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Erfolgreich durch Souveränität im Umgang mit anderen
  von Christine Öttl
 

Fachliche Kompetenz ist wichtig und unerlässlich, um im Beruf erfolgreich zu sein. Doch mindestens genauso wichtig ist die Beziehungsebene: das Image, das man als Mensch bei Vorgesetzten und Kollegen hat, das persönliche Ansehen, die Anerkennung und der Respekt, die man bei anderen genießt.
Und genau wie fachliches Know-how lässt sich soziale Kompetenz erwerben, üben und perfektionieren.

Es geht hier keinesfalls darum, wie man sich selbst verstellen und möglichst gut schauspielern kann, um andere um den Finger zu wickeln und schneller und einfacher zum Ziel zu kommen. Wer unlautere Spiele spielt und manipulative Techniken anwendet, erreicht vielleicht kurzfristig etwas. Langfristig jedoch verbaut man sich dadurch die Chance, wirklich erfolgreich zu sein oder gar von anderen Unterstützung zu bekommen. Denn: Menschen merken sehr schnell, wenn man unehrlich ist und zu manipulieren versucht.

 

Wenn man Menschen für sich und die eigenen Ziele gewinnen will, sollte man die eigene Kommunikationsfähigkeit verbessern und trainieren und durch Offenheit und Klarheit überzeugen.

Und sich immer folgende Gesetzmäßigkeit vor Augen halten:

 

Man kann nur sich selbst und das eigene Verhalten direkt beeinflussen

Natürlich ist es viel bequemer, die anderen für Schwierigkeiten und missglückte Kommunikation verantwortlich zu machen und den Schwarzen Peter weiterzugeben. Wer seine zwischenmenschlichen Beziehungen wirklich verändern will, muss bei sich selbst anfangen und das eigene Verhalten, die eigene Reaktion auf das Umfeld und den eigenen Kommunikationsstil verändern.

 

Die Verantwortung für die eigenen Verhaltensweisen übernehmen

Souverän kommunizieren, Gespräche in die gewünschte Richtung leiten anstatt sie eskalieren zu lassen, kann nur, wer die Kontrolle behält. Wenn man sich provozieren und von den Emotionen überwältigen lässt, erreicht man nur selten seine Ziele.

Auf einen Angriff kann man entweder mit einem Gegenangriff reagieren oder etwas abwarten, ruhig und bestimmt nachfragen, was das Gegenüber denn mit seiner Aussage genau meine, aktiv zuhören und so der Situation die Schärfe nehmen und das Gespräch in konstruktivere Bahnen lenken. Den Angriff verhindern kann man nicht („Wenn der andere das nicht tun würde, hätte ich kein Problem!"), aber man kann die Kontrolle über die eigene Reaktion bewahren und so den weiteren Verlauf des Gesprächs und der Beziehung zu dem anderen bestimmen.

 

Offen sein und Dinge direkt mit dem Betroffenen besprechen

Nichts ist einfacher als über Schwierigkeiten oder Dinge, die einem nicht gefallen, hinter dem Rücken des Betroffenen zu sprechen, sich Gesinnungsgenossen zu suchen und gemeinsam zu schimpfen und zu jammern. Aber nichts ist unproduktiver und vergiftet die Atmosphäre und die zwischenmenschlichen Beziehungen mehr. Und trägt nicht im geringsten zu einer Besserung bei.

Der schwierigere und gleichzeitig einzige wirklich konstruktive Weg ist, mit der betroffenen Person über die Sache zu sprechen und so eine Veränderung und Verbesserung der Situation anzugehen. Das ist auch die einzig faire Vorgehensweise: Wer möchte schließlich, dass die anderen hinter dem Rücken über einen reden, ohne selbst die Chance zu bekommen, sich dazu zu äußern?

 

Eine Aussprache nicht zu lange aufschieben

Häufig eskalieren Situationen nur deshalb, weil man ein klärendes Gespräch aufschiebt und aufschiebt. Und dann explodiert. Besser und weniger anstrengend für alle Beteiligten ist es, sich früher ein Herz zu nehmen und die unliebsame Sache auf den Tisch zu bringen.

Auch „Nichtigkeiten", die einen nerven und stören, verlieren nichts von ihrer Brisanz, wenn man sie in sich hineinfrisst („Ist ja gar nicht so schlimm.") Ganz im Gegenteil.

 

Auch Positives sagen

Jeder hört gerne Positives und freut sich über anerkennende Worte. Trotzdem sind die meisten sehr zurückhaltend mit Nettigkeiten oder Lob, finden es aber gleichzeitig schade, selbst so wenige Anerkennung von anderen zu bekommen.

Fangen Sie bei sich selbst an: Machen Sie anderen Komplimente und sagen Sie was Positives. Vorausgesetzt natürlich, dass Sie es ehrlich meinen!

 

Unklarheiten mit dem Betroffenen klären

Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist oder Sie ein seltsames Gefühl haben. Es ist viel zielführender und effizienter als zu spekulieren, was der andere wohl gemeint haben könnte.

 

Sich in die Lage des anderen versetzen

Zwischenmenschliche Kommunikation ist nicht zuletzt deshalb so komplex und schwierig, weil jeder der eigenen Situation entsprechend handelt und davon überzeugt ist, im Recht zu sein. Deshalb bringt es wenig, in Opposition zu gehen und die Sichtweise des Gegenübers zu übergehen oder zu zerreden. Wer souverän mit anderen umgehen will, muss deren Standpunkt ernstnehmen, die Situation des anderen nachvollziehen und respektieren. Und erst dann reagieren.

 

Den richtigen Ton und die richtigen Worte finden

Was verletzt und deshalb die zwischenmenschlichen Beziehungen vergiftet, sind nicht die Inhalte, sondern die Art, wie sie geäußert werden. Wer sich auf das Gegenüber einstellt, sensibel und respektvoll, aber trotzdem klar und bestimmt sagt, was zu sagen ist, kann alles sagen.

Souverän zu bleiben, auch in schwierigen Situationen, stärkt das Selbstwertgefühl enorm. Und das Selbstwertgefühl trägt wesentlich dazu bei, wie erfolgreich und zufrieden man durchs Leben geht.

   
   
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