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Das
kennen wohl die meisten: Wenn andere sich über etwas
beschweren oder etwas als Problem sehen - man selbst das
aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, dann tendiert
man fast automatisch zu Reaktionen wie "Das ist doch
überhaupt nicht schlimm!" oder "Sowas kann
doch (heutzutage) kein Problem sein!"
Selbst
wenn solche Aussagen gut gemeint sind und der Sache die
Brisanz nehmen sollen, sind sie meistens nicht wirklich
hilfreich. Denn es passiert sehr leicht, dass der Angesprochene
sich nicht ernst genommen fühlt und die Kommunikation
leidet.
Tipp: Wechseln Sie mal die Perspektive
Höchstwahrscheinlich
haben Sie es selbst schon erlebt, dass Ihre Aussagen, Bedenken
oder Schwierigkeiten mit wenig verständnisvollen Sätzen
kommentiert und beiseitegeschoben wurden. Rufen Sie sich
ein solches Erlebnis möglichst intensiv vor Augen und
überlegen Sie :
- Wie
haben Sie sich gefühlt?
- Was haben Sie über den Kommentar gedacht?
- Was haben Sie über Ihren Gesprächspartner gedacht?
- Welche Reaktion hätten Sie sich statt dessen gewünscht?
Wenn
es Ihnen wie den meisten Menschen geht, haben Sie die Rückmeldung
mehr oder weniger als Kritik und Zurückweisung empfunden.
Je nach Persönlichkeit und Vorgeschichte schließt
man daraus, dass man total im Unrecht ist, etwas Dummes
gesagt hat, zu empfindlich, zu wenig belastbar, zu unkreativ
oder zu wenig selbstverantwortlich usw. ist. Das erschwert
nicht nur die Kommunikation in der Situation selbst, sondern
kann die Beziehung grundsätzlich trüben.
Nehmen
Sie die andere Person ernst
Die
beste Voraussetzung, um besser mit "Lappalien"
anderer umgehen zu können, ist die Erkenntnis, dass
die Sache (zumindest im Moment) für den anderen tatsächlich
ein Thema ist oder gar ein echtes Problem darstellt. Auch
wenn Sie selbst das überhaupt nicht nachvollziehen
können!
Es ist
sehr hilfreich, sich diese Tatsache ganz bewusst zu machen
- und sich in einer entsprechenden Situation selbst an die
Hand zu nehmen und daran zu denken. Auf dieser Grundlage
fällt es Ihnen nämlich viel leichter, sich spontane
und gewohnheitsmäßige Sätze wie "Ist
doch überhaupt nicht schlimm! Ich weiß echt nicht,
was du wieder hast!" zu verkneifen und anders zu reagieren.
Hier
ein paar Alternativen:
- Sprechen Sie den Zustand Ihres Gegenübers an.
z. B. "Oh, du bist ganz aufgeregt." - "Die
Sache geht Ihnen wirklich an die Nieren, wie ich sehe."
- "Was der Chef gesagt hat, belastet dich ja viel mehr,
als ich dachte."
- Fragen Sie nach, was genau dahintersteckt.
z. B. "Was genau ist daran so schlimm für dich?"
- "Was meinen Sie, wenn Sie sagen, dass
?"
- "Bist du deshalb so getroffen, weil dich die Sache
an
erinnert?"
- Hören Sie intensiv zu und ermöglichen Sie
es dem anderen, sich wirklich auszusprechen.
- Fassen Sie eventuell zusammen, was bei Ihnen angekommen
ist.
z. B. "Wenn ich es richtig verstanden habe, dann meinst
du
" - "Ja, das kann ich gut nachvollziehen.
Sie machen sich Sorgen, dass
" - "Du denkst
also, dass
, weil
"
Auf diese Art gelingt es Ihnen am besten, eine offene, ja
sogar vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und dazu
beizutragen, dass Ihr Gesprächspartner allmählich
ruhiger und besonnener wird. Und dann ist die Chance, dass
die Bereitschaft des anderen steigt, sich Ihre Sicht der
Dinge wirklich anzuhören und sich beeinflussen und
helfen zu lassen, sehr viel größer, als wenn
Sie gleich gegenreden.
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