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Den
Tag gut beginnen. So heißt es häufig, wenn es
um Erfolgstipps geht. Wer sich morgens einen ruhigen und
angenehmen Start gönnt, fühlt sich besser, ist
ausgeglichener, die Arbeit geht leichter von der Hand
und das Umfeld reagiert positiv.
Ja, finde ich auch. Nur leider sind die Ratschläge,
die damit einhergehen, für Langschläfer und Morgenmuffel
kaum akzeptabel. Ich spreche aus Erfahrung: mit zwei Weckern
bewaffnet, die in Intervallschaltung läuten (früher
waren es drei!) und trotz derer ich seit Beginn meines Berufslebens
nur schwer und gequält aus der Falle komme. Dabei könnte
alles so schön sein: morgens aufstehen, vielleicht
sogar ein paar Stretching-Übungen (für ganz Harte
eine Joggingrunde), ein gemütliches Frühstück,
die Zeitung lesen, ... und dann frisch und gestärkt
an den Arbeitsplatz.
Hier
einige Tipps für Schwer-Aufsteher, die Ihnen helfen,
den Morgen in den Griff zu bekommen. Suchen Sie sich die
passende Situation aus und probieren Sies. Es sind
kleine Schritte für einen gelungenen Start.
Nehmen
Sie sich nicht zuviel auf einmal vor
Trainieren
Sie schrittweise eine frühere Aufstehzeit
Optimale
Wachwerde-Bedingungen schaffen
Legen
Sie am Vorabend alles bereit, was geht
Genießen
Sie Ihr Frühstück: Am Wochenende üben!
Gibt
es einen Bäcker in Ihrer Nähe?
Oder
doch nicht schon in der Früh arbeiten? Dann auf dem
Weg zur Arbeit in ein Café ...
Sie
leben zusammen: Frühstücks-Schichtdienst und andere
Pläne
Für
die Hektiker, die am Schreibtisch frühstücken
Wenn
Sie Tag für Tag nicht aufstehen MÖCHTEN ...
Diese Tipps funktionieren! Ich habs ausprobiert.
Nehmen
Sie sich nicht zuviel auf einmal vor
Ja,
es gibt sie, die superkonsequenten Menschen, die sich etwas
vornehmen und von jetzt auf eben umsetzen: Groucho Marx
beschloss von einem Tag auf den anderen, seine Leidenschaft
für Schokolade aus Gesundheitsgründen einzudämmen
und aß fortan nur noch ein Stückchen pro Tag.
Eine frühere Kollegin von mir entschied sich, Sport
zu machen und ward plötzlich von Null auf 100 immer
im Fitnessstudio gesehen.
Lassen
Sie sich nicht irritieren: Derartige Konsequenz ist einfach
nicht jedermanns Sache. Meine eigene Erfahrung als
Langschläfer, morgens rechtzeitig aufzustehen und den
Tag ruhig und angenehm zu beginnen ist: Nehmen Sie sich
nicht vor, Ihr Leben von heute auf morgen zu ändern.
Sie sind dann nur frustriert, wenn es nicht funktioniert
und Sie nach wenigen (euphorischen) Tagen wieder zu spät
die Bettdecke wegstrampeln, Ihren neuen Rekord im Bad brechen
und zur U-Bahn hetzen.
Also
immer mit der Ruhe. Kleine Schritte in Richtung Ziel machen.
Überlegen
Sie sich, was alles zu Ihrem persönlichen idealen Morgen
gehört. Was würden Sie gerne morgens machen können:
Wie viel Zeit brauchen Sie? Wie wäre ein schöner
Ablauf? Was gehört alles dazu? Und jetzt picken Sie
sich EINES dieser Dinge heraus. Nur eins. Das, das am einfachsten
und unkompliziertesten für Sie umzusetzen ist.
Und
jetzt belohnen Sie sich jeden Morgen, wenn Sie diesen Schritt
erfolgreich umgesetzt haben.
