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Auf
andere zu gucken und sich an Vorbildern zu orientieren,
ist eine feine Sache. Aber nur, wenn man es auf sinnvolle
und konstruktive Art macht, sprich keine falschen Maßstäbe
anlegt und sich deshalb übernimmt. Sonst nämlich
sind Frust und Demotivation vorprogrammiert, was Lernen
und Fortschritte behindert oder gar verhindert.
Doch
nicht genug damit: Es geht auch zu Lasten des Selbstwertgefühls,
wenn die Kluft zwischen Ist und Soll viel zu groß
ist! Deshalb ist es sehr wichtig, auf dem Teppich zu bleiben
und sich nicht durch falsches Vergleichen und schädlichen
Ehrgeiz den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Hier
ein paar Anregungen, wie Sie sich auf clevere und sinnvolle
Art mit anderen vergleichen können:
1. Schätzen Sie sich selbst realistisch ein. Werden
Sie sich bewusst, auf welchem Niveau Sie sich im Moment
befinden und welche Voraussetzungen, Talente und Fähigkeiten
Sie mitbringen, um sich verbessern und Ihrem Vorbild nacheifern
zu können. Machen Sie sich auch ganz klar, wie viel
Energie und Zeit Sie zu investieren bereit sind.
2. Akzeptieren
und respektieren Sie den aktuellen Stand der Dinge. Für
die Eigenmotivation ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre momentanen
Möglichkeiten annehmen - und zwar unabhängig davon,
wo Sie stehen! Ihr wichtigstes Ziel sollte nicht sein, Ihr
Vorbild unbedingt und schnell zu erreichen. Sondern Ihre
Möglichkeiten systematisch und Schritt für Schritt
auszubauen und - ohne Druck, Stress und Frust - sich Ihren
Möglichkeiten entsprechend zu verbessern.
3. Wählen
Sie bewusst und sehr überlegt aus, an wem Sie sich
orientieren wollen. Wenn die Unterschiede zwischen Ihnen
und Ihrem Vorbild sehr groß sind, besteht die Gefahr,
dass Sie verkrampft und verbissen werden und sich schnell
schlecht fühlen. Falls Sie zu den Leuten gehören,
die alles schnell perfekt können und machen wollen/müssen,
ist es besser, sich mit jemandem zu vergleichen, den Sie
realistischerweise bald einholen können. Und sich dann
ein neues Vorbild zu suchen ...
4. Sie können sich auch vor Augen führen, wie
viel Erfahrung und Praxis (eventuell auch spezielle
Begabung) Ihr Vorbild Ihnen voraushat. Natürlich
ist es unmöglich, in ein paar Wochen das Niveau zu
erreichen, das sich ein anderer in Jahren oder Jahrzehnten
erarbeitet hat.
Tipp:
Fragen Sie die Person, mit der Sie sich vergleichen, wie
sie es geschafft hat, so gut zu werden. Und lassen Sie sich
Tipps geben, worauf es besonders ankommt.
5. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst und auf Ihre
Fortschritte, so klein diese auch sein mögen. Das
ist viel befriedigender und motivierender, als sich nur
nach außen zu orientieren und sich ständig mit
jemand anderem zu vergleichen. So ist die Wahrscheinlichkeit
viel größer, dass Sie dranbleiben und tatsächlich
dauerhafte Fortschritte machen.
6. Machen Sie sich klar: Vielleicht werden Sie nie das
Niveau Ihres Vorbilds erreichen! Das ist egal. Worauf
es wirklich ankommt, ist, dass Sie sich selbst weiterentwickeln
und Ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend
verbessern.
Tipp:
Hatha Yoga praktizieren
Wenn Sie sehr außenorientiert sind und sich oft mit
anderen vergleichen, mit denen Sie sich besser nicht vergleichen
sollten, könnte Hatha Yoga gut für Sie sein. Es
könnte Ihnen dabei helfen, diese Tendenz abzuschwächen
und den Blick mehr auf sich zu lenken. Denn das rein nach
außen gerichtete Leistungsstreben abzumildern, ist
eines der vielen Ziele von Yoga.
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