im
schönsten Streit. Das merkt man dann entweder gleich
oder im nachhinein, beim Drübernachdenken. Dann ist
es auch gut, sich zu entschuldigen, wenn man sich im Ton
vergriffen hat. Deshalb bleibt der Inhalt, um den es ging,
ja nach wie vor wichtig und bestehen.
Tratsch
Bei
uns brodelt die Gerüchteküche. Besonders der Meier
aus der Fertigung weiß alles über jeden. Der
tratscht, dass es nicht mehr schön ist. Ich trau mich
schon gar nichts Privates mehr zu erzählen. Und dann
will er einen immer mit reinziehen.
Tratsch
im Büro ist in irgendeiner Form immer vorhanden. Man
spricht mit Kollegen über Kollegen. Da gibt es natürlich
den Unterschied normal über andere sprechen.
Oder böse über einen herziehen. Am Ende gar Front
machen. Tratsch ist eine ganz gefährliche Sache
deshalb ist auf jeden Fall anzuraten nicht mitzumachen.
Wenn jemand gehört hat, dass jemand gesagt oder gemacht
hat, dann nicht einfach mit spekulieren oder die Gerüchte
weiterverbreiten. Egal, worum es geht. Vor allen Dingen
Vorsicht bei: "Ich sag das jetzt wirklich nur dir ..."
Das ist ein deutlicher Hinweis auf ein Gerücht in voller
Blüte.
Schon
mal selbst so gegangen? Ein Kollege kommt und fängt
an, über einen anderen total herzuziehen. Oh, denkt
man sich, was sagt der denn über mich, sobald ich zur
Tür rausgehe? Kein gutes Gefühl, nicht wahr? Also
raushalten. Aber nicht nur mäuschenmäßig
anderer Wege gehen, sondern - vor allen Dingen, wenn es
bösartig ist - deutlich sagen, dass es nicht fair ist,
diese Äußerungen in Abwesenheit eines anderen
zu machen. Oder dass Spekulationen immer nur geraten sind.
Und deshalb ist ein "Das hat er bestimmt gemacht, um
..." praktisch sinnlos. Da kommt dann eine Unterstellung,
die sich jemand ausgedacht hat. Dann lieber bei dem Betroffenen
nachfragen. Dann hat man s aus erster Hand.
Wenn
Fehler passieren
Ich
hab einem Kunden von mir einen Preis genannt, der nicht
stimmt. Der hat aber schon den Auftrag bestätigt
über ein Drittel weniger, als es eigentlich kostet.
Was soll ich denn jetzt bloß machen? Einfach den günstigeren
Preis berechnen und hoffen, dass es niemand merkt? Oder
den eigentlichen Preis in Rechnung stellen und hoffen, dass
der Kunde nicht reklamiert? Mann! Dass ausgerechnet mir
das passieren muss. Und nur, weil ich den Preis gleich am
Telefon gesagt hab. Meinem Chef kann ich das gar nicht sagen,
der hat nämlich ausdrücklich gesagt, wir sollen
Angebote nicht telefonisch durchgeben.
Fehler
passieren jedem. Egal in welcher Position, egal ob man neu
oder schon ein alter Hase ist. Meistens lässt sich
ein Fehler auch lösen und je schneller man was
macht, desto einfacher geht es. Wer versucht, einen Fehler
unter den Tisch zu kehren und hofft, dass niemand ihm drauf
kommt, kann nur verlieren. Denn erstens ist die Befürchtung,
dass jemand drauf kommen könnte, immer da und kann
einem buchstäblich den Schlaf rauben. Je mehr Zeit
vergeht, desto schwieriger ist eine einfache Lösung.
Außerdem ist es für das eigene Image und die
Zuverlässigkeit mehr als schlecht, wenn man merkt,
dass da jemand seine Fehler zu vertuschen versucht. Es kommt
darauf an, die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen.
Gut und geschätzt ist, wer zu seiner Arbeit steht.
Zu allem, was er gut macht. Aber auch zu dem, was daneben
geht.
Also:
Sobald klar ist, dass ein Fehler passiert ist, an die Lösung
gehen. In dem genannten Beispiel gibt es mehrere Möglichkeiten:
Man kann den Kunden sofort anrufen und auf das Missgeschick
aufmerksam machen. Also nicht verkünden oder am Ende
schriftlich mitteilen, dass der Preis doch höher ist,
nämlich DM xyz, sondern den Kunden anrufen und beichten,
dass man falsch kalkuliert hat. Bitte auch bei dieser Beichte
drauf aufpassen, die Schuld nicht abzuwälzen. Da ist
nicht der Computer schuld oder der Kollege oder irgend jemand
sonst, sondern mir selbst ist der Fehler unterlaufen. Wer
offen an seinen Kunden rantritt und die Misere klar macht,
kann auf Verständnis hoffen. Und nicht selten ist damit
die Sache bereits gelöst. Die zweite Möglichkeit
ist, zu seinem Teamleiter zu gehen und den Fehler zuzugeben.
Am besten gleich mit einem Lösungsvorschlag. Nicht
erwarten, dass der Chef vor Freude auf dem Tisch tanzt.
Noch dazu, wenn er, wie im Beispiel angesprochen, extra
darauf hingewiesen hat, dass niemand telefonische Angebote
durchgeben soll. Beim Eingestehen des Fehlers geht es dann
auch um diese Einsicht. Wieder in die Offensive gehen und
direkt zum Chef sagen, dass man seine Bitte missachtet hat
und dass es einem leid tut. Und das aber auch so meinen.
Wer
von sich selbst weiß, dass ihn Kritik total umwirft
und ihm regelrecht den Boden unter den Füßen
wegzieht, muss sich auf jeden Fall damit auseinander setzen.
Warum ist das so? Was befürchte ich? Was ist das Schlimmste,
was passieren kann?
Wer
selbst Kritik üben möchte oder muss, kann sich
selbst als Maßstab nehmen: Wie würde ich wollen,
dass sich jemand in der Situation verhält? Und dann
ganz klar die Inhalte rüberbringen. Immer dran denken:
Wer Kritik übt, um die Situation zu verbessern, tut
allen einen Gefallen er arbeitet auf eine Lösung
hin und gibt sich und dem anderen die Möglichkeit sich
weiterzuentwickeln.
Also
ruhig schlucken, aber ernst nehmen, drüber nachdenken,
die positive Seite sehen und vor allen Dingen, was damit
machen.
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