Was
bei mir funktioniert, ist das Punktesystem: kaufen Sie sich
farbige Punkte-Aufkleber in einer knalligen Farbe (z. B.
rot). Wenn Sie Ihr Ziel erfolgreich umgesetzt haben, bekommen
Sie einen Punkt am besten in Ihren Kalender, in den
Sie täglich gucken.
Seien
Sie nicht böse auf sich, wenn es einmal keinen Punkt
gibt. Aber seien Sie stolz darauf, wenn Sie ihn haben. Sie
werden sehen: diese unmittelbare Bestätigung motiviert
zum Weitermachen. Sie werden wild auf die Punkte werden
...
Trainieren
Sie sich schrittweise eine frühere Aufstehzeit an
Langschläger
haben ein Riesenproblem, wenn ihnen morgens wertvolle Schlafzeit
geraubt werden soll, und setzen sich erfolgreich zur Wehr:
zum Teil wird die Schlummertaste des Weckers überstrapaziert,
das Wecker-Ausschalten wird zum Automatismus, den man buchstäblich
"im Schlaf" ausführt. Jede Minute Bettwärme
ist WICHTIG!
Ach,
wäre es nicht schön, statt um kurz nach acht aus
dem Bett zu hetzen, schon um sieben Uhr aufzustehen und
eine ganze Stunde rumtrödeln zu können ... vergessen
Sies! Wenn Sie nicht zu den Gnadenlos-Konsequenten
gehören, schaffen Sie das nicht.
Aber
eine Viertelstunde, das geht! Also ab morgen den Wecker
eine Viertelstunde vorstellen (wer, wie ich, mit zwei Weckern
arbeitet: bitte den späteren Wecker nicht vergessen!).
Fünfzehn Minuten ist echt okay, egal ob Sie gestern
etwas rumgelumpt haben. Nicht vergessen: Wir haben ein höheres
Ziel!
Eigene
Erfahrung: Regelmäßigkeit ist gut. Der Körper
stellt sich um.
Wer
wild entschlossen ist, kann gleich eine halbe Stunde auschecken,
das geht auch noch ...
Optimale
Wachwerde-Bedingungen schaffen
Fangen
wir mit Ihrem Wecker an. Es gibt ja diese Baustellen-Ätz-Wecktöne:
da schnarrt es einen entsetzlich an oder es klingelt ohrenbetäubend.
Kein Wunder, dass Sie morgens unausstehlich sind. Machen
Sie sich einen Spaß und gehen Wecker kaufen!
Ziemlich
witzig sind die Hühnerwecker, die Sie morgens mit einem
Krähen wecken, und wenn Sie den Wecker ausschalten
(indem Sie auf den Hühnerkamm drücken), erschallt
ein freundliches "Guten Morgen!". Wenn Sie da
nicht lachen müssen, ist Ihnen nicht mehr zu helfen
...
Aber
es muss nicht gleich Kikeriki sein: wichtig ist, dass Sie
den Wecker hören, aber der Weckton Ihnen angenehm ist
und Sie nicht aggressiv macht. Empfehlenswert sind Piepswecker,
die lauter werden: sie starten angenehm leise und steigern
die Lautstärke ihres Piep-piep-pieps, bis sie ausgeschaltet
werden.
Radiowecker
sind auch gut. Wer Musik nicht hört und einfach seelenruhig
weiterpennt, der kann optimale Aufstehbedingungen schaffen,
indem er erst den herkömmlichen Wecker seinen Dienst
tun lässt und neben dem Bett einen CD-Player oder Kassettenrecorder
mit seiner Lieblingsmusik bereitstellt. Wenn ich Lieblingsmusik
sage, dann meine ich nicht die letzte Herzschmerzballade.
Sie wollen ja frisch-fröhlich aufstehen. Suchen Sie
sich Ihren All-time-favourite, der Leben in die Bude bringt.
Wichtig: vorher mit sich eine Vereinbarung treffen, wie
lang dieses Aufstehritual dauern soll.
Ich
empfehle: sich wachklingeln lassen, sich EIN lebendiges
Lied gönnen zum Wachwerden (das sind dann vier bis
fünf Minuten) und dann ab in die Vertikale.
