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Karrierefaktor: anerkannt im Team
  von Gitte Härter
 
 

Oft denkt man nur an den Chef oder an Kunden, wenn man eine besonders gute Figur machen will. Die Kollegen bleiben oft außen vor: Mit einigen versteht man sich so supergut, dass man gar nicht über den professionellen Eindruck nachdenkt. Und anderen geht man aus dem Weg oder ist einfach distanziert.

Dabei ist das Standing im Kollegenkreis sehr relevant dafür, wie anerkannt man ist. Ganz abgesehen davon, dass Sie viel lieber in die Arbeit gehen, wenn Sie sich mit Ihren Kollegen gut verstehen und sich wertgeschätzt fühlen.

 

Wollen Sie mehr Verantwortung?

Wer eine Führungsposition anstrebt oder generell mehr "zu sagen" haben will, wird auch nach der Interaktion mit Kollegen beurteilt:

- Traut man der Person Verantwortung zu?

- Wie geht sie mit allen Kollegen um? Welches Verhältnis hat sie zu anderen?

- Unterstützt sie Kollegen, sorgt für einen guten Informationsfluss und sucht bei Konflikten das direkte Gespräch?

- Ist die Person zugänglich, kommen die Kollegen zu ihr mit Fragen oder Kritik?

- Welches Image hat sie im Unternehmen, auch was das Persönliche angeht?


Wenn diese Aspekte stimmen, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass man mehr Verantwortung übertragen bekommt. Und der Einstieg in eine Führungsposition oder Projektleitung ist wesentlich leichter, wenn man sich der Unterstützung der Teamkollegen sicher sein kann.

Wer für seine Kollegen nicht greifbar ist, sich distanziert verhält oder auch eher als Ulknudel oder Jammerkopf bekannt ist, der schadet sich.

Karriere machen - wie auch immer Sie das für sich definieren - bedeutet auch, dass Sie mit allen Kollegen einen respektvollen und professionellen Umgang pflegen.


Übung:

(1) Gehen Sie in Ruhe mal alle Ihre Kollegen durch und schreiben Sie sich auf, wie Sie jeden einzelnen so sehen und zu dieser Person stehen. Dann merken Sie schnell, mit wem Sie locker umgehen, wo Sie eher "zumachen" oder wen Sie am Ende komplett meiden. Achten Sie bitte natürlich auch auf Nuancen und beschränken sich nicht nur auf "mag ich nicht" oder "schätze ich".

(2) Versetzen Sie sich in einem zweiten Schritt in diese einzelnen Kollegen hinein und betrachten Sie sich selbst aus deren Perspektive: Wie erleben diese Sie? Wenn wir beispielsweise jemanden mögen, verhalten und geben wir uns ganz anders, als wenn wir jemanden für einen Idioten halten. Denn unsere innere Einstellung und Beziehung zu anderen beeinflusst maßgeblich, wie wir uns verhalten.

 

Sind Sie auch intern serviceorientiert?

Service- und Kundenorientierung werden häufig groß geschrieben. Und damit meine ich nicht plakative Werbeslogans: Viele Menschen geben sich tatsächlich mit Kunden und externen Geschäftspartnern große Mühe. Doch wie sieht es firmenintern aus?

Sind Sie am Telefon vielleicht superfreundlich mit Kunden, nur um nach dem Auflegen zu schimpfen wie ein Rohrspatz - was wiederum die Kollegen abkriegen?

Achten Sie einmal ganz bewusst darauf, wie Sie sich im Kollegenkreis verhalten. Dazu gehören wichtige Aspekte wie:

- Geben Sie gerne Auskunft, wenn jemand nicht weiter weiß?

- Teilen Sie Wissen und Informationen oder halten Sie alles zurück?

- Gehen Sie respektvoll mit der Zeit anderer um oder überziehen Sie Deadlines, führen häufig Privatgespräche, gehen unvorbereitet in interne Besprechungen ...?

- Unterstützen Sie andere, können aber auch freundlich, aber klar Grenzen ziehen?


Tipp: Besprechen Sie diese Punkte doch auch einmal im Kollegenkreis!


Abgesehen davon, dass Sie sich und das Leben Ihrer Kollegen angenehmer machen, verschaffen Sie sich Anerkennung und man wird Sie als Kollege schätzen. Unnötig zu sagen, dass es wichtig ist, es auch zu meinen und nicht nur alibimäßig die eine oder andere Veränderung einzustreuen.


  Möchten Sie Ihr Image im Kollegenkreis und dem Chef gegenüber verbessern? Haben Sie keine Ahnung, wieso man sich Ihnen gegenüber distanziert verhält oder Sie gar meidet? Wollen Sie selbstbewusster werden und Ihre positiven Eigenschaften und Stärken kennen(lernen)? Dann nutzen Sie die zahlreichen Anregungen und Übungen in unserem Buch:
 
 
   
   
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