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Natürlich
ist das Thema Weiterbildung ein sehr großes: Ob es
sich um langfristige Fortbildungen mit Abschluss handelt,
ob Sie nebenbei an der einen oder anderen Fähigkeit
etwas feilen möchten oder ob Sie etwas von Grund auf
neu lernen möchten: Die Möglichkeiten sind vielfältig
- sowohl
was die Themen angeht
- als auch die Wege
Was
haben Sie vor?
Bevor
Sie sich überhaupt gezielt ans Weiterbilden machen
können, ist es wichtig, zu hinterfragen, was Sie eigentlich
möchten. Also mit welchem Ziel möchten Sie eine
bestimmte Fähigkeit erlernen oder vertiefen? Was streben
Sie an?
Oft
haben wir beispielsweise mit Menschen zu tun, die "eigentlich"
gar keine Fortbildung machen möchten, die sich aber
- durch Umfeld, Presse etc. - mehr oder weniger dazu genötigt
fühlen. Man "muss"/"sollte" ja
etwas machen. Und nur dann, wenn man sich weiterbildet,
wird man was.
Und
so kommt es, dass sich so mancher in eine Fortbildung stürzt,
der lieber abends ins Kino gehen würde oder in die
Kneipe.
Tipp:
Hinterfragen Sie immer zunächst Ihr Ziel.
o Warum möchten Sie eine Fortbildung machen? Was genau
ist Ihre Motivation?
o Inwiefern ist Ihnen das Thema der Weiterbildung klar?
Erst
im nächsten Schritt geht es darum, wie intensiv, wie
lange und in welcher Lernform Sie das Ziel angehen möchten.
Zum
Thema Ziele/Motivation drei (echte) Beispiele in diesem
Zusammenhang:
(1)
Die Angestellte, Anfang 30, hat immer schon neben dem Beruf
eine Fortbildung nach der anderen gemacht. Dabei ging es
nie um kurzfristige Seminare, sondern immer um langwierige
Studien. Auf Nachfragen stellt sich heraus, dass sich die
Person im Beruf nie anerkannt fühlt. Sie macht einen
Abschluss nach dem anderen und hofft, dass sich die Anerkennung
"einstellt".
(2)
Der Sachbearbeiter möchte gerne eine Gehaltserhöhung.
Er ist der Ansicht, dass er seinem Unternehmen viel bringt
und schon längst mehr Geld verdient hätte. Das
direkte Gespräch sucht er jedoch nicht. Statt dessen
geht er den Umweg über die Fortbildung: Er denkt, dass
mit einem Schein automatisch sein "Wert" steigt
und der Chef spätestens dann von sich aus mit einer
Erhöhung kommen wird.
(3)
Die Angestellte in der Finanzabteilung eines internationalen
Konzerns überzeugt ihr Unternehmen, ihr eine Fortbildung
zum Bilanzbuchhalter zu bezahlen - und außerdem ihre
Arbeitszeiten von fünf auf vier Tage pro Woche zu verkürzen,
damit sie besser lernen kann. Leider hat die Angestellte
ihr lange gehegtes Ziel für diese Fortbildung nicht
vor der Anmeldung hinterfragt. Tatsächlich war dieses
Ziel nämlich schon längst veraltet. (siehe auch
das entsprechende Interview)
Anhand dieser Beispiele wird schon klar, wie vielschichtig
das Thema überhaupt ist. Wie immer gilt: Nur wenn Sie
wissen, was Sie konkret anstreben und warum, können
Sie an der richtigen Schraube drehen.
Geplant
rangehen
"Ich
bin doch keine Alexandra G.!" Das ist ein geflügeltes
Wort unter einigen meiner Bekannten geworden. Alexandra
G. war eine frühere gemeinsame Kollegin. Und sie ist
unerreichter Meister der Konsequenz! Es war wirklich faszinierend,
was Alexandra alles geregelt bekam, sobald sie sich dafür
entschieden hatte. Gestern keinerlei Sport gemacht, ab morgen
dreimal die Woche im Fitnessstudio. Ernährung umstellen
wäre gut: Erledigt. Zweijährige Fortbildung mit
Abendschule viermal pro Woche neben dem Vollzeit-Job: Durchgezogen.
Toll!
Und doch gelingt diese Konsequenz - verbunden mit der entsprechenden
Ausdauer - nicht vielen Menschen.
Überlegen
Sie sich also im zweiten Schritt, was der geeignete Weg
für Sie ist, die Weiterbildung anzupacken.
Und hier ist relevant:
o Zeit/Dauer
o Lernform
o Geld
Tipp:
Bleiben Sie offen, wenn Sie in dieser Informations-Sammelphase
sind. Sagen Sie nicht gleich: Das geht nicht! Das krieg
ich so nie gebacken! Das kann ich mir nicht leisten! Da
macht mein Chef nicht mit! ... Wer so plant, der kommt nie
zu Potte.
Denken Sie und sammeln Sie Informationen. Der Realitäts-Check
kommt anschließend, wenn alles "auf dem Tisch
liegt".