Übrigens
ist es meistens in Ordnung, wenn man steht. Schlimm ist
es nur, den inneren Schweinehund zu überzeugen, Sie
aus dem Bett zu lassen ...
Im Sommer
empfiehlt es sich, das Bett unters Fenster zu rücken
und auf Jalousien zu verzichten. Dann wecken Sie die Sonnenstrahlen
und erleichtern das Aufstehen.
Legen
Sie am Vorabend alles bereit, was geht
Kleidung,
Geschäftsunterlagen, Einkaufszettel, Frühstücksgeschirr,
... alles bereitlegen, was Sie am nächsten Tag brauchen.
Warum? Wir wollen Zeit gewinnen, ohne Ihre Aufstehzeit ins
Morgengrauen vorzuverlegen.
>
Kleidung
Nicht
jeder weiß, was er am nächsten Tag anziehen möchte
oder wie das Wetter wird. Aber es gibt immer Teile Ihrer
Garderobe, die schon feststehen. Immer dran denken: alles,
was geht, bereitlegen.
>
Geschäftsunterlagen und sonstige Unterlagen
Ich
habe mir angewöhnt, Unterlagen, die ich mitnehmen möchte,
in meinen Hausflur zu legen. So hab ich immer alles griffbereit
und vergesse nichts.
>
Frühstücksgeschirr
Spülen
Sie am Vorabend ab, was Sie morgens brauchen werden. Stellen
Sie Ihr Frühstücksgeschirr bereit. (Nach dem Frühstück
das Geschirr gleich abspülen oder zumindest einweichen,
sonst brauchen Sie abends eine Engelsgeduld, die Marmelade
abzukratzen und eingetrocknete Kaffeereste zu entfernen.)
Genießen
Sie Ihr Frühstück: Am Wochenende üben!
Langschläfer
frühstücken meist gar nicht oder kippen
mal eben einen Schluck Kaffee runter, während sie auf
dem Weg zur U-Bahn eine Semmel runterwürgen.
Am Wochenende
hingegen nehmen sich die meisten Zeit, ausgiebig und bequem
zu frühstücken. Und während man liebevoll
das frische Croissant mit Butter bestreicht, wandern die
Gedanken träumerisch in die Ferne: wäre das nicht
toll, auch unter der Woche den Tag so zu beginnen ...
Der
erste Schritt in diese Richtung ist, dass Sie ein gutes
und ruhiges Frühstück bewusst schätzen lernen.
Genießen Sie Ihr Wochenend-Frühstück und
richten Sie Ihre Gedanken darauf, wie es auch unter der
Woche sein könnte. Stellen Sie sich lebhaft vor, wie
Sie am Montag morgen schön gemütlich frühstücken
und relaxed in die Arbeit gehen.
Die
meisten Morgenmuffel sind so darin gefangen, dass es unter
der Woche morgens zwangsläufig hektisch ist, dass sie
sich nicht einmal in Gedanken erlauben, vor der Arbeit bequem
zu frühstücken.
Gibt
es einen Bäcker in Ihrer Nähe?
Haben
Sie in unmittelbarer Nähe Ihrer Wohnung einen Bäcker?
Gucken Sie sich mal um ... die Aussicht auf warme Semmeln
kann wahnsinnig motivieren, morgens mal eben rauszuspringen
und Frühstück zu besorgen.
Oder
doch nicht schon in der Früh arbeiten? Dann auf dem
Weg zur Arbeit in ein Café ...
Ich
bin, wie gesagt, morgens eher auf der faulen Seite. Und
da mein Haushalt nicht besonders gut organisiert ist, habe
ich meist nicht einmal die Grundzutaten für ein Frühstück
da.
Besonders
als ich noch angestellt war, habe ich es mir daher angewöhnt,
hin und wieder eine halbe Stunde früher aus dem Haus
zu gehen, um in einem schönen Café auf dem Weg
zu frühstücken. Außerhalb zu frühstücken,
heißt übrigens nicht, sich grenzenlos den Magen
vollzuschlagen.
