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1.
Muss man echt diese teuren Kartonmappen nehmen?
Nein.
Auch wenn die aufklappbaren Kartonmappen in den letzten
Jahren sehr üblich geworden sind, ist es keineswegs
erforderlich, seine Unterlagen unbedingt in so eine - doch
verhältnismäßig hochpreisige - Mappe zu
packen.
Es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Bewerbungsmappen
- was Material, Machart, Farben, Preisklasse betrifft. ( siehe
auch: Für
eine optimale Wirkung: die richtige Mappe.)
Wichtig
ist, dass Ihre Bewerbungsmappe makellos ist: Also ordentlich
verarbeitet (sehr billige Mappen sind teilweise recht unsauber
gearbeitet), keine Knicke und Flecken. Das heißt:
Achten Sie beim Kauf nicht nur darauf, dass Sie alle Ihre
Unterlagen gut unterbringen und dass die gesamte Aufmachung
Ihnen gefällt. Sondern auch auf etwas widerstandsfähiges
Material. So können Sie die Mappe gegebenenfalls mehrfach
verwenden und sie sieht immer noch top aus.
2.
Welche Schrift muss/sollte man verwenden?
Zum
Thema Schriften liest man erstaunlicherweise allerlei: Da
werden manchmal bestimmte Schrifttypen (Times New Roman
o. Ä.) "vorgeschrieben" oder auch rumgedeutelt
à la "wer Arial benutzt, gilt als Langweiler".
So ein Schmarrn. Es gibt keinerlei "Gesetz", welche
Schriften Sie für eine Bewerbung nutzen müssen!
Wichtig
ist, dass Sie eine Schrift wählen, die gut lesbar ist
(keine Schnörkel- oder Comic-Schriften), und diese
in einer angenehm lesbaren Schriftgröße (11 oder
12 Punkt) nutzen.
Bei
einer Bewerbung per E-Mail ist es allerdings schon wichtig,
dass Sie eine Standardschrift wählen (wie z. B. Arial
oder Times New Roman), da eine Schrift, die der Empfänger
nicht auf dem Rechner hat, automatisch durch eine andere
ersetzt wird - und das dazu führen kann, dass Ihr Layout
hinüber ist.
3.
Muss man ein Deckblatt machen?
Auch
ein Deckblatt ist optional. Sofern Sie sich für ein
Deckblatt entscheiden, können Sie lediglich eines mit
Schrift wählen oder Ihr Foto anbringen.
Ein Deckblatt enthält Ihre kompletten Kontaktdaten.
Einen
positiven Eindruck macht es, wenn Sie das Deckblatt für
die jeweilige Bewerbung neu gestalten und ausdrucken und
neben Ihren persönlichen Daten auch angeben:
- Für
welche Stelle Sie sich bewerben und
- bei welchem Unternehmen.
Das
unterstreicht, dass Sie sich Mühe gegeben und die Mappe
individuell zusammengestellt haben.
4.
Welches Format hat das Foto?
Passbildgröße
oder etwas größer. Der Fokus sollte immer auf
Ihrem Gesicht sein. Bei manchen Passbildern, besonders bei
dunkler Kleidung, ist der Oberkörper sehr dominant:
Es kann vorteilhaft sein, das Foto etwas abzuschneiden,
um Ihr Gesicht besser zur Geltung zu bringen.
( siehe
auch: Tipps zum
guten Bewerbungsfoto)
5.
Ist es wahr, dass das Anschreiben nur eine Seite lang sein
darf?
Es ist
richtig, dass in der Regel eine Seite wunderbar ausreicht.
Besonders, da ein gutes Anschreiben kurz, knackig und aussagekräftig
(und natürlich individuell formuliert) ist.
Dennoch
kann es sein, dass man tatsächlich so viel Relevantes
zu sagen hat, dass eine Seite nicht ausreicht. Bevor Sie
quetschen, nehmen Sie lieber eine zweite Seite dazu und
achten auf ein angenehm lesbares Layout.
( siehe
auch: Gängige
formelle Fehler im Anschreiben und Das
Anschreiben)
6.
Darf man farbiges Papier verwenden?
Prinzipiell
ja. Wobei sich hier besonders leichte Farbtöne wie
cremefarben, dezentes Grau oder auch sehr helle Pastellfarben
eignen.
Farbiges
Papier sollten Sie jedoch nur einsetzen, um einen Akzent
zu setzen. Also beispielsweise ein leicht gefärbtes
Deckblatt oder auch ein Zwischenblatt, um Zeugnisse von
Zertifikaten zu trennen.
Nicht empfehlenswert ist es, knallige/dominate Farben zu
wählen.
Schön
ist es auch, wenn man das Anschreiben und den Lebenslauf
auf etwas stärkerem Papier (90 oder 100 g statt des
üblichen 80 g-Papiers) druckt.
7.
Wie sortiert man den Lebenslauf: "normal" oder
das Neueste zuerst?
Das
können Sie machen, wie Sie möchten. Da den Personalentscheider
am meisten interessiert, was Sie aktuell und in letzter
Vergangenheit gemacht haben, empfiehlt sich die antichronologische
Schreibweise - also mit dem Aktuellsten beginnen und sich
dann nach "hinten" durcharbeiten.
Das
hat auch den Vorteil, dass beim schnellen ersten Durchsehen
Ihrer Bewerbung die wichtigen aktuellen Informationen sofort
ins Auge fallen.
( siehe
auch: Tücken
im Lebenslauf)
8.
Muss man eine "dritte Seite" machen?
Die
so genannte dritte Seite ist eine extra Seite, die dem Lebenslauf
angehängt werden kann. Es ist eine Art persönliches
Profil: Man spricht über sich und kann als Bewerber
bestimmte Schwerpunkte setzen (persönliche Eigenschaften,
Fähigkeiten, Ziele, Argumente für eine Einstellung).
Die
dritte Seite ist völlig optional: Wenn Sie sich wohl
fühlen, in dieser Form über sich zu sprechen,
dann ist es eine gute Möglichkeit, sich ins rechte
Licht zu setzen. Aber nur, wenn der Text auch authentisch
und glaubwürdig ist - und nicht etwa nur die typischen
Schlagwörter (flexibel, kommunikativ, teamfähig
etc.) enthält.
Unserer
Erfahrung nach sind die meisten "dritten Seiten"
leider voll von Worthülsen. Darum empfiehlt es sich
meist, lieber mehr Mühe auf ein gutes, individuell
formuliertes und aussagekräftiges Anschreiben zu verwenden.
9.
Ist es wirklich wichtig, alte Schulzeugnisse beizulegen?
In eine
komplette Bewerbungsmappe gehört auch das jeweils höchste
Abschlusszeugnis der Schule (Hauptschule, Mittlere Reife,
Abitur) und jeweils weitere Schulabschlüsse (Fachoberschule
o. Ä.).
Keine Sorge: Ein Personalentscheider ordnet die Informationen
richtig ein und konfrontiert niemanden mit einer schlechten
Mathe-Note von vor fünfzehn Jahren.
Unvollständige
Bewerbungsunterlagen hingegen kommen nicht so gut an. So
muss man bei fehlenden Zeugnissen davon ausgehen, dass ein
Bewerber ein schlechtes Zeugnis verbergen möchte. Oder
aber nicht sorgfältig genug ist, weil Dokumente fehlen.
10.
Soll man einen frankierten Rückumschlag beilegen, damit
man die Chance erhöht, dass die
Unterlagen zurückkommen?
Nein!
In dem Moment, wo Sie einen frankierten Umschlag beilegen,
machen Sie den Eindruck, dass Sie bereits mit einer Absage
rechnen - das lässt nicht nur den Verdacht aufkommen,
dass Sie selbst nicht glauben, qualifiziert für die
Stelle zu sein, sondern wirkt auch sehr negativ und auf
das falsche Ziel orientiert (immerhin ist das Ziel ja, einen
Job zu bekommen, und nicht, die Unterlagen zurückzuerhalten).
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