|
Ganz
egal, ob man sich in der Arbeit unterfordert fühlt
oder ob man mehr als genug zu tun hat, unabhängig
davon, ob man Routinetätigkeiten macht oder komplexe
Projekte betreut: Manchmal fühlt man sich "hirnmäßig"
nicht gefordert.
Die
naheliegende Lösung ist Weiterbildung: eine Sprache
neu lernen oder vertiefen, ein Fernstudium aufnehmen ...
oder oder oder. Doch nicht jeder möchte tatsächlich
so einen großen "Brocken" an Arbeit auf
sich nehmen. Denn der Wunsch, sein Gehirn auf Trab zu halten,
muss ja nicht gleichzeitig mit einem hohen Zeiteinsatz einhergehen.
Im Gegenteil: Häufig nimmt man sich tatsächlich
viel zu viel auf einmal vor was meist darin mündet,
dass man nach kurzer Zeit die Waffen streckt oder erst gar
nicht in die Gänge kommt.
Nutzen
Sie die zahlreichen Kleinigkeiten, die Sie voran bringen
und die Sie gut im Alltag unterbringen. Hier einige Beispiele
zu Ihrer Inspiration:
Rhythmus/Musik
Bewegung
Gedächtnisspiele
Spiele
spielen!
Wortschatz
ausweiten
Hobby/Expertentum
Rhythmus/Musik
Mögen
Sie Musik? Eine sehr gute Möglichkeit, so gut wie überall
durchführbar, sind Rhythmusübungen. Den Takt zu
einem Lied mitklopfen oder sich einen Rhythmus in Gedanken
vorsingen und mitwippen. Nicht jeder schafft es auf Anhieb,
im Takt und in der richtigen Geschwindigkeit zu bleiben.
Wers schwieriger mag, kann Isolationsübungen
machen: Die Füße klopfen einen anderen Takt als
die Hände beide Füße unterschiedlich,
beide Hände ebenso.
Eine
schöne Übung in dem Zusammenhang:
Probieren
Sie mal aus, wie gut Sie abschneiden ... klopfen Sie sich
gleichzeitig mit der rechten flachen Hand (leicht!) auf
den Kopf und beschreiben mit der anderen Hand Kreise auf
Ihrem Bauch. Klappts? Jetzt Richtung wechseln
dann Hände tauschen.
Okay,
diese Übung sieht in der Öffentlichkeit etwas
seltsam aus ... nehmen Sie sie nur als Beispiel, dann sehen
Sie auch sofort, wie es mit Ihrer Koordination aussieht.
Nicht frustriert sein, wenn es nicht auf Anhieb klappt!
Wer
tiefer einsteigen will, der sollte sich mal die Rhythmus-
bzw. Trommelkurse beispielsweise bei der VHS ansehen. Es
gibt diese auch als Wochenendseminar. Ein sehr gutes Gehirntraining
und sehr entspannend, weil man aktiv was tut.
Bewegung
Auch
Bewegung fordert selbstverständlich Ihr Gehirn. Und
das Interessante: Das Hirn lernt, selbst wenn man nicht
ständig übt.
Gehen
Sie in ein Fitnessstudio? Ein schönes Gedächtnistraining
sind alle Stunden, bei denen Schrittkombinationen wichtig
sind. Viele Leute meiden diese Stunden, weil sie ihnen zu
schwierig erscheinen. Und tatsächlich: Beim ersten
Mal kommt man sich ziemlich bescheuert vor, wenn alle mitkommen
und man selbst überhaupt nichts begreift. Vor allen
Dingen die Koordination von Armen und Beinen (siehe auch
die Isolationsübungen oben) ist extrem schwierig am
Anfang.
Probieren
Sies mal aus: Das Schöne daran ist, dass Sie
sich nicht nur sportlich betätigen, sondern auch ganz
aktiv Ihr Hirn fordern. Ein tolles Gefühl, wenn man
bereits nach kurzer Zeit bemerkt, dass man Bewegungsabläufe
"intus" hat und lockerer mitkommt. Positiver Nebeneffekt:
Neue Bewegungen kriegt man ebenfalls schneller gebacken.
Das
Gleiche gilt natürlich auch für Tanzkurse etc.
Gedächtnisspiele
Komisch.
Als Kind spielt man sie meistens begeistert und ohne Ende
Gedächtnisspiele. Ich erinnere mich an Spiele
wie "Ich packe in meinen Koffer ..." oder ähnliche
"lange Sätze". Kennen Sie sicher auch, oder?
Einer beginnt einen Satz und die anderen fügen jeweils
ein Wort dazu. Und diese lange Kette wird stetig wiederholt.
Beispiel:
Ich packe in meinen Koffer ein Handtuch ... (nächste
Person) Ich packe in meinen Koffer ein Handtuch und eine
Blumenvase (nächste Person) Ich packe in meinen Koffer
ein Handtuch, eine Blumenvase, ein Stoffkamel, ...
Auf diese Art kann man endlos weitermachen.
Wenn
Ihnen diese Variante zu kindisch ist, dann wählen Sie
einfach einen anderen Satzbeginn oder irgendein bestimmtes
Thema. Vielleicht haben Sie eine Bekannte, die auch so gerne
Beatles-Lieder hört, dann zählen Sie mal Beatles-Songs
hintereinander auf. Oder Kundennamen, oder oder oder
Wann
haben Sie zuletzt ein Gedicht auswendig gelernt? Vielleicht
kennen Sie ja noch einen kleinen Teil von früher aus
der Schulzeit ... ach, Sie kennen noch die ersten Strophen
der "Bürgschaft" auswendig? Wie siehts
mit dem Rest aus?
