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Ich
bin arbeitslos. Meine Firma hat mir gekündigt. Aus
wirtschaftlichen Gründen. Jetzt muss ich mir was Neues
suchen.
Wer
arbeitslos ist unabhängig davon, ob er seine
letzte Stelle selbst gekündigt oder die Kündigung
bekommen hat hat eine Menge um die Ohren. Papierkram,
wenn es um Arbeitslosengeld/die Gänge zum Arbeitsamt
geht. Die Suche nach einer neuen Arbeit, das ganze Drumherum
mit Bewerbungen und Vorstellungsterminen. Aber auch ganz
persönlich belastet die Arbeitslosigkeit meistens.
Eine Zwangspause, während der sich ständig die
Unsicherheit meldet und sagt: Was ist, wenn Du keine neue
Stelle bekommst? Was ist, wenn das Geld knapp wird?
Das
Wichtigste: die finanzielle Lage checken
Eines
der wichtigsten Dinge, die man als Arbeitsloser tun sollte,
ist zunächst einmal, die eigene finanzielle Situation
zu checken. Sich hinzusetzen und mal aufzuschreiben, welche
Reserven man hat, was man zum Leben so braucht und wie lange
man aushalten kann ohne Einkommen. Das ist bei manchen ein
kurzer Zeitraum, bei anderen erstaunlich lange aber
egal wie das Bankkonto aussieht, ist es für viele gleichermaßen
belastend. Also nicht denken, dass der mit hohem Kontostand
lockerer mit der Arbeitslosigkeit umgeht. Stimmt nicht.
Wenn also Kassensturz gemacht ist, kann man viel konkreter
mit der Situation umgehen.
Als
nächstes ist es wichtig, sich darüber zu informieren,
welche Unterstützung man sonst bekommt. Also zur Agentur
für Arbeit gehen und sich beraten lassen. Über
mögliche neue Stellen, über eine Umschulung, über
Arbeitslosengeld.
Die
Zeit planen und ausfüllen!
Abgesehen
von den Rechten und Pflichten während der Zwangspause
ist es auch wichtig, sich die viele Zeit, die man tagsüber
plötzlich hat, einzuteilen und zu strukturieren. Und
die eigene Moral hochzuhalten, sich zu motivieren. Das geht
am besten, wenn man sich einen festen Tagesplan macht. Also
zu einer bestimmten Zeit aufsteht (möglichst zu einer
Zeit, zu der man auch aufstehen würde, wenn man in
die Arbeit geht), sich herrichtet, frühstückt
und dann entweder nach Stellen recherchiert (zuhause oder
im Internetcafe am Computer oder in der Zeitung) oder auch
in der freien Zeit was für die eigene Fortbildung tut.
Wer nicht gleich einen Kurs belegen möchte, kann sich
einen Bücherei-Ausweis holen. Oder irgendwo aushilfsweise
arbeiten (aber bitte mit dem Arbeitsamt checken, wie die
Bestimmungen sind was man tun darf, wie es sich auf
das Arbeitslosengeld auswirkt).
Sauer
auf die alte Firma?
Besonders
wer gekündigt wurde, hat oft einen Groll gegen die
alte Firma, fühlt sich ungerecht behandelt. Da kommt
man dann leicht ins Motzfahrwasser. Schimpft vor sich hin
und vielleicht auch bei möglichen neuen Arbeitgebern,
wenn im Gespräch die Frage nach der alten Firma auftaucht.
Wichtig
ist es deshalb, sich mit dem Sauersein auseinander zu setzen
und buchstäblich drüber wegzukommen. Also nicht
wegzuschieben, sondern sich genau anzuschauen, was es ist
und egal, wie unfair es einem vorkommt, es zu verdauen.
Hilft sowieso nichts, den Ärger hochzuhalten. Im Gegenteil:
Es demotiviert und für das Umfeld ist eine Verbitterung
spürbar, die vielleicht verständlich sein mag,
aber trotzdem nicht für einen wirbt. Denn wer will
gerne einen verbitterten neuen Mitarbeiter haben? Auch wenn
es schwer fällt: In solchen Fällen hilft es, sich
ganz bewusst Gedanken darüber zu machen, welche positiven
Aspekte die Arbeitslosigkeit hat. Hier ein paar Anhaltspunkte:
- Ich
kann meinem (Berufs-)Leben einen neuen Dreh geben und mir
völlig neu überlegen, was ich gerne tun möchte,
was ich kann und mich in eine neue Richtung orientieren.
- Aufgaben,
die ich in der alten Firma nicht gern gemacht habe, bin
ich los (unabhängig davon, dass es in jeder Stelle
irgendeine ungeliebte Tätigkeit gibt, hebt es die Stimmung
doch ungemein, wenn man etwas los ist, was man nicht gerne
mochte).
- Durch
den (erzwungenen) Tapetenwechsel bekomme ich neue Impulse
und lerne neue Leute kennen.
- Neue
Herausforderungen kommen auf mich zu, die Arbeit ist anders
gestaltet.
In dieser
Richtung gehts weiter: Alles, was einem dazu einfällt,
möglichst konkret, möglichst schriftlich. Und
am besten an die Wand hängen und ergänzen, wenn
einem wieder was einfällt.
Ist
das nicht Zweckoptimismus, höre ich die Skeptiker fragen.
Was soll denn dieses Wort genau bedeuten, ist die Antwort.
Es geht darum, aus einer Situation das Beste zu machen.
Und bei jeder Erfahrung ob beruflich oder privat
gibt es immer zwei Seiten der Medaille. Die Seite,
die man als negativ ansieht, und eine positive. Es entstehen
einfach neue Chancen.
Änderungen
im Leben, solche die man selbst herbeiführt, und auch
solche, die einem aufgedrückt werden, verändern
das ganze Leben. Kleiner Ausflug ins Privatleben. Wenn man
einen Partner hat und der verlässt einen, ist erst
alles ganz furchtbar. Man denkt, dass man nie mehr jemand
neuen kennenlernt oder so lieben kann. Und später,
mit einem neuen Partner, ist man auf einmal happy über
die Entwicklung: Denn wenn vorher die Trennung nicht gewesen
wäre, wäre das Neue nicht möglich geworden.
Die
Einstellung "Wer weiß, wozus gut ist"
bringts. Denn sie lässt von Haus aus auch die
neuen Möglichkeiten zu und macht neugierig auf das,
was kommt.
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