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Entwickeln Sie sich aktiv weiter
  von Gitte Härter
 

Sie kennen Ihre Stärken und Schwächen? Sie haben sich damit auseinandergesetzt, was Sie für ein Mensch sind? Dann geht es jetzt ans Eingemachte: Wie können Sie Ihre Stärken weiter ausbauen und für Ihre Schwächen Lösungen finden

 

Alleine oder mit Unterstützung Dritter

Je nachdem, worum es geht, können Sie sich alleine dranmachen – oder mit Unterstützung anderer. Das kommt sowohl darauf an, was Sie verbessern möchten, als auch wie weit Sie selbst sind. Wenn Sie zum Beispiel das Problem haben, dass Sie, sobald Sie vor einer Gruppe Menschen sprechen sollen, irrsinnig nervös werden, dann können Sie einen Rhetorik-Kurs besuchen. Dort geht es anderen genauso. Sie können in "sicherer Umgebung" üben. Vielleicht sind Sie aber auch ein Mensch, der sich einfach dieser Situation x-mal aussetzen muss, um sie in den Griff zu bekommen. Oder Sie möchten mit Hilfe eines Coachs Ihrer Nervosität individuell auf den Grund gehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Welcher Lerntyp sind Sie?

Es gibt Menschen, die sehr gut aus Büchern lernen. Andere müssen immer gleich die praktische Erfahrung machen – oder lernen durch Zuschauen. Finden Sie für sich heraus, wie Sie am besten lernen. Es hat gar keinen Sinn, wenn Sie sich eine Menge Fachbücher kaufen, diese aber dann doch nicht lesen – oder sie lesen, aber nichts umsetzen können.

Nachfolgend einige Anregungen, was Sie tun können. Da ich nicht weiß, welche genauen Punkte Sie in Angriff nehmen möchten, nehmen Sie diese Punkte bitte als Anregung.

 

Firmentrainings

Firmeninterne Trainings haben den Vorteil, dass der Inhalt des Kurses ganz speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden kann – und auch dass die Teilnehmer die Thematik und die Probleme kennen. Ein intensives Arbeiten ist, zumindest inhaltlich, möglich.

Wenn der Kursleiter gut ist – und wenn die Teilnehmer auch wirklich aktiv mitmachen, kommen hier sehr gute Ergebnisse zustande. Und die Leute im Team kommen sich meist näher und wachsen zusammen.

 

Externe Trainings

Externe Trainings haben den Vorteil, dass Sie mit anderen Leuten zusammenkommen: Kontakte knüpfen können, sich austauschen, was andere so tun.

Wenn Sie auf externe Trainings gehen: bitte lernen Sie zu abstrahieren. Ich habe es mehr als einmal erlebt, dass Mitarbeiter Kurse als nicht effektiv empfanden, weil sie nicht speziell auf unsere Branche zugeschnitten waren.

Aber ob Sie ein Honorar für Dachziegel oder für Autos verhandeln, ist in den Grundzügen egal. Natürlich gibt es bestimmte Eigenheiten, die es zu beachten gilt. Lernen Sie, zu abstrahieren und zwischen den Zeilen zu lesen.

Vor allen Dingen: Seien Sie im externen Kurs aktiv. Viel zu viele Teilnehmer fordern den Kursleiter nicht – stellen keine (kritischen) Fragen. Oder fordern individuelle Beispiele.
Es ist Ihr Training! Der Kursleiter weiß ja schon, was er sagen will. Sie sollen was davon haben.

 

Trainings bekommen oder selbst besuchen

Wenn Sie nicht in einem Unternehmen arbeiten, das sich ohnehin um die Fortbildung ihrer Mitarbeiter aktiv kümmert, dann suchen Sie sich ein konkretes Training aus und reden Sie darüber mit Ihrem Chef. Machen Sie deutlich, was die Firma davon hat, wenn Sie auf das Training gehen. Sie auf ein Training zu schicken, ist schließlich eine Investition. Es kostet nicht nur das Geld für den Kurs, sondern Sie sind während der Zeit auch nicht da, um zu arbeiten. Und Ihre Kollegen müssen in dieser Zeit ebenfalls überbrücken – bzw. Ihre Kunden haben Sie nicht als Ansprechpartner. Diese Investition muss sich lohnen, das liegt auf der Hand, oder?