Ein
weiterer Tipp ist das gute alte Kopfrechnen: Na? Sind Sie
auch so grottenschlecht im Kopfrechnen geworden seit Taschenrechner,
Excel & Co.? Trauen Sie sich auch nicht mehr und rechnen,
wenn Sie schon mal was im Kopf ausrechnen, das Ganze anschließend
nach? Willkommen im Club.
Eine
schöne Möglichkeit, Ihr Gehirn auf Touren zu bringen
ist es, zurück zum Kopfrechnen zu gehen: am Arbeitsplatz
oder beim Einkaufen im Supermarkt bzw. im Restaurant (schon
mal im Kopf die Preise zusammenrechnen und dann sehen, ob
es stimmt Sie können sich für den Anfang
ja auf glatte Beträge beschränken, dann haben
Sies zwar nur Daumen mal Pi, aber auch bereits trainiert).
Vielleicht
möchten Sie auch in puncto Rechnen gemeinsam mit jemandem
üben? Dann empfehle ich Ihnen den "Rechenkönig".
Kennen Sie vielleicht ebenfalls noch aus der Schule: Einer
gibt einfache Rechnungen vor zum Beispiel das kleine
Einmaleins, wer die Lösung am schnellsten hat, ruft
sie laut raus. In der Regel tritt man in Zweier-Gruppen
an und die jeweiligen Sieger spielen gegeneinander.
Auch
Rätsel lösen fordert: Ob Sie sich für Kreuzwort-
oder Worträtsel entscheiden oder lieber heftig schwierige
Text- und Matherätsel lösen Publikationen
gibt es genug und auch das Internet ist eine gute Quelle.
Lassen
Sie Ihrer Phantasie freien Lauf: ob Sie im Kopf, auf Papier
oder per PC Spielen möchten.
Spiele
spielen!
Wann
haben Sie zuletzt gespielt? Es gibt eine breite Palette
an Gesellschaftsspielen, die Sie auf Zack bringt. Ob Sie
sich für Zeichenspiele ("Die Montagsmaler",
"Images" etc.) entscheiden, bei denen eine Person
unter Zeitdruck Wörter oder Sprüche zeichnen muss.
Ob es gleich so richtig Pantomime sein soll. Oder ob Sie
sich für Strategie- und Denk-Brettspiele entscheiden:
Sie tun was für sich und für Ihre Reaktionsgeschwindigkeit,
Denke und Kreativität.
Wortschatz
ausweiten
Egal,
ob die deutsche oder eine Fremdsprache: Weiten Sie doch
Stück für Stück ganz gemächlich,
aber dafür regelmäßig, Ihren aktiven Wortschatz
aus.
Ein
ganz normales Wörterbuch oder eins mit Fremdwörtern
bzw. Synonymen reicht schon aus. Suchen Sie sich jeden Tag
ein Wort aus, über das Sie sich genauer informieren
und das Sie dann an diesem Tag bewusst versuchen, in Ihren
Tag einzubauen.
Das
kann ganz ernsthaft geschehen oder Sie suchen sich
mit Absicht irgendein völlig abstraktes Wort und machen
sich einen Spaß aus der Herausforderung, dieses Wort
unterzubringen.
Auch
in einer Fremdsprache, die Sie möglicherweise schon
sehr gut beherrschen, lohnt sich das.
Fürs
Englische hier zwei Tipps für Sie:
http://www.owad.de
one word a day
Sie erhalten jeden Tag per E-Mail ein kleines Quiz mit einem
neuen Wort und einer Erklärung.
http://dict.leo.org/?lang=de
Wörterbuch Engl.-Dt./Dt.-Englisch
Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, englische Nachrichten
und Artikel zu lesen. Immer wenn mir ein Wort nicht geläufig
ist, das mich neugierig macht, sehe ich bei leo.org nach
und versuche, mir das Wort zu merken bzw. es so schnell
wie möglich praktisch umzusetzen, denn dann bleibt
es eher hängen.
Es helfen
auch Wortketten oder sonstige Wortspiele. Während Sie
im Stau stehen, überlegen Sie sich doch mal alle Wörter,
die Sie für "Freude" kennen oder für
"Ärger" oder oder oder. Ein schöner
Nebeneffekt ist es, dass Sie sich über die einzelnen
Bedeutungsnuancen klarer werden.
Hobby/Expertentum
Am leichtesten
fällt lernen und üben, wenn man sich für
etwas wirklich interessiert. Kennen Sie noch den "Großen
Preis" mit Wim Thoelke? Kandidaten hatten ein Spezialgebiet,
das waren manchmal ganz schön abstrakte Interessensbereiche
... und darüber wussten diese Kandidaten alles, zumindest
kam es einem so vor.
Auch
wenn Sie "nicht so der Hobbymensch" sind
sicherlich interessieren Sie sich für irgendetwas:
Finden Sie gezielt mehr darüber heraus, lesen Sie sich
Details an, erinnern Sie sich bewusst daran.
Unser
Hauptziel momentan ist es ja, Ihr Gedächtnis auf Trab
zu bringen ein schöner Nebeneffekt ist es, dass
Sie sich gleichzeitig in einem Bereich, für den Sie
sich interessieren, ein größeres Wissen aneignen.
Tipp:
Gemeinsam mit Kollegen oder Familie/Freunden.
Das
Schöne: Erfolge feiern!
Alle
diese spielerischen Ansätze haben eins gemeinsam
abgesehen davon, dass Sie sich wie nebenbei fordern und
gedanklich aktiv bleiben, können Sie konkrete Erfolge
feiern. Denn jede der beispielhaft genannten Aktivitäten
bringt Ihnen zusätzliche Fähigkeiten oder Kenntnisse.
Und das ganz nebenbei!
Viel
Spaß!
|