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Sie
sind der Meinung, dass Sie mehr Geld verdienen? Dann lassen
Sie uns erst mal sehen, ob das tatsächlich stimmt.
Wichtige
Faktoren für ein erfolgreiches Gehaltsgespräch
sind
- sich
selbstkritisch mit sich auseinander zu setzen
die Situation auch aus Sicht des Vorgesetzten/der Firma
zu sehen
- zu
wissen, was Sie wollen: konkret werden!
begründen zu können, warum Sie die Erhöhung
verdienen
- sich
auf das Gespräch gut vorzubereiten
Dieser
Text hilft Ihnen dabei, sich optimal auf Ihr Gehaltsgespräch
vorzubereiten.
Absolutes
"No-no"
Bevor
wir in die Tipps einsteigen: Schauen wir uns einmal an,
was als vermeintliche Begründung für eine Gehaltserhöhung
oft genannt wird. Nachfolgende und ähnliche Gründe
sind ein absolutes "No-no" also auf keinen
Fall verwenden, denn Sie nützen nicht nur nichts
sondern schaden Ihnen nur:
- auf
Branchendurchschnitt verweisen ("in der xy-Branche
verdient man eigentlich")
- auf
Gehalt anderer Kollegen verweisen ("der Herr Maier
bekommt mehr als ich")
- drohen
oder erpressen ("wenn ich nicht mehr bekomme, muss
ich mir Konsequenzen überlegen")
- auf
Firmenzugehörigkeit pochen ("es wäre an der
Zeit für eine Erhöhung")
- auf
gestiegene Lebenshaltungskosten hinweisen ("alles ist
teurer geworden")
- betteln
("ich brauch einfach mehr Geld")
Mit
solchen Statements erreichen Sie nicht nur nichts, sondern
zeigen damit sehr deutlich, dass Sie sich keine wirklichen
Gedanken gemacht haben und, noch schlimmer, dass
es kein wirkliches Argument gibt, das eine Erhöhung
Ihres Gehaltes rechtfertigen würde.
Was
sollten Sie also tun?
Bevor
wir auf die gute Vorbereitung eingehen, sehen wir uns doch
einmal an, was wirklich gut kommt in einem Gehaltsgespräch.
Versetzen wir uns doch erst einmal in die Lage des Unternehmens:
Für jedes Unternehmen ist Wirtschaftlichkeit wichtig.
Wenn es also darum geht, jemandem das Gehalt zu erhöhen,
dann möchte die Firma natürlich auch etwas davon
haben. Jetzt kann es sein, dass Sie Ihre Erhöhung
aufgrund von bereits geleisteter Arbeit haben möchten
... oder aber in die Zukunft blicken. Sie werden beispielsweise
befördert, haben weitere Aufgaben/Verantwortung übertragen
bekommen und sind der Ansicht, dass damit eine Gehaltserhöhung
einher gehen sollte.
Wichtig
ist es, dass Sie begründen können:
- Warum
bin ich die Erhöhung wert?
- Was hat das Unternehmen von mir und meiner Leistung?
Sagen
Sie jetzt nicht, dass das klar ist. Es geht nicht darum,
mit den Schultern zu zucken und zu sagen "Wenn die
das noch nicht gemerkt haben, was sie an mir haben...",
es geht darum, dass Sie Ihre Forderung nach mehr Gehalt
auch gut begründen und vertreten können. Die Erfahrung
zeigt, dass sich viele Menschen erst gar keine Gedanken
darüber machen (und auch selbst häufig nicht wissen,
was sie eigentlich können/"wert" sind).
Was
wollen Sie überhaupt?
Haben
Sie sich konkret überlegt, wie Ihre angestrebte Erhöhung
überhaupt aussieht? Es ist wichtig, dass Sie sich darüber
ausführlich Gedanken machen:
Wie
hoch soll die Gehaltserhöhung sein? Gegebenenfalls
eine Spanne (im Kopf) parat haben, falls Ihr Wunschgehalt
nicht durchsetzbar ist.
