| Was
machen Sie, wenn Sie aus einem Vorstellungsgespräch gehen?
Sind Sie erleichtert, dass Sie es hinter sich haben? Fühlen
sich vielleicht großartig, weil es gut gelaufen ist?
Oder sind Sie kritisch und suchen nach vermeintlichen Fehlern,
die Sie bestimmt die Stelle kosten werden?
Nutzen
Sie Ihre jetzt noch frische Erinnerung und vergegenwärtigen
Sie sich:
- Ihre
Eindrücke
- die Informationen, die Sie bekommen haben
- Ihre Gefühle
Nur
so können Sie später die richtige Entscheidung
für oder gegen die Position treffen. Und natürlich
auch für künftige Gespräche lernen.
Direkt
nach dem Gespräch
Unmittelbar
nach dem Gespräch ist der beste Zeitpunkt, um direkt
nachzuforschen: Wie geht's mir jetzt?
Bin
ich ...
... locker und entspannt?
... niedergeschlagen?
... verärgert?
... glücklich und beschwingt?
... "neutraler" Stimmung?
Achten
Sie ganz bewusst auf Ihre Gemütslage/Stimmung: sowohl
während des Gesprächs als auch danach. Hinterfragen
Sie Ihren emotionalen Zustand auch: Geht's Ihnen vielleicht
so super, weil Sie denken "Das ist es! Da würd
ich wirklich gerne arbeiten!" oder sind Sie niedergeschlagen,
weil Sie glauben, in irgendeiner Form versagt zu haben?
Übrigens erleben wir es oft, dass ein angekratztes
Selbstbewusstsein oder Wut bzw. Enttäuschung über
sich selbst umgewandelt werden in Zorn auf die Firma. Da
ist man sauer auf den Unternehmensvertreter, der so "unverschämt
gefragt hat", dabei ist man in Wirklichkeit wütend
auf sich selbst, weil man sich nicht genug vorbereitet hatte.
Es wäre doch schade, aus Situationen wie diesen nichts
zu lernen. Denn unterm Strich stehen Sie sich damit nur
selbst im Weg.
Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Auftreten, Ihren Antworten,
Ihren Fragen (und damit natürlich auch Ihrer Vorbereitung)?
Sind Sie mit sich selbst zufrieden, dann werden Sie sich
Ihrer konkreten Stärken oder besonders guten Antworten
bewusst. Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein und macht
Sie im nächsten Gespräch noch ruhiger und souveräner.
Sind
Sie eher unzufrieden, dann üben Sie konstruktiv Kritik:
Womit sind Sie nicht zufrieden? Inwiefern? Was werden Sie
das nächste Mal anders machen?
Die
Nachbereitung
Gut
ist es, wenn Sie sich direkt nach dem Gespräch in Ruhe
wo hinsetzen, zum Beispiel in ein Café, und aufschreiben:
- Wie
war das Gespräch?
- Welchen
Eindruck habe ich von meinem Gegenüber (Die Person
wäre ja vielleicht sogar der künftige Chef.)?
- Was
habe ich über die Firma erfahren? Wie ist mein Eindruck?
- Was
habe ich über die Stelle erfahren? Wie finde ich das?
- Was
habe ich über das Team/die Atmosphäre erfahren?
Wie wirkt es auf mich?
Je zeitnaher nach dem Gespräch Sie sich gezielte Notizen
machen, desto frischer ist Ihre Erinnerung. Und diese ist
wiederum wichtig dafür, herauszufinden:
- ob Sie noch Fragen haben (die sich oft erst bei der Nachbereitung
und Sichtung der Details ergeben)
- ob Sie grundsätzlich das Gefühl haben, dass
die Stelle/die Firma was für Sie ist. Warum ja? Warum
weiß-nicht-recht? Warum nein?
Diese schriftliche Nachbereitung macht etwas Arbeit. Aber
die lohnt sich! - Sie können dadurch bewusster eine
Entscheidung treffen.
- Wenn
Sie mehrere Gespräche führen und Angebote erhalten,
können Sie besser auswählen (durch das konkrete
Festhalten der unmittelbaren Eindrücke verblassen frühere
Gespräche nicht in Ihrer Erinnerung).
- Bei
einem späteren zweiten Gespräch können Sie
Ihre Erinnerung auffrischen und sich klar auf das erste
Gespräch beziehen.
- Sie
bemerken, ob Ihnen noch Informationen fehlen, um eine Entscheidung
zu treffen.
- Sie
schaffen differenzierte Notizen, die Ihnen einen Vergleich
mit anderen Stellen/Firmen ermöglichen.
- Außerdem
schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit generell für
künftige Vorstellungsgespräche: sowohl was Ihr
eigenes Verhalten als auch was Fragen, Antworten, Themen
und Konditionen, die Ihnen wichtig sind, betrifft.
Kontakt
nach dem Gespräch
Haben
Sie dem Unternehmensvertreter noch irgendwelche Unterlagen
versprochen, etwa das letzte Arbeitszeugnis, das noch unterwegs
ist? Dann erledigen Sie das möglichst sofort.
Wenn
Sie weitere Fragen haben, rufen Sie Ihren Ansprechpartner
im Unternehmen einfach an! Kann die Antwort warten und haben
Sie ohnehin ein weiteres Gespräch vereinbart, können
Sie die weiteren Informationen dann persönlich erfragen.
In manchen
Ratgebern wird empfohlen, dass man generell positive Rückmeldung
nach dem Gespräch geben und sich bedanken und bekräftigen
sollte, wie gerne man denn doch in der Firma arbeiten würde.
- Wie immer gilt: Als reine Masche und Serienbrief kommt
so etwas nicht gut an. Im Gegenteil, es kann sogar einen
bis dahin guten Eindruck trüben.
Ist
es Ihnen jedoch ernst und möchten Sie sich für
ein besonders angenehmes oder informatives Gespräch
bedanken? Oder sind Sie unsicher, ob Sie im Interview auch
wirklich interessiert genug gewirkt haben? Dann können
Sie natürlich schriftlich (per Post oder auch mit einer
kurzen E-Mail) "nachtarocken". Auch dafür
gilt: ehrlich, kurz, knackig und aussagekräftig.
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