Ein
schöner Milchkaffee und ein Muffin reichen doch schon
... fühlt sich übrigens an wie Urlaub, wenn man
vor der Arbeit Kaffee trinken geht.
Das
wird teuer, sagen Sie? Wie bei allem kommt es darauf an,
worauf man Wert legt. Ich selbst kann für mich sagen,
dass es nicht teuer ist: in der Zeit, in der ich gar nicht
gefrühstückt habe, habe ich mir wesentlich unkontrollierter
irgendwelche Bäckerteile reingezogen oder den ganzen
Vormittag nichts gegessen, um dann Mittags völlig unverhältnismäßig
reinzuhauen. Abgesehen von der Lebensqualität, die
ein ruhigerer Tagesbeginn mit sich bringt.
Aber
natürlich: Wenn Sie zuhause frühstücken und
für sich einen guten Rhythmus finden, kommen Sie auch
noch günstiger weg.
Sie
leben zusammen: Frühstücks-Schichtdienst und andere
Pläne
Wenn
Sie mit Ihrem Partner zusammenleben, haben Sie noch mehr
Möglichkeiten: nicht selten ist bei Pärchen sogar
einer von Haus aus ein Frühaufsteher, dem es gar nichts
ausmacht, das Frühstück vorzubereiten.
Oder
Sie vereinbaren Schichtdienst: abwechselnd ist jeder eine
Woche dran.
Das
funktioniert übrigens auch mit Nachbarn, wenn Sie einen
guten Draht haben vielleicht gehen Sie im Turnus
zum Bäcker und hängen dem anderen frische Semmeln
an die Tür (nach vorheriger Absprache natürlich
<grins>).
Für
die Hektiker, die am Schreibtisch frühstücken
Dazu
habe ich auch über ein Jahrzehnt gehört: mal eben
neben der Arbeit gedankenlos irgendwas reinstopfen. Lassen
Sies. Es macht nicht mal Spaß und Essen
sollte Spaß machen.
Nutzen
Sie die Viertelstunde, die Sie früher aufstehen (siehe
oben) dazu, früher in der Arbeit zu sein und dort Ihr
Hörnchen zu essen.
Sprechen
Sie sich vielleicht sogar mit Kollegen zum Frühstücksclub
ab: sich morgens vor der Arbeit in der Küche zu versammeln,
sich zu unterhalten und nebenbei zu frühstücken,
braucht nicht viel Zeit und ist ein angenehmer Start in
den Tag.
Und:
Sie brauchen nicht hetzen, um rechtzeitig in der Arbeit
zu sein Sie sind ja schon da!
Wenn
Sie Tag für Tag nicht aufstehen MÖCHTEN
Auch
das kenne ich. Sie stehen schwer auf, weil Sie einfach nicht
aufstehen MÖCHTEN. Diesmal aber aus dem verschärften
Grund, dass Sie nicht in die Arbeit wollen. Ich hatte Phasen
in meinem Arbeitsleben, wo ich bewegungslos im Bett lag,
wach war, aber mich buchstäblich nicht motivieren konnte,
auch nur Anstalten zum Aufstehen zu machen. Der Blick auf
die Uhr registriert: "Jetzt müsste ich aufstehen.
Jetzt müsste ich aufstehen, wenn ich noch einigermaßen
rechtzeitig kommen will. Jetzt komme ich schon etwas
zu spät." Aber nichts kann Sie dazu bewegen
aufzustehen.
Wenn
Sie nicht aufstehen können, weil Sie Ihre Arbeit nicht
mögen, dann nutzen Ihnen alle meine Aufstehtipps gar
nichts. Dann müssen Sie sich den Grund dafür näher
ansehen, dass Ihnen Ihre Arbeit nicht gefällt: ist
es etwas Vorübergehendes, momentan ein Projekt, das
nicht so läuft wie es soll oder sträuben
sich Ihnen alle Nackenhaare, weil Sie Ihre Arbeit oder Ihre
Kollegen oder die Umgebung einfach nicht mögen. Dann
sollten Sie sich im eigenen Interesse neu orientieren.
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