Soll
diese auf mein Fixgehalt oder wäre ich auch
mit einer Provisionsregelung einverstanden?
Wenn Provision: Wovon könnte diese abhängig sein?
Wie messbar?
Könnte
die Erhöhung auch in Form von "Naturalien"
erfolgen, also zum Beispiel Fortbildung, die das Unternehmen
bezahlt?
Wäre
es auch eine Alternative, statt mehr Gehalt weniger Arbeitszeit
zu vereinbaren?
Dies
nur als Anregung für Sie, in welche Richtung Sie denken
sollten.
Es ist
wichtig auch daran zu denken, dass gut geführte Unternehmen
auch mit einem festgelegten Budget arbeiten ... das heißt,
dass gerade für Gehaltserhöhungen "außer
der Reihe (Planung)" nicht immer tatsächlich Spielraum
da ist. Gut, wenn Sie Alternativen parat haben.
Die
Vorbereitung
Zunächst
ist es wichtig, dass Sie Ihre eigene Einstellung kennen
bzw. auch ändern: Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre
Gehaltserhöhung "sicher eh nicht bewilligt wird"
oder ganz generell die Firma/Ihren Chef als Feind sehen,
dann ist das keine gute Ausgangsbasis. Nicht nur, was die
Gehaltsfrage betrifft.
Mit
so einer Einstellung blockieren Sie sich in erster Linie
selbst sowohl beruflich als auch privat. Sofern Sie
tatsächlich in einem Unternehmen sind, in dem Sie sich
nur unwohl und "ausgebeutet" fühlen, kann
ich Ihnen nur raten, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen
(aber Vorsicht: Sie nehmen sich selbst mit. Wenn Sie also
allgemein der Meinung sind, dass jeder Arbeitgeber der natürliche
Feind des Arbeitnehmers ist, lösen Sie Ihr Problem
nicht, indem Sie eine neue Tätigkeit annehmen).
Jetzt
ist es, wie bereits angedeutet, wichtig zu wissen, was Sie
können. Wieder ein paar Stichpunkte für Sie, um
Ihre Gedanken in die richtigen Bahnen zu lenken:
- Was
hat(te) die Firma von Ihnen? (konkrete Beispiele für
Ihre Leistung parat haben)
- Was
macht Sie aus?
- Warum
sind Sie jetzt "mehr" wert, warum VERDIENEN Sie
eine Erhöhung?
Bitte
denken Sie daran: Nur zu sagen "Ich arbeite gut."
ist kein Argument. Das ist für mich als Arbeitgeber
eine Selbstverständlichkeit dafür bezahle
ich Ihnen Ihr normales Gehalt. Natürlich ist es mir
bewusst, dass nicht jeder Arbeitnehmer auch wirklich gut
arbeitet, aber wie eingangs bereits erwähnt
Ihr Wunsch nach Erhöhung kann sich nicht an
der schlechteren Leistung anderer messen. Sondern der Mehrwert
muss schon von Ihnen selbst kommen.
Selbstverständlich
ist es durchaus ein Argument, wenn Sie begründen können,
warum Sie besonders gut, besonders engagiert arbeiten. Dafür
war auch eben der Hinweis auf die Beispiele. Sie werden
sicherlich keine Liste von Beispielen anführen müssen
(und es geht auch nicht um Quantität). Aber es nützt
Ihnen sowohl vom Inhalt her als auch von Ihrer Sicherheit/Ihrem
Selbstbewusstsein im Gespräch, wenn Sie "Belege"
für Ihre Behauptungen ("ich bin besonders engagiert.")
haben.
Bereiten
Sie sich zuhause in Ruhe vor. Schreiben Sie alle von mir
angesprochenen Punkte auf, machen Sie sich Gedanken
überlegen Sie sich auch, wovor Sie Angst haben (vielleicht
vor dem Gespräch allgemein), was Sie an Gegenargumenten
befürchten und und und.
Je besser
Sie sich im Vorfeld mit den Details auseinandersetzen, desto
sicherer gehen Sie ins Gespräch und desto überzeugender
sind Sie. Und, ganz egal wie das Gespräch ausgeht,
Sie werden Ihren Chef beeindrucken durch Ihre Vorbereitung,
Ihren Blick für das Gesamte und für die Details
und davor, wie Sie gekonnt für sich selbst eintreten.
Wenn
Sie sich gut vorbereitet fühlen, bitten Sie Ihren Chef
um einen Gesprächstermin. Sagen Sie ihm, dass es um
Sie selbst und um Ihre Leistung geht.
Versuchen
Sie nie, dieses Gespräch zwischen Tür und Angel
zu führen oder es als "ach da war noch
was" an ein anderes Gespräch dranzuhängen.
Lassen Sie sich auf keinen Fall abschmettern: Sollte Ihr
Vorgesetzter meinen "Das klären wir mal eben schnell.",
bleiben Sie freundlich, aber bestimmt. Vereinbaren Sie einen
Termin, an dem sich Ihr Chef dann auch wirklich Zeit für
Sie nimmt.
Das
Gespräch
Der
Gesprächstermin rückt näher? Sind Sie nervös?
Keine Panik! Sie leisten gute Arbeit, Sie sind hervorragend
vorbereitet. Nehmen Sie Ihre (gut strukturierten!)
Notizen ruhig mit ins Gespräch und spicken Sie. Sie
müssen nicht alles auswendig wissen. Sie haben sich
ausführlich vorbereitet: Nutzen Sie die Notizen als
roten Faden für sich selbst.
Seien
Sie freundlich, sachlich und bestimmt. Wenn Ihr Chef die
Gehaltserhöhung ablehnt, dann fragen Sie qualitativ
nach. Finden Sie heraus:
- was
gegen die Erhöhung spricht
- was
sein müsste, damit Sie eine Erhöhung bekommen
Nur
wenn Sie auch wirklich qualitative Aussagen erhalten, können
Sie gemeinsam auf einen "grünen Zweig" kommen.
So kann es sein, dass Ihrem Vorgesetzten tatsächlich
momentan die Hände gebunden sind und er keine Gehaltserhöhung
geben kann. Dann ist es wichtig, dass Sie das klären
und "Plan B" angehen. Also etwa den Vorschlag
mit der Fortbildung.
Fragen
Sie Ihren Vorgesetzten auch, wie er Ihre Leistung einschätzt.
Wie zufrieden er damit ist. (Achtung: Stellen Sie offene
Fragen ... zum Beispiel eben mit "wie" ... keine
geschlossenen, auf die Ihr Gegenüber nur mit "ja"
oder "nein" antworten kann. Wenn Sie doch eine
geschlossene Frage gestellt haben, schicken Sie der Ja-/Nein-Antwort
einfach ein "Inwiefern" nach.
Hören
Sie gut zu!
Beherzigen
Sie das Feedback Ihres Chefs. Gibt es Kritik an Ihrer Leistung,
fragen Sie genau nach ... bleiben Sie offen (nicht rechtfertigen!)
... und vereinbaren Sie gemeinsam, was geschehen soll.
Also
"wenn ... dann ...". Halten Sie Ihren Teil der
Vereinbarung aber auch ein.
Und sagen Sie Ihre Meinung ganz konkret.
Sollten
Sie tatsächlich mit der Einstellung ins Gespräch
gegangen sein: "Wenn ich die Erhöhung nicht bekomme,
suche ich mir eine neue Arbeit.", dann sagen Sie es
ruhig freundlich, nicht erpresserisch - wenn Sie
eigentlich bei der Firma gerne weiterhin arbeiten würden.
Es ist wichtig, unmissverständlich zu sagen, wenn Sie
das angebotene Gehalt wirklich nicht akzeptieren können.
Aber nutzen Sie dieses "Argument" niemals
als Drohung ... Sie müssen auch mit den Konsequenzen
leben.
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