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Da kritisiert einer alles!
  von Gitte Härter
 


- "Das hätte man aber besser machen können!"

- "Bei der Feier hat sich die Firma ja nicht lumpen lassen, das muss man schon sagen. Allerdings war das Essen nicht so meines. Und die Band war auch nicht die Krönung."


Es gibt Menschen, die kritisieren an allem herum. Entweder es ist von vornherein etwas nie gut genug oder sie finden mit einigem Suchen ganz sicher ein Haar in der Suppe.

 

Cool bleiben im Umgang mit Dauerkritisierern

Es gibt drei große Ursachen:

1. Unzufriedenheit: Wer mit sich und seinem Leben nicht zufrieden ist, geht griesgrämig durch die Welt. Oft ist es einfacher, die Kritik nach außen zu richten, als sich selbst zu hinterfragen. Wer dauernd mit Fehlern anderer beschäftigt ist, kann gut von sich selbst ablenken und relativiert eigene Makel.

2. Perfektionismus: Perfektionisten haben verinnerlicht, dass genug nie genug ist. Da sie gleichzeitig nie definieren, was "genug" eigentlich ist, finden sie zielsicher immer etwas Schlechtes.

3. Übersteigerte Erwartungen: Wer sich im Vorfeld alles perfekt ausmalt, der wird in den meisten Fällen enttäuscht werden - denn die Realität kann überhaupt nicht 1:1 der perfekten Phantasie entsprechen.


Drei gute Strategien im Umgang mit dem Dauerkritisierer:

  Trennen Sie den Inhalt von der Form
 

Hören Sie, welchen sachlichen Anteil die Kritik enthält. Möglicherweise ist ein nützlicher Kern enthalten. Sie können diesen Kern herausarbeiten, wenn Sie sachliche Fragen stellen:

- "Das hätte man aber besser machen können."

- "Was genau hätte ich Ihrer Ansicht nach besser machen können - und wie?"

Fragen Sie freundlich so lange nach, bis wirklich ganz konkrete Antworten kommen. So entziehen Sie unbegründeter Kritik sofort den Boden.

 

 

 

  Distanzieren Sie sich
 

Sich zu distanzieren ist nicht nur gefragt, wenn Sie anderer Meinung sind, sondern vor allen Dingen auch, wenn der Eindruck entsteht, dass der andere für Sie mitspricht:

- "Bei der Feier hat sich die Firma ja nicht lumpen lassen, das muss man schon sagen. Allerdings war das Essen nicht so meines. Und die Band war auch nicht die Krönung."

- "Ich teile Ihre Ansicht hier nicht. Ich fand die Feier rundum gelungen und finde es toll, dass die Firma so großzügig war."

Vielleicht sind Sie auch der Meinung, dass der Kritiker ganz oder teilweise recht hat, möchten dennoch richtigstellen, dass Sie insgesamt anderer Meinung sind:

"Mir hat die Musik auch nicht so gefallen. Doch das macht nichts! Ich finde es überhaupt schön, dass wir eine Feier bekommen haben - die Stimmung war klasse und die Firma hat sich großzügig gezeigt. Ich finde das toll!"

 

 

 

  Konfrontieren Sie den Dauerkritisierer
 

Diese Technik ist geeignet, wenn Sie ständig jemanden um sich haben, der kritisiert.

"Herr Körner, fällt Ihnen auf, wie negativ Sie über vieles urteilen? Ich kann mich nur an Kritik erinnern. Das finde ich nicht nur schade, sondern auch unfair. Abgesehen davon zieht es mich ganz schön runter."

Häufig merken Kritiker erst durch klare Worte, welche Konsequenzen ihr Verhalten hat, und entschuldigen sich beziehungsweise achten künftig darauf, ausgewogener zu sein.

Doch natürlich gibt es auch den anderen Fall und Sie erhalten kontra:

"Ich decke nur auf, was schiefläuft. Ich bin nicht so ein rosaroter-Brille-Typ wie Sie. Ich traue mich zu sagen, was Sache ist!"

Lassen Sie sich bei so einer Reaktion nicht provozieren, sondern bleiben Sie bei Ihrem Anliegen:

"Ich finde es gut, zu sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Daraus kann man auch lernen. Doch jede Sache hat verschiedene Seiten: gute und neutrale genauso wie kritikwürdige."

Reagiert ein Dauerkritisierer nicht, auch wenn Sie ihn gebeten haben, in Ihrer Gegenwart nicht immer nur rumzukritteln, weil es Sie runterzieht, dann hilft nur, freundlich aber klar das Wort abzuschneiden:

"Stopp! Ich möchte das Geschimpfe nicht hören."

Oder: "Ich bin sehr für offene Worte, wenn ich etwas falsch mache - sofern es Grund dafür gibt und sofern es konstruktiv vorgebracht wird. Ich werde mir jedoch nicht weiter Dauerkritik an mir anhören."

 

 

 
   
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