Fragen
Sie sich also jeweils:
o Wieviel
Zeit (a) kann und (b) möchte ich für die Fortbildung
investieren, sowohl was die Gesamtdauer als auch was die
Lernintensität angeht.
o Was
für eine Lernform ist mir am liebsten? Habe ich genug
Disziplin für einen Fernkurs? Oder weiß ich,
dass ich etwas mit Präsenzseminaren machen muss, damit
ich unmittelbar Rückmeldung bekomme und Fragen stellen
kann? Lerne ich lieber in einer Gruppe oder für mich
alleine? Bin ich eher praktisch orientiert und lerne anhand
von zuschauen/selbst machen - oder brauche ich intensive
theoretische Grundlagen und Zusammenhänge?
o Wieviel
Geld (a) kann und (b) möchte ich investieren? Denken
Sie hier in Plan A und Plan B. Plan A ist, wenn Sie anderweitig
finanzielle Unterstützung bekommen. Plan B ist, wenn
Sie selbst bezahlen.
Tipp:
Denken Sie daran, dass "teuer" nicht automatisch
"besser" ist. Es gibt hervorragende Fortbildungen
für wenig und für viel Geld.
Wenn
Sie nicht ganz sicher sind, ob eine spezielle Fortbildung
etwas für Sie ist, dann rufen Sie den entsprechenden
Trainer einfach an. Ein gutes Institut stellt gerne den
Kontakt zu seinen Dozenten her. Gerade bei umfassenderen
Fortbildungen ist es oft auch ganz gut, mit Leuten zu sprechen,
die diese Weiterbildung selbst durchgezogen haben. Fragen
Sie nach früheren Teilnehmern und nehmen Sie Kontakt
auf.
Tipp:
Stellen Sie jeweils konkrete Fragen, dann erhalten Sie von
Trainern/ehemaligen Teilnehmern qualitativ hilfreicheres
Feedback als wenn Sie nur Fragen "Wie ist es?"
Unterstützung
von der Firma
Fragen
Sie Ihr Unternehmen, inwieweit man Sie bei Ihrer Weiterbildung
aktiv unterstützt. Das kann in Form von finanzieller
Unterstützung sein - es kann auch in Form von zeitlichen
Zugeständnissen sein.
Beispiel:
Sie möchten in der Volkshochschule Ihr Englisch aufpolieren.
Das würde aber bedeuten, dass Sie zehnmal jeden Mittwoch
wirklich pünktlich raus müssen, besser noch eine
Viertelstunde früher.
Informieren
Sie Ihren Chef - und anschließend auch Ihre Kollegen
- darüber. So brauchen Sie nicht jede Woche wieder
auf glühenden Kohlen zu sitzen.
Bei
längerfristigen Fortbildungen, die von der Thematik
her dem Unternehmen zu Gute kommen, können Sie übrigens
auch nachfragen, ob man die Fortbildung bezuschusst oder
ganz bezahlt. Teilweise wünschen sich Firmen dann im
Gegenzug, dass man sich verpflichtet, mindestens zwei-drei
Jahre nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung bei der
Firma zu bleiben. Andernfalls ist alles oder ein Teil zurückzubezahlen.
Sofern Sie ohnehin nicht vorhaben zu wechseln, ist das ein
guter Deal. Bringen Sie Ihr Unternehmen auf diese Idee,
wenn das bisher nicht üblich ist.
Tipp:
Wichtig ist, dass Sie aus Sicht des Unternehmens überlegen
und argumentieren:
- Was
hat die Firma davon, dass ich mich weiterbilde?
- Was
hat die Firma davon, dass ich mich genau in diesem Bereich
weiterbilde?
- Was
sind meine kurz-/mittel-/langfristigen Ziele innerhalb des
Unternehmens? Immerhin machen Sie die Fortbildung ja mit
einem gewissen Grund - viele Leute planen beispielsweise
einen internen Wechsel oder eine Ausweitung des Verantwortungsgebietes.
Rechnen Sie auch mit diesen Fragen bzw. sprechen Sie das
bei Ihrem Chef an.
Argumentieren
Sie aber bitte niemals nur mit Ich-ich-ich. Denn ganz klar:
Wenn sich Ihre Firma beteiligen soll, dann möchte sie
auch was davon haben.
Nicht
von Dritten abhängig machen
Machen
Sie Ihre Fortbildung aber bitte nicht von der Unterstützung
Ihres Arbeitgebers abhängig. Und auch nicht von Zeit
und Geld. Viel zu oft werfen Menschen ihre Ziele weg, nur
weil ihr "Plan A" nicht zum Tragen kommt.
Denken
Sie daran, wie vielfältig Ihre Möglichkeiten sind
sich weiterzubilden. Wenn Sie sich keine "teuren Kurse"
leisten können, sehen Sie sich mal in der VHS um (die
zu Unrecht oft ein negatives Image hat). Wenn Sie zeitlich
zu eingespannt sind, greifen Sie zu einem guten Buch, das
Ihnen neue Impulse bietet. Oder suchen Sie sich in Ihrem
privaten oder beruflichen Umfeld Menschen, die das, was
Sie sich aneignen möchten, gut können oder haben
(wenn es um Eigenschaften/Fähigkeiten geht) - und lassen
Sie es sich aktiv beibringen oder schauen Sie sich Positives
ab!
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