Also: Was hat die Firma davon, wenn sie Ihnen dieses Training ermöglicht?

Wenn Sie in einem Unternehmen sind, das sich partout nicht um Ihre Weiterbildung schert – auch nachdem Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber gesprochen haben, greifen Sie in die eigene Tasche.

Eine Weiterbildung ist für Sie (Sie erinnern sich: für das Leben lernen wir): das Gelernte nimmt Ihnen keiner mehr weg. Ganz abgesehen davon, erhöht es in der Regel auch Ihren Marktwert.

Sie können diese privaten Fortbildungen, sofern Sie beruflich relevant sind, in der Regel auch als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben.

 

Lesen, lesen, lesen

Die günstigere und ebenfalls sehr effektive Methode ist das Lesen. Es gibt Bücher zu allen Themen: von der Persönlichkeitsentwicklung über Mitarbeiterführung, Management, Fachliches aller Art, etc.

Lesen Sie! Ich weiß, dass viele Leute nicht mehr lesen. Zum Teil, weil es Fachbücher gab und gibt, die einem das Gruseln über die Wirbelsäule schicken.

Wenn ich mich grad umwende zu meinem Fachbücher-Regal, dann kann ich Ihnen versichern: Es gibt mehr als genug Bücher, die sich wunderbar lesen lassen, sehr praxisnah und durchaus unterhaltsam geschrieben sind.

 

Vorbilder aus dem täglichen Leben

Lernen Sie von anderen. Am besten aus Ihrem persönlichen Umfeld. Das soll nicht heißen, dass Sie jemanden aufs Podest stellen sollen. Sie müssen auch nicht 100%ig von einer bestimmten Person überzeugt sein.

Aber gucken Sie sich ab: Diesen Aspekt bewundere ich bei meinem Kollegen, diesen Aspekt bei meinem Chef, diesen Aspekt bei einem meiner Kunden ... und und und

Auch Vorbilder aus Film und Fernsehen können hier helfen: Hat jemand von Ihnen „Meet Joe Black" gesehen? An einer Stelle am Ende des Films tritt Anthony Hopkins auf die Bühne und hält anlässlich seines Geburtstages eine kurze Rede. Das ist eine Szene, die bei mir klick gemacht hat: die Souveränität, mit der er die Rede hält, das Band, das er in dieser kurzen Zeit so intensiv zwischen den Gästen und sich selbst auf der Bühne schlägt: wunderbar!

Achten Sie auf derartige Details – und wenn Sie etwas finden, wo Sie sagen: „Das möchte ich auch können oder sein!", dann haben Sie ein gutes und lebendiges Beispiel, an dem Sie sich orientieren können.

 

Coaching

Sie möchten Bereiche in Ihrem Leben individuell und zügig voranbringen? Dann macht es Sinn, sich einen guten Coach zu suchen, der Sie individuell dabei unterstützt, Ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Sehr viele Menschen, die mit uns im Coaching zusammenarbeiten, nennen einen weiteren Grund, einen Dritten unmittelbar an Bord zu holen: Es ist eine Art Kontrolle dabei. Jemand, der nachhakt, vielleicht auch mal wieder Feuer unterm Hintern macht, wenn die erste Euphorie abflacht und der Alltag wieder Einzug hält.

Wenn Sie sich für einen Coach entscheiden: Suchen Sie sich den-/diejenigen genau aus. Es muss jemand sein, der nicht nur fachlich qualifiziert ist, sondern bei dem Sie auch das Gefühl haben, dass die Chemie einwandfrei stimmt. Lernen Sie also Ihren Coach kennen – am besten persönlich. Zumindest aber am Telefon. Bekommen Sie ein Gefühl für den anderen. Und nur wenn Sie ein gutes Gefühl haben, machen Sie mit dieser Person weiter. Sonst weitersuchen. Wer gegen ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch ist oder bereits dafür eine Rechnung schicken möchte: von dem sollten Sie die Finger lassen.

Ein guter Coach gibt Ihnen übrigens bei Ihrer persönlichen Zielfindung in den seltensten Fällen Antworten. Sondern er stellt Ihnen die richtigen Fragen. Nur bei fachlichen Punkten ist die Fachkompetenz des Coaches gefragt – und hier gibt es dann auch Antworten.

   
   
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