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Das
Bewerbungsschreiben ist das Herzstück
Ihrer Bewerbung. Ganz abgesehen von der Frage,
was alles in ein gutes Anschreiben rein soll, tun sich viele
Menschen schwer mit dem Formulieren. Wenn auch Sie unter
Schreibblockaden leiden, helfen Ihnen folgende Tipps:
1. Brainstorming zum Inhalt
Machen
Sie nicht den Fehler, sofort ins Reine zu schreiben. Besser
ist es, wenn Sie sich vorher hinsetzen und ein Brainstorming
machen:
- Welche
persönlichen und fachlichen Qualifikationen sind für
diese Stelle gefragt (was nennt das
Unternehmen spezifisch bzw. was ergibt sich aus dem Stellenprofil)?
- Was
möchte ich von mir selbst besonders vermitteln?
- Welche
Informationen aus meinem bisherigen Lebenslauf (Ausbildung/frühere
Stellen) sind
besonders relevant?
- Was
ist meine Motivation, mich bei diesem Unternehmen/für
diese Position zu bewerben?
- Warum
sollte man mich einstellen?
Schreiben
Sie sich zunächst Stichpunkte zu all diesen Bereichen
auf. Auch wenn Sie hinterher nicht alles nutzen, hilft es
Ihnen dabei, später zielgerichtet zu formulieren.
2.
Störfaktoren beseitigen
Tun
Sie sich ohnehin schwer mit dem Formulieren? Dann ist es
gut, mögliche Störfaktoren aktiv aus dem Weg zu
räumen, denn nur so können Sie sich voll und ganz
auf das Anschreiben konzentrieren.
Dazu
gehören beispielsweise:
- Trubel
oder Stille?
Wenn Sie sich leicht durch Geräusche gestört fühlen,
kann schon das Radio Ihre Gedanken blockieren. Halten Sie
also kurz inne und checken Sie die Lage: Fühlen Sie
sich durch das offene Fenster gestört? Klingelt das
Telefon ständig? Haben Sie Leute im Haus, deren Hintergrundgespräche
stören? - Oder sind Sie jemand, der am besten mit Musik
denken kann?
- PC
oder Papier?
Auch wenn es logisch erscheint, das Anschreiben direkt am
PC zu erstellen, kann gerade das ein großer Störfaktor
sein: Denn viele Leute fühlen sich dadurch unter Druck
gesetzt, "perfekt" und sofort ins Reine schreiben
zu müssen. Probieren Sie es aus, zunächst mit
Stift und Papier zu arbeiten. Das ist nicht nur eine lockerere
Atmosphäre, sondern das Manuelle regt Ihr Gehirn auch
anders an.
Apropos
Gehirntätigkeit anregen: Bewegung ist das ideale Mittel,
um Ihre Gedanken in Fluss zu bringen. Gönnen Sie sich
also ruhig eine Pause, gehen Sie eine Runde spazieren oder
ins Fitnessstudio.
3.
Nicht unter Zeitdruck schreiben
Das
größte Gift für den Schreibprozess ist Zeitdruck.
Von daher lohnt es sich durchaus, dass Sie sich in Ruhe
schon mal Gedanken über Ihr Anschreiben machen - etwa
für Initiativbewerbungen. Wenn Sie bereits ein Grundgerüst
haben, fällt das individuelle Anpassen später
viel leichter.
Allerdings
sollte selbstverständlich sein, dass Sie nicht ein
vorgefertigtes Anschreiben unverändert für alle
Bewerbungen nutzen. Sie wissen ja: Wer lediglich Unternehmensdaten
verändert und ansonsten den gleichen Bewerbungsbrief
schickt, tut sich keinen Gefallen - denn solche 08/15-Anschreiben
fallen immer sofort als Serienproduktion negativ auf und
vergeben Chancen.
Auch
wenn Sie es einmal eilig haben, ist es wichtig, sich nicht
selbst zusätzlich unter Druck zu setzen. Wer sich vollends
kirre macht, indem er sich immer wieder sagt, dass viel
zu wenig Zeit ist ("Das schaff ich nie!"), blockiert
sich nur noch mehr. Sagen Sie sich lieber, bis wann Sie
die Bewerbung am liebsten verschicken möchten, und
halten Sie sich mit diesem Ziel dazu an, jetzt am Ball zu
bleiben.
4.
Selbstgespräche führen
So schwer
sich viele Leute mit dem Schreiben tun, so einfach ist es
oft, in Worte zu fassen, was man sagen möchte. Sie
können diesen Kunstgriff auch nutzen, indem Sie sich
einfach selbst laut erzählen, was Sie schreiben möchten.
Tipp:
Denken Sie auch hier an den Tipp mit der Bewegung - alleine
das Herumspazieren im Raum kann Ihre Kreativität auf
Touren bringen.
Stellen
Sie sich vor, Sie sprechen mit dem Empfänger des Briefes:
Sprechen Sie mit dem gedachten Personalentscheider und schreiben
Sie Ihre Gedanken dann auf. Das hilft auch dabei, persönlicher
zu formulieren.
5.
Erstmal spontan niederschreiben - dann erst feilen
Haben
Sie sich Ihre Stichpunkte gemacht? Dann geht es jetzt an
den Brief selbst. Fixieren Sie sich nicht darauf, schon
im ersten Durchgang das perfekte Anschreiben zu formulieren.
Am besten ist es, Sie schreiben erstmal alles auf, was Ihnen
in den Sinn kommt. Wenn Ihnen gar keine Formulierung einfällt,
dann machen Sie einen Platzhalter ("Hier steht dann
was zur bisherigen Berufserfahrung.").
Sofern
Sie das leere Blatt Papier - bzw. der leere Bildschirm -
schreckt, beginnen Sie einfach damit, alles, was bereits
feststeht, niederzuschreiben: Ihren Absender, den Empfänger,
das Datum, den Betreff, die Anrede ... so steht schon einiges
da.
Fangen
Sie dann mit dem Absatz an, der Ihnen am einfachsten erscheint.
Vielleicht ist das der Schluss oder der Mittelteil - und
nicht der Einstiegssatz.
Der
erste Entwurf wird erfahrungsgemäß zu lange.
Wenn Sie mit dem ersten Briefentwurf durch sind, feilen
Sie an etwaigen Lücken oder an Formulierungen, mit
denen Sie noch nicht zufrieden sind.
Ein
guter Tipp ist es auch, den Brief in einem extra Durchgang
auf Stellen zu lesen, die man kürzen kann. Streichen
Sie unnötige Umschreibungen und "Labersätze"
(= Füller, die man nicht braucht, zum Beispiel "Nachfolgend
einige Angaben zu meiner Person" etc.). Damit wird
Ihr Anschreiben noch viel knackiger!
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