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Oft
denkt man nur an den Chef oder an Kunden, wenn man eine
besonders gute Figur machen will. Die Kollegen bleiben oft
außen vor: Mit einigen versteht man sich so supergut,
dass man gar nicht über den professionellen Eindruck
nachdenkt. Und anderen geht man aus dem Weg oder ist einfach
distanziert.
Dabei
ist das Standing im Kollegenkreis sehr relevant dafür,
wie anerkannt man ist. Ganz abgesehen davon, dass Sie viel
lieber in die Arbeit gehen, wenn Sie sich mit Ihren Kollegen
gut verstehen und sich wertgeschätzt fühlen.
Wollen
Sie mehr Verantwortung?
Wer
eine Führungsposition anstrebt oder generell mehr "zu
sagen" haben will, wird auch nach der Interaktion mit
Kollegen beurteilt:
- Traut
man der Person Verantwortung zu?
- Wie
geht sie mit allen Kollegen um? Welches Verhältnis
hat sie zu anderen?
- Unterstützt
sie Kollegen, sorgt für einen guten Informationsfluss
und sucht bei Konflikten das direkte Gespräch?
- Ist
die Person zugänglich, kommen die Kollegen zu ihr mit
Fragen oder Kritik?
- Welches
Image hat sie im Unternehmen, auch was das Persönliche
angeht?
Wenn diese Aspekte stimmen, ist es sehr viel wahrscheinlicher,
dass man mehr Verantwortung übertragen bekommt. Und
der Einstieg in eine Führungsposition oder Projektleitung
ist wesentlich leichter, wenn man sich der Unterstützung
der Teamkollegen sicher sein kann.
Wer
für seine Kollegen nicht greifbar ist, sich distanziert
verhält oder auch eher als Ulknudel oder Jammerkopf
bekannt ist, der schadet sich.
Karriere
machen - wie auch immer Sie das für sich definieren
- bedeutet auch, dass Sie mit allen Kollegen einen respektvollen
und professionellen Umgang pflegen.
Übung:
(1)
Gehen Sie in Ruhe mal alle Ihre Kollegen durch und schreiben
Sie sich auf, wie Sie jeden einzelnen so sehen und zu dieser
Person stehen. Dann merken Sie schnell, mit wem Sie locker
umgehen, wo Sie eher "zumachen" oder wen Sie am
Ende komplett meiden. Achten Sie bitte natürlich auch
auf Nuancen und beschränken sich nicht nur auf "mag
ich nicht" oder "schätze ich".
(2)
Versetzen Sie sich in einem zweiten Schritt in diese einzelnen
Kollegen hinein und betrachten Sie sich selbst aus deren
Perspektive: Wie erleben diese Sie? Wenn wir beispielsweise
jemanden mögen, verhalten und geben wir uns ganz anders,
als wenn wir jemanden für einen Idioten halten. Denn
unsere innere Einstellung und Beziehung zu anderen beeinflusst
maßgeblich, wie wir uns verhalten.
Sind
Sie auch intern serviceorientiert?
Service-
und Kundenorientierung werden häufig groß geschrieben.
Und damit meine ich nicht plakative Werbeslogans: Viele
Menschen geben sich tatsächlich mit Kunden und externen
Geschäftspartnern große Mühe. Doch wie sieht
es firmenintern aus?
Sind
Sie am Telefon vielleicht superfreundlich mit Kunden, nur
um nach dem Auflegen zu schimpfen wie ein Rohrspatz - was
wiederum die Kollegen abkriegen?
Achten
Sie einmal ganz bewusst darauf, wie Sie sich im Kollegenkreis
verhalten. Dazu gehören wichtige Aspekte wie:
- Geben
Sie gerne Auskunft, wenn jemand nicht weiter weiß?
- Teilen
Sie Wissen und Informationen oder halten Sie alles zurück?
- Gehen
Sie respektvoll mit der Zeit anderer um oder überziehen
Sie Deadlines, führen häufig Privatgespräche,
gehen unvorbereitet in interne Besprechungen ...?
- Unterstützen
Sie andere, können aber auch freundlich, aber klar
Grenzen ziehen?
Tipp: Besprechen Sie diese Punkte doch auch einmal im Kollegenkreis!
Abgesehen davon, dass Sie sich und das Leben Ihrer Kollegen
angenehmer machen, verschaffen Sie sich Anerkennung und
man wird Sie als Kollege schätzen. Unnötig zu
sagen, dass es wichtig ist, es auch zu meinen und nicht
nur alibimäßig die eine oder andere Veränderung
einzustreuen.
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