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Das Job-Interview nachbereiten
  von Gitte Härter
 
Was machen Sie, wenn Sie aus einem Vorstellungsgespräch gehen? Sind Sie erleichtert, dass Sie es hinter sich haben? Fühlen sich vielleicht großartig, weil es gut gelaufen ist? Oder sind Sie kritisch und suchen nach vermeintlichen Fehlern, die Sie bestimmt die Stelle kosten werden?

Nutzen Sie Ihre jetzt noch frische Erinnerung und vergegenwärtigen Sie sich:

- Ihre Eindrücke
- die Informationen, die Sie bekommen haben
- Ihre Gefühle

Nur so können Sie später die richtige Entscheidung für oder gegen die Position treffen. Und natürlich auch für künftige Gespräche lernen.

 

Direkt nach dem Gespräch

Unmittelbar nach dem Gespräch ist der beste Zeitpunkt, um direkt nachzuforschen: Wie geht's mir jetzt?

Bin ich ...
... locker und entspannt?
... niedergeschlagen?
... verärgert?
... glücklich und beschwingt?
... "neutraler" Stimmung?

Achten Sie ganz bewusst auf Ihre Gemütslage/Stimmung: sowohl während des Gesprächs als auch danach. Hinterfragen Sie Ihren emotionalen Zustand auch: Geht's Ihnen vielleicht so super, weil Sie denken "Das ist es! Da würd ich wirklich gerne arbeiten!" oder sind Sie niedergeschlagen, weil Sie glauben, in irgendeiner Form versagt zu haben?


Übrigens erleben wir es oft, dass ein angekratztes Selbstbewusstsein oder Wut bzw. Enttäuschung über sich selbst umgewandelt werden in Zorn auf die Firma. Da ist man sauer auf den Unternehmensvertreter, der so "unverschämt gefragt hat", dabei ist man in Wirklichkeit wütend auf sich selbst, weil man sich nicht genug vorbereitet hatte.
Es wäre doch schade, aus Situationen wie diesen nichts zu lernen. Denn unterm Strich stehen Sie sich damit nur selbst im Weg.


Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Auftreten, Ihren Antworten, Ihren Fragen (und damit natürlich auch Ihrer Vorbereitung)? Sind Sie mit sich selbst zufrieden, dann werden Sie sich Ihrer konkreten Stärken oder besonders guten Antworten bewusst. Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein und macht Sie im nächsten Gespräch noch ruhiger und souveräner.

Sind Sie eher unzufrieden, dann üben Sie konstruktiv Kritik: Womit sind Sie nicht zufrieden? Inwiefern? Was werden Sie das nächste Mal anders machen?

 

Die Nachbereitung

Gut ist es, wenn Sie sich direkt nach dem Gespräch in Ruhe wo hinsetzen, zum Beispiel in ein Café, und aufschreiben:

- Wie war das Gespräch?

- Welchen Eindruck habe ich von meinem Gegenüber (Die Person wäre ja vielleicht sogar der künftige Chef.)?

- Was habe ich über die Firma erfahren? Wie ist mein Eindruck?

- Was habe ich über die Stelle erfahren? Wie finde ich das?

- Was habe ich über das Team/die Atmosphäre erfahren? Wie wirkt es auf mich?


Je zeitnaher nach dem Gespräch Sie sich gezielte Notizen machen, desto frischer ist Ihre Erinnerung. Und diese ist wiederum wichtig dafür, herauszufinden:
- ob Sie noch Fragen haben (die sich oft erst bei der Nachbereitung und Sichtung der Details ergeben)
- ob Sie grundsätzlich das Gefühl haben, dass die Stelle/die Firma was für Sie ist. Warum ja? Warum weiß-nicht-recht? Warum nein?


Diese schriftliche Nachbereitung macht etwas Arbeit. Aber die lohnt sich! - Sie können dadurch bewusster eine Entscheidung treffen.

- Wenn Sie mehrere Gespräche führen und Angebote erhalten, können Sie besser auswählen (durch das konkrete Festhalten der unmittelbaren Eindrücke verblassen frühere Gespräche nicht in Ihrer Erinnerung).

- Bei einem späteren zweiten Gespräch können Sie Ihre Erinnerung auffrischen und sich klar auf das erste Gespräch beziehen.

- Sie bemerken, ob Ihnen noch Informationen fehlen, um eine Entscheidung zu treffen.

- Sie schaffen differenzierte Notizen, die Ihnen einen Vergleich mit anderen Stellen/Firmen ermöglichen.

- Außerdem schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit generell für künftige Vorstellungsgespräche: sowohl was Ihr eigenes Verhalten als auch was Fragen, Antworten, Themen und Konditionen, die Ihnen wichtig sind, betrifft.

 

Kontakt nach dem Gespräch

Haben Sie dem Unternehmensvertreter noch irgendwelche Unterlagen versprochen, etwa das letzte Arbeitszeugnis, das noch unterwegs ist? Dann erledigen Sie das möglichst sofort.

Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie Ihren Ansprechpartner im Unternehmen einfach an! Kann die Antwort warten und haben Sie ohnehin ein weiteres Gespräch vereinbart, können Sie die weiteren Informationen dann persönlich erfragen.

In manchen Ratgebern wird empfohlen, dass man generell positive Rückmeldung nach dem Gespräch geben und sich bedanken und bekräftigen sollte, wie gerne man denn doch in der Firma arbeiten würde. - Wie immer gilt: Als reine Masche und Serienbrief kommt so etwas nicht gut an. Im Gegenteil, es kann sogar einen bis dahin guten Eindruck trüben.

Ist es Ihnen jedoch ernst und möchten Sie sich für ein besonders angenehmes oder informatives Gespräch bedanken? Oder sind Sie unsicher, ob Sie im Interview auch wirklich interessiert genug gewirkt haben? Dann können Sie natürlich schriftlich (per Post oder auch mit einer kurzen E-Mail) "nachtarocken". Auch dafür gilt: ehrlich, kurz, knackig und aussagekräftig